Der Vielblütige Hahnenfuß (Ranunculus polyanthemos), auch Wald-Hahnenfuß genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Hahnenfuß (Ranunculus) innerhalb der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).
Beschreibung mini|Illustration aus Atlas der Alpenflora, 1882
Vegetative Merkmale Der Vielblütige Hahnenfuß ist eine ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 80 Zentimetern. Die Stängel sind steif bis schief aufrecht und spitzwinklig verzweigt.
Die Grundblätter sind dreispaltig und im Umriss fünfeckig. Die Stängelblätter sind bis auf ihre Basis in schmal-lanzettliche Abschnitte gespalten.
Generative Merkmale Die Blütezeit reicht Mai bis Juli. Die Blütenstiele sind gefurcht.
Die zwittrige Blüte ist bei einem Durchmesser von 2 bis 3 Zentimetern radiärsymmetrisch. Der Blütenboden ist behaart. Die Kelchblätter liegen den Kronblätter an und sind außen abstehend behaart. Die gelben Kronblätter sind bei einer Länge von 15 bis 20 Millimetern breit-eiförmig.
Die Früchtchen sind bei einem Durchmesser von 2,6 bis 3 Millimeter rundlich und abgeflacht. Der Schnabel ist bei jungen Früchtchen stark eingerollt, bei älteren etwas weniger, er ist ein Drittel bis halb so lang wie das Früchtchen.
Es liegt Diploidie mit einer Chromosomenzahl von 2n = 16 vor.
Vorkommen Der Vielblütige Hahnenfuß ist in Eurasien weitverbreitet.
Standorte sind in Europa meist Edellaubwälder, besonders Fichten-Tannen-Buchenwälder, und Magerwiesen von der montanen bis zur subalpinen Höhenstufe. Der Vielblütige Hahnenfuß kommt in Mitteleuropa in Pflanzengesellschaften des Carpinion, Cephalanthero-Fagion, Alno-Ulmion oder des Galio-Abietenion, aber auch in Magerrasen des Mesobromion, Molinion, Violion oder in Gebirgswiesen oder -weiden (Cynosurion, Polygono-Trisetion) vor. In den Allgäuer Alpen steigt der Vielblütige Hahnenfuß am Koblat beim Nebelhorn in Bayern bis in Höhenlagen von 2030 Metern auf.
Die Sippe ist in Europa in Mitteleuropa und im nördlichen Südeuropa weit verbreitet.
mini|Hain-Hahnenfuß (Ranunculus polyanthemos subsp. nemorosus) Systematik Die Erstveröffentlichung von Ranunculus polyanthemos erfolgte 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 554.
Ranunculus polyanthemos agg. gehört zu einer Gruppe schwierig zu unterscheidender Hahnenfuß-Arten. Der Hain-Hahnenfuß wird besser als Unterart subsp. nemorosus zu Ranunculus polyanthemos (oder als subsp. nemorosus zu Ranunculus serpens ) gestellt.
Zur Gruppe Vielblütiger Hahnenfuß (Ranunculus polyanthemos s. l.) gehören Unterarten der Art Ranunculus polyanthemos , die auch als eigene Arten angesehen werden. Dies sind: Wald-Hahnenfuß (Ranunculus polyanthemos subsp. polyanthemos): Er kommt in Eurasien vor. In Deutschland kommt er zerstreut bis selten vor, fehlt aber in Nordwestdeutschland. Hain-Hahnenfuß (Ranunculus polyanthemos subsp. nemorosus , Syn.: Ranunculus tuberosus ): Es gibt Fundortangaben für Spanien, Frankreich, Belgien, Luxemburg, die Niederlande, Deutschland, der Schweiz, Österreich, Liechtenstein, Tschechien, Polen, Estland, Norwegen, Schweden, Dänemark, Italien, Korsika, Slowenien, Albanien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, in der Ukraine, in Moldawien, Russland, im Kaukasusraum und in Georgien vor. In Deutschland kommt er verbreitet im Süden, selten im Norden vor. Ranunculus polyanthemos subsp. polyanthemoides : Sie kommt in Europa von Frankreich bis zur Ukraine und von Norwegen bis Griechenland vor. In Deutschland kommt sie zerstreut bis selten in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Süd-Niedersachsen vor. Ranunculus polyanthemos subsp. polyanthemophyllus : Es gibt Fundortangaben für Frankreich, Deutschland, die Schweiz, Österreich, Liechtenstein, Italien und im früheren Jugoslawien vor. Sie kommt selten in Süd- und Mitteldeutschland vor. Ranunculus polyanthemos subsp. schennikovii : Sie kommt in Russland vor. Wurzelnder Hahnenfuß (Ranunculus polyanthemos subsp. serpens ): Er kommt in großen Teilen Europas vor und in Georgien. In Deutschland kommt er in Bayern, Baden-Württemberg, hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen vor. Ranunculus polyanthemos subsp. thomasii : Sie kommt nur in Italien vor.
Literatur Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Hrsg.: Manfred A. Fischer. Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.
Einzelnachweise Jaakko Jalas, Juha Suominen: Atlas florae europaeae. Band 8: Nymphaeaceae to Ranunculaceae. Helsinki 1989, ISBN 951-9108-07-6. S. 121. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage, S. 410–411. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001. ISBN 3-8001-3131-5. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW, Eching 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 538. E. Hörandl, E. von Raab-Straube (2015): Ranunculeae. Datenblatt Ranunculus polyanthemos In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Jürgen Damboldt, Walter Zimmermann: Familie Ranunculaceae. S. 268–269. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa, 2. Auflage, Band III, Teil 3, Verlag Carl Hanser, München 1974. Jens G. Rohwer: Ranunculaceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 348–349.
Weblinks
Die Verbreitung auf der Nordhalbkugel nach Hultén. Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).
Kategorie:Hahnenfuß Kategorie:Alpenflora