mini|Timea Tankó Timea Tankó (* 1978 in Leipzig) ist eine ungarisch-deutsche literarische Übersetzerin und Dolmetscherin, die ungarische und französische Literatur ins Deutsche überträgt. Für ihre Übertragung von Miklós Szentkuthys Apropos Casanova. Das Brevier des Heiligen Orpheus erhielt sie 2021 den Preis der Leipziger Buchmesse; 2026 wurde sie zusammen mit András Visky für Die Aussiedlung mit dem Internationalen Literaturpreis des Hauses der Kulturen der Welt ausgezeichnet.

Leben Timea Tankó wurde 1978 in Leipzig geboren und verbrachte ihre Kindheit in Ungarn und Deutschland. Sie studierte Kulturwissenschaften und Übersetzung mit Französisch und Spanisch in Leipzig. Am Institut für Angewandte Linguistik und Translatologie der Universität Leipzig absolvierte sie den Studiengang Diplom-Übersetzer und schloss das Studium 2004 als Diplom-Übersetzerin ab. Sie unterrichtete von 2001 bis 2010 Ungarisch an der Universität Leipzig. Sie lebt in Berlin.

Wirken Seit 2003 arbeitet Tankó freiberuflich als literarische Übersetzerin und Dolmetscherin für Ungarisch; sie übersetzt aus dem Ungarischen und Französischen, und zu den von ihr übertragenen Autoren gehören Ádám Bodor, Andor Endre Gelléri und István Kemény. Sie beschrieb Szentkuthys Text Apropos Casanova als wuchernd und barock strukturiert, während die Übersetzung ins Deutsche Umbauten der ungarischen Satzordnung, umfangreiche Recherche und ein spielerisches Arbeiten mit deutschen Komposita verlangte. József Debreczenis Kaltes Krematorium. Bericht aus dem Land namens Auschwitz erschien im November 2024 in ihrer Übersetzung bei S. Fischer.

Auszeichnungen 2019: Nominierung für den Preis der Leipziger Buchmesse für die Übersetzung von Löwenchor von György Dragomán. 2020: Exzellenzstipendium des Deutschen Übersetzerfonds. 2021: Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Übersetzung für die Übersetzung von Apropos Casanova. Das Brevier des Heiligen Orpheus von Miklós Szentkuthy. 2026: Nominierung für den Preis der Leipziger Buchmesse für die Übersetzung von András Viskys Die Aussiedlung. 2026: Internationaler Literaturpreis – HKW zusammen mit András Visky für Die Aussiedlung, wobei die Auszeichnung beim HKW Autorinnen und Autoren ebenso wie Übersetzerinnen und Übersetzer würdigt. 2026: Helmut-M.-Braem-Übersetzerpreis für die Übersetzung von András Viskys Die Aussiedlung.Helmut-M.-Braem-Übersetzerpreis 2026 | Timea Tankó ausgezeichnet, VdÜ, 21. Juli 2026.

Übersetzungen (Auswahl) mini|hochkant|András Visky: Die Aussiedlung

Aus dem Ungarischen Zsigmond Móricz: Der glückliche Mensch. Guggolz, Berlin 2023, ISBN 978-3-945370-40-7. Ádám Bodor: Die Vögel von Verhovina. Variationen über letzte Tage. Secession, Zürich/Berlin 2022, ISBN 978-3-907336-19-9. Miklós Szentkuthy: Apropos Casanova. Das Brevier des Heiligen Orpheus. Nachwort György Dalos. AB – Die Andere Bibliothek, Berlin 2020, ISBN 978-3-8477-0427-0. József Debreczeni: Kaltes Krematorium – Bericht aus dem Land namens Auschwitz. Nachwort Carolin Emcke. S. Fischer, Frankfurt am Main 2024, ISBN 978-3-10-397544-4. György Dragomán: Löwenchor. Novellen. Suhrkamp, Berlin 2019, ISBN 978-3-518-42851-1. Mátyás Dunajcsik: Unterwasserstädte. Erzählungen. Übersetzung zusammen mit Lacy Kornitzer. Akademie Schloss Solitude, Stuttgart 2017, ISBN 978-3-946839-00-2. Péter Gárdos: Fieber am Morgen. Roman. Hoffmann & Campe, Hamburg 2015, ISBN 978-3-455-40557-6. Andor Endre Gelléri: Die Großwäscherei. Guggolz, Berlin 2015, ISBN 978-3-945370-04-9. Andor Endre Gelléri: Stromern. Erzählungen. Guggolz, Berlin 2018, ISBN 978-3-945370-18-6. András Gerevich: Teiresias’ Geständnisse. Gedichte. Aus dem Ungarischen von Orsolya Kalász, Timea Tankó und Monika Rinck. Akademie Schloss Solitude, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-937158-73-0. Krisztián Grecsó: Lange nicht gesehen. Claassen, Berlin 2007, ISBN 978-3-546-00410-7. István Kemény: Liebe Unbekannte. Braumüller, Wien 2013, ISBN 978-3-99200-098-2. Károly Méhes: Insgeheim. Wieser Verlag, Klagenfurt 2007, ISBN 978-3-85129-684-6. Szilárd Rubin: Die Wolfsgrube. Kriminalroman. Rowohlt, Berlin 2013, ISBN 978-3-87134-753-5. Szilárd Rubin: Der Eisengel. Rowohlt, Berlin 2014, ISBN 978-3-87134-789-4. Iván Sándor: Geliebte Liv. dtv, München 2006, ISBN 978-3-423-24558-6. Zoltán Sebők: Parasitäre Kultur. Kulturverlag Kadmos, Berlin 2008, ISBN 978-3-86599-012-9. Antal Szerb: In der Bibliothek. dtv, München 2006, ISBN 978-3-423-24562-3. Miklós Vajda: Mutterbild in amerikanischem Rahmen. Braumüller, Wien 2012, ISBN 978-3-99200-046-3. András Visky: Die Aussiedlung. Suhrkamp, Berlin 2025, ISBN 978-3-518-43245-7.

Aus dem Französischen Carl Aderhold: Die Roten. Roman. Arche, Zürich 2017, ISBN 978-3-7160-2760-8.

In das Ungarische Esther Kinsky: Üdülő [Sommerfrische]. Scolar Kiadó, Budapest 2010.

Weblinks

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Einzelnachweise

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