Johann Heinrich Wittmaack, auch Jean Wittmaack (* 24. Juli 1822 in Kiel; † im Februar 1887 in Straßburg) war ein deutscher Maler, wissenschaftlicher Illustrator und Lithograph.

Leben Der Sohn eines Gastwirts ging 1838 mit 16 Jahren an die Königlich Dänische Kunstakademie, an der er Schüler von Johann Ludwig Lund war. 1843 erwarb der Kopenhagener Kunstverein sein Gemälde „Ein Bauernmädchen aus der Probstei“. Im Mai 1845 hatte er von der Akademie die kleine Silbermedaille und ein Stipendium erhalten, das ihm eine Reise nach Sankt Petersburg ermöglichte, wo er an einer privaten Kunstschule unterrichtete. Da er nicht bereit war, die russische Sprache zu erlernen, musste er diese Tätigkeit nach zwei Jahren aufgeben. Seine Ersparnisse ermöglichten ihm eine Reise durch Europa. Längere Zeit hielt er sich in London und Paris auf, danach in München, Dresden und Düsseldorf. Seit 1851 war er in Christiania (Oslo) als Zeichenlehrer tätig. mini|Dreiecktuch gestaltet von Wittmaack 1853 wurde er in seiner Heimatstadt Kiel ansässig, wo er seine Dienste als Porträtmaler anbot. Nachdem er 1856 geheiratet hatte, sah er sich genötigt, eine Zeichenschule einzurichten. Der Chirurg Friedrich von Esmarch entdeckte sein Talent und beschäftigte ihn als medizinischen Zeichner der Universität. Im Jahr 1862 stellte er an der Christian-Albrechts-Universität ein Gesuch auf Unterstützung für die Einrichtung einer Lithographischen Farbendruckerei. Proben dieser Tätigkeit waren auf der Weltausstellung 1867 in Paris und auf der Weltausstellung 1873 in Wien zu sehen. Darunter waren das legendäre, von Esmarch erfundene Dreiecktuch. Es war mit bildlichen Darstellungen Wittmaacks bedruckt, die 34 verschiedene Anwendungsmöglichkeiten vor Augen führten. mini|Anatomische Zeichnung Wittmaacks aus der Straßburger Zeit 1874 wurde Wittmaack als Universitätszeichenlehrer an die neue Kaiser-Wilhelms-Universität Straßburg berufen. Noch 1878 war er als aktiver Mitarbeiter verzeichnet ist.Die Angabe des Sterbejahres 1874 in der Stuttgarter Datenbank wissenschaftlicher Illustratoren ist falsch. Er starb am Anfang des Jahres 1887.

Zeichnungen in Publikationen

Literatur

Ulrich Schulte-Wülwer: Kieler Künstler – Kunstleben und Künstlerreisen 1770–1870. Heide 2014, ISBN 978-3-8042-1406-4, S. 236–242. Telse Wolf-Timm: Die Krankenporträts von Johann Heinrich Wittmaack und Julius Fürst. In: Jörg Henning Wolf, Hans-Helfrich Petersen (Hrsg.): Krankheiten des Gesichts in künstlerischen Illustrationen des 19. Jahrhunderts. Neumünster 1994.

Weblinks

Einzelnachweise

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