Der Wettkampf im Hammerwurf der Männer bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio fand am 2. August 2021 (Qualifikation) und 4. August 2021 (Finale) im neuerbauten Nationalstadion statt.
Olympiasieger wurde der Pole Wojciech Nowicki. Der Norweger Eivind Henriksen gewann die Silbermedaille. Bronze ging an den Polen Paweł Fajdek.
Aktuelle Titelträger Olympiasieger Dilschod Nasarow () 78,68 m Rio de Janeiro 2016 Weltmeister Paweł Fajdek () 80,50 m Doha 2019 Europameister Wojciech Nowicki () 80,12 m Berlin 2018 Nord-/Zentralamerika-/Karibikmeister Roberto Sawyers () 72,94 m Toronto 2018 Südamerikameister Gabriel Kehr () 75,27 m Lima 2019 Asienmeister Dilschod Nasarow () 76,14 m Doha 2019 Afrikameister Mostafa el-Gamel () 73,50 m Asaba 2018 Ozeanienmeister Costa Kousparis () 66,20 m Townsville 2019
Rekorde Bestehende Rekorde Weltrekord Jurij Sedych ()86,74 m Stuttgart, BR Deutschland (heute Deutschland)30. August 1986Athletics - Progression of outdoor world records, Hammer throw – Men, sport-record.de (englisch), abgerufen am 27. Mai 2022Olympischer Rekord Sergei Litwinow ()84,80 m Finale von Seoul, Südkorea26. September 1988 Der nun schon seit 33 Jahren bestehende olympische Rekord wurde auch bei diesen Spielen nicht erreicht. Der weiteste Wurf gelang dem polnischen Olympiasieger Wojciech Nowicki mit seinem dritten Versuch im Finale am 4. August auf 82,52 m. Damit blieb er 2,28 m unter dem Olympia- und 4,22 m unter dem Weltrekord. Rekordverbesserungen Ein Landesrekord wurde viermal verbessert: 78,79 m – Eivind Henriksen (Norwegen), erster Versuch in der Qualifikation (Gruppe B) am 2. August 79,18 m – Eivind Henriksen (Norwegen), erster Versuch im Finale am 4. August 80,31 m – Eivind Henriksen (Norwegen), dritter Versuch im Finale am 4. August 81,58 m – Eivind Henriksen (Norwegen), fünfter Versuch im Finale am 4. August
Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: – verzichtet x ungültig r Wettkampf nicht fortgesetzt (retired)
Qualifikation Die Athleten traten zu einer Qualifikationsrunde in zwei Gruppen an. Fünf Wettbewerber (hellblau unterlegt) übertrafen die den direkten Finaleinzug Weite von 77,50 m. Damit war die Mindestanzahl von zwölf Finalteilnehmern nicht erreicht. So wurde das Finalfeld mit sieben weiteren Wettbewerbern (hellgrün unterlegt) aus beiden Gruppen nach den nächstbesten Weiten aufgefüllt. Für die Teilnahme am Finale waren schließlich 75,73 m zu erbringen.
Gruppe A
2. August 2021, 9:00 Uhr (2:00 Uhr MESZ) Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite (m) 1 Quentin Bigot 76,10 78,73 – 78,73 2 Mychajlo Kochan 76,82 78,36 – 78,36 3 Nick Miller x 76,93 x 76,93 4 Eşref Apak 75,87 76,76 75,15 76,76 5 Paweł Fajdek 74,28 x 76,46 76,46 6 Serghei Marghiev 74,31 72,25 75,94 75,94 7 Waleri Pronkin 75,09 75,80 75,80 75,80 8 Gabriel Kehr 74,46 72,61 75,60 75,60 9 Bence Halász 75,39 x 75,03 75,39 10 Diego del Real x 73,32 75,17 75,17 11 Alex Young 75,09 75,02 x 75,09 12 Iwan Zichan 72,48 74,57 x 74,57 13 Christos Frantzeskakis 72,19 x 70,64 72,19 14 Hleb Dudarau x 71,04 71,60 71,60 15 Suhrob Xoʻjayev 70,87 x 71,26 71,26
Gruppe B
2. August 2021, 10:30 Uhr (3:30 Uhr MESZ) Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite (m) Anmerkung 1 Wojciech Nowicki 79,78 – – 79,78 2 Rudy Winkler 76,39 78,81 – 78,81 3 Eivind Henriksen 78,79 – – 78,79 4 Javier Cienfuegos 72,76 75,56 76,91 76,91 5 Daniel Haugh x x 75,73 75,73 6 Humberto Mansilla 73,17 74,76 72,77 74,76 7 Juryj Wassiltschanka x 73,27 74,00 74,00 8 Hlib Piskunow 72,42 73,37 73,84 73,84 9 Tristan Schwandke 72,92 72,74 73,77 73,77 10 Michalis Anastasakis 73,52 73,22 x 73,52 11 Mostafa el-Gamel 72,13 72,76 71,85 72,76 12 Marcel Lomnický 71,17 x 72,52 72,52 13 Ashraf Amgad el-Seify 71,84 x x 71,84 14 Taylor Campbell x 71,34 x 71,34 15 Mergen Mämmedow 62,93 67,41 67,53 67,53 16 Özkan Baltacı 63,63 r 63,63
