mini|Bartholomäuskirche (2018) mini|Innenansicht Die Bartholomäuskirche ist ein evangelisch-lutherisches Kirchengebäude in der Gemeinde Neuenkirchen im niedersächsischen Heidekreis. Die Kirchengemeinde Neuenkirchen gehört zum Kirchenkreis Rotenburg (Wümme) der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

Geschichte Eine mittelalterliche Kirche mit dem Patrozinium Bartholomäus bestand schon im 14. Jahrhundert. Die Reformation setzte sich im Hochstift und Herzogtum Verden, dem das Gemeindegebiet damals zugeordnet war, erst in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts durch.

Das heutige Kirchengebäude wurde 1879/1880 im neogotischen Stil nach einem Entwurf von August Schwägermann aus Stade erbaut, weil die Vorgängerkirche zu klein geworden war. Schon vor 1900 wurde das Chorgewölbe neu ausgemalt: Ein Sternenhimmel musste Darstellungen der vier Evangelisten weichen. 1926 wurde die Empore erweitert, 1939 wurde der Chor renoviert und neu gestaltet. 1945 waren Schäden aus dem Zweiten Weltkrieg zu beseitigen (Dach und Fenster). Eine Renovierung wurde 1980 durchgeführt.

Ausstattung Kreuzigungsgruppe Zu den ältesten Gegenständen in der Kirche gehört die Kreuzigungsgruppe über dem Altar, die vom Ende des 15. Jahrhunderts stammt. Ursprünglich hatte sie in der alten Kirche auf einem Triumphbogen zwischen Chorraum und Kirchenschiff ihren Platz. Erst bei der Kirchenrenovierung 1939 wurde sie über dem Altar aufgestellt.

Abendmahlskelche Der älteste Abendmahlskelch stammt aus dem Jahre 1678.

Taufbecken Das Taufbecken ist ein Bronzekessel auf drei Stützfiguren, die angeblich ursprünglich auf einem Bronzering gestanden haben sollen. Das Becken trägt eine Inschrift – in Spiegelschrift. Sie lautet: „Orate pro ludeke mils unde sin vrowe“ (auf Deutsch: Betet für „Ludeke Mils“ und seine Frau!). Zeitpunkt der Herstellung: Ende des 14. Jahrhunderts. Da der Bronzering nicht mehr vorhanden ist, wurde ein Sandsteinsockel angefertigt, damit das Taufbecken eine normale Höhe hat.

Orgel mini|Blick auf die Orgel Die heutige Orgel wurde 1958 von der Orgelwerkstatt Emil Hammer gebaut und im gleichen Jahr eingeweiht. Sie verfügt über 1425 Pfeifen in 21 Registern auf zwei Manualen und Pedal. Für den Orgelbau wurde Material der Vorgängerorgel von 1879/80 des Orgelbauers Johann Hinrich Röver (Stade) mit 18 Registern verwendet. Das heutige Instrument wurde 1968 von Orgelbauer Klaus Becker repariert und 1976 von Orgelbauer Alfred Führer umintoniert.

Glocken Im 36,60 Meter hohen Turm hängt ein dreistimmiges Glockengeläut, welches eine seltene Disposition aufweist.

Bis in das Jahr 1630 kann man die Geschichte der Glocken zurückverfolgen. Von der damals gegossenen Glocke ist folgende Inschrift bekannt: AN GOTTES SEGEN IST ALLES GELEGEN. DORCHS FEUER FLOSS ICH, CLAWS JÜRGENS GOSS MICH. ANNO 1630 BSK. Diese Glocke war in einem Holzturm untergebracht, der 104 Fuß (~31,70 m) hoch war. Beim Neubau der Kirche wurden 1880 drei neue Glocken bei der Gießerei Otto in Bremen-Hemelingen ergossen. Sie erklangen in den Tönen d′, fis′ und a′. Im Ersten Weltkrieg mussten die beiden großen abgegeben werden. Die dritte verblieb im Turm. 1921 wurden dann bei J. F. Weule drei neue Eisenglocken angeschafft und die verbliebene Bronzeglocke aufgrund von fehlender Harmonie weggegeben. Über ihren Verbleib ist nichts bekannt. Nach der Stilllegung der Glocken 2 und 3 wurden diese abgehängt.

1971 wurde von der Glockengießerei Heidelberg das jetzige Geläut aus Bronze gegossen: Glocke Durchmesser Schlagton Inschrift 1 1300 mm es1 Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name 2 as1 Dein Reich komme 3 830 mm b1 Dein Wille geschehe

Literatur Horst Mikasch: 100 Jahre St.-Bartholomäus-Kirche Neuenkirchen 1880–1980. Jubiläumsbuch der ev.-luth. Kirchengemeinde Neuenkirchen, Neuenkirchen 1980.

Weblinks

Webpräsenz der Kirchengemeinde Historisches Kirchengemeindelexikon der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers: Neuenkirchen (Lüneburger Heide)

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