Finale mini|hochkant=1.2| 4. August 2021, 20:15 Uhr (13:15 Uhr MESZ) Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Weite (m) Anmerkung 1 Wojciech Nowicki 81,18 81,72 82,52 81,39 82,06 x 82,52 2 Eivind Henriksen 79,18 79,06 80,31 77,78 81,58 80,02 81,58 3 Paweł Fajdek 77,58 78,58 78,83 78,04 81,53 79,66 81,53 4 Mychajlo Kochan 77,91 80,39 x 79,79 78,81 77,52 80,39 5 Quentin Bigot 77,93 79,39 78,30 78,84 x 75,78 79,39 6 Nick Miller 77,88 x 77,46 77,64 x 78,15 78,15 7 Rudy Winkler 77,08 x 75,95 x 75,34 x 77,08 8 Waleri Pronkin 76,72 x x x 75,97 74,73 76,72 9 Eşref Apak 76,22 76,71 74,28 nicht im Finale derbesten acht Werfer 76,71 10 Javier Cienfuegos 74,62 x 76,30 76,30 11 Daniel Haugh x 76,22 x 76,22 12 Serghei Marghiev 73,28 75,24 74,95 75,24 Der Hammerwurfwettbewerb war wie eine ganze Reihe weiterer Konkurrenzen bei diesen Spielen von ausgesprochen hoher Qualität. Dass der seit 33 Jahren bestehende olympische Rekord nicht fiel, ist dabei nicht wirklich besonders verwunderlich, auch andere Rekorde gerade in den technischen Disziplinen haben sicherlich auch aufgrund einer im Laufe der Jahre veränderten Dopingkontrollpraxis eine sehr lange Bestandsdauer.
Favorisiert waren in erster Linie die beiden Teilnehmer aus Polen. Pawel Fajdek trat als unter anderem vierfacher Weltmeister (2013/2015/2017/2019) und Europameister von 2016 an. Wojciech Nowicki war der amtierende Europameister und hatte Bronze gewonnen bei den Spielen 2016, den Europameisterschaften 2016 sowie den Weltmeisterschaften 2015, 2017 und 2019.
Nowicki setzte sich mit dem einzigen Wurf jenseits von achtzig Metern (81,18 m) in der ersten Versuchsreihe gleich an die Spitze und steigerte sich mit seinem zweiten Wurf auf 81,72 m. In Durchgang zwei übertraf auch der Ukrainer Mychajlo Kochan die 80-Meter-Marke und lag mit 80,39 m auf dem zweiten Platz. Mit seinem dritten Versuch knackte der Norweger Eivind Henriksen ebenfalls die 80-Meter-Marke – es war sein zweiter norwegischer Rekord im Finale, nachdem er bereits in der Qualifikation einen Landesrekord aufgestellt hatte. Mit 80,31 m war er nun Dritter. Nowicki verbesserte sich derweil weiter auf jetzt 82,52 m.
In der Finalrunde der besten Acht passierte anfangs nicht viel, außer Nowicki kam niemand auf eine Weite jenseits von achtzig Metern. Aber der fünfte Durchgang hatte es noch einmal in sich. Eivind stellte mit nun 81,58 m einen weiteren nationalen Rekord auf und lag damit auf Platz zwei. Fajdek zog mit 81,53 m an Kochan vorbei auf den Bronzerang. Nowicki zeigte mit 82,06 m noch einmal seine Überlegenheit in diesem Wettbewerb. In Runde sechs änderte sich nichts mehr an der Rangfolge, der sechstplatzierte Brite Nick Miller steigerte zwar noch einmal seine Weite, nicht aber seine Platzierung.
So gab es einen souveränen Sieg für Wojciech Nowicki, der mit allen seinen fünf gültigen Versuchen weiter als 81 Meter warf. Überraschender Silbermedaillengewinner wurde Eivind Henriksen. Pawel Fajdek brachte sich mit seiner starken Weite aus dem fünften Durchgang auf den Bronzerang. Auch der viertplatzierte Mychajlo Kochan hatte in seinem Endresultat noch eine Weite von mehr als achtzig Metern aufzuweisen. Auf den fünften Platz kam der Franzose Quentin Bigot vor Nick Miller und dem US-Amerikaner Rudy Winkler.
Video MEN'S HAMMER THROW, ATHLETICS - Highlights, Olympic Games - Tokyo 2020, youtube.com, abgerufen am 27. Mai 2022
Weblinks OLYMPIC STADIUM, TOKYO, Timetable/Results men's Hammer Throw, Weltleichtathletikverband World Athletics (englisch), worldathletics.org, abgerufen am 27. Mai 2022 Athletics at the 2020 Summer Olympics, Hammer Throw men, olympedia.org (englisch), abgerufen am 27. Mai 2022 Ergebnisse Olympische Spiele, Tokio (Japan), 30.07 - 08.08.2021, leichtathletik.de, abgerufen am 27. Mai 2022 Athletics men's hammer throw Results, olympics.com, abgerufen am 27. Mai 2022
Einzelnachweise
Hammerwurf Manner Kategorie:Leichtathletikwettbewerb in Shinjuku Kategorie:Nationalstadion (Tokio, 2019)