mini|Westport House 2008 mini|Westfassade vom See aus (Ostersonntag 2011)

Westport House ist ein Landhaus in Westport im irischen County Mayo. Die bekannte Touristenattraktion gehört der Familie Hughes, Eigentümerin einer Reihe von Geschäften im Westen Irlands. Bis Januar 2017 war das Haus der angestammte Sitz der Familie Browne, dessen Familienoberhaupt den Titel Marquess of Sligo trägt. Titel und Haus wurden 2014 getrennt, nachdem der 11. Marquess of Sligo verstorben war und das Anwesen seinen fünf Töchtern hinterlassen hatte. Seine Titel gingen an seinen Vetter ersten Grades, Sebastian Ulick Browne, einen Grundstücksmakler in Australien.

Geschichte Die Familie Browne ließ Westport House im 18. Jahrhundert anstelle der O’Malley-Burg errichten, deren Verlies und deren Kellerräume noch unterhalb des Herrenhauses erhalten sind. Architekt war Richard Cassels, der 1730 den Ostteil des Hauses, das zur Stadt zeigt, baute. Später übernahm James Wyatt, der die anderen drei Fassaden plante und baute, die das Haus zu einem Vierseitgebäude machen. Später wurde das Vierseitgebäude mit einer großen Treppe gefüllt. Nord- und Südflügel nach Plänen von Benjamin Wyatt wurden angebaut. Der Südflügel, der eine Bibliothek beherbergte, brannte bald danach wegen eines Defektes im Heizsystem nieder. Danach wurde er wieder aufgebaut.

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde auf dem Anwesen ein Modellbauernhof mit Unterkünften für Haustiere und Futterstelle gebaut. Die Überreste eines alten Bootshauses sind zum Meer hin offen.

Colonel John Browne (1638–1711), der das ursprüngliche Westport House hatte bauen lassen, heiratete die ehrbare ‘’Maud Bourke’’, Tochter des 3. Viscount Mayo und Urenkelin von Grace O’Malley. Er war ein Katholik, der im Krieg der zwei Könige auf jakobitischer Seite kämpfte. Seine Nachfahren aber konvertierten zur etablierten Church of Ireland und gediehen wohl.

Nach dem Tod von Jeremy Browne, 11. Marquess of Sligo, im Juli 2014 fiel das Haus nach dem privaten Erbrecht, das das Parlament 1993 verabschiedet hatte, an seine fünf Töchter.

Westport House besitzt auch einen Pirate Adventure Park mit Piratenschiff, Piratentauchstelle, Minieisenbahn, Tretboote in Form weißer Schwäne, Kanonenkugelrutsche, Piratenbuden-Spielgelände im Haus, Folterkeller, Piratenspielplatz, Pitch & Putt, Fischteich, Gracys Bar und Café und einem großen Campingplatz im lichten Wald.

Das von den bekannten Architekten Richard Cassels und James Wyatt im 18. Jahrhundert geplante Haus liegt westlich des Shannon und gilt als eines von Irlands schönsten historischen Wohnhäusern, die öffentlich zugänglich sind. Es liegt in einem Park mit See, Terrassen und Gärten mit Blick auf die Clew Bay, den Atlantik, Acaill, Clare Island und Irlands Heiligen Berg, den Croagh Patrick. Die Erbauer und Besitzer, die Familie Browne, sind direkte Nachkommen der Piratenkönigin des 16. Jahrhunderts, Grace O’Malley.

Die Brownes verkauften Westport House am 17. Januar 2017 an die Familie Hughes, Geschäftsleute aus Westport, womit die jahrhundertelange Verbindung zwischen der Familie Browne und Westport House endete. Die Familie Hughes plant, 50 Mio. € in Restaurierungs- und Verbesserungsarbeiten am Haus zu stecken, was den Bau einer Unterkunft auf dem 180 Hektar großen Grundstück einschließt. Diese Investition wird der Stadt und der Grafschaft Mayo wirtschaftlichen Aufschwung bringen.

National Asset Management Agency (NAMA) und Verkauf 2007 erhielt das private Anwesen einen Zuschuss von 1,314 Mio. € für Reparaturarbeiten an Westport House vom staatlichen Heritage Council.

Im Oktober 2015 kam heraus, dass das Anwesen Westport House wegen Schulden, die mit dem 152 Hektar großen Grundstück besichert waren, von der NAMA untersucht wurde, nicht aber das Haus für fast 10 Mio. €. Im Januar 2017 wurde Westport House an die Familie Hughes aus Westport verkauft.

Verbindungen zur Sklaverei Das Haus wurde für die Familie Browne errichtet, von der einige Mitglieder reiche Sklavenhalter und Plantagenbesitzer in Jamaika waren. Ein prominenter Sklavenhalter und Familienoberhaupt waren Howe Browne, 2. Marquess of Sligo und seine Gattin, Lady Hester Catherine de Burgh. Der 2. Marquess war 1834–1836 Gouverneur von Jamaika.

Eine Ausstellung in Westport House stellt den 2. Marquess of Sligo als „Champion der Sklaven“ dar, ein Vorschlag, den ein Geschichtswissenschaftler als „Übertreibung“ bezeichnet, und ausführt, dass „Browne von der Wiege bis zur Bahre von der Sklaverei profitiert hat und seine Sklaven nicht freigab, bis die Institution der Sklaverei durch ein Parlamentsgesetz abgeschafft wurde“, und dass der 2. Lord Sligo auch für den Verlust seiner Sklaven von der britischen Regierung einen erheblichen Kompensationsbetrag verlangt und auch erhalten hat.

Die irische Piratenkönigin Grace O’Malley Im 16. Jahrhundert war Grace O’Malley (auch Gráinne Ni Mháille oder Granuaile) eine berühmte „Piratenkönigin“ aus Connacht. Nach ihrem Tod stellte ein Bericht fest, dass sie 40 Jahre lang die Stütze aller Rebellionen im Westen gewesen sei. Sie war das Oberhaupt des O’Malley-Clans und beherrschte das Meer um County Mayo.

Auf dem Anwesen von Westport House wurde eine Bronzestatue von Grace O’Malley, gestaltet vom Bildhauer Michael Cooper, aufgestellt.

Das erste Haus wurde für Colonel John Browne, einen Jakobiten, der bei der Belagerung von Limerick dabei war, und seine Gattin Maude, eine Ururenkelin von Grace O’Malley, gebaut. Damals hatte das Haus noch keinen Stausee oder Staudamm; die Gezeiten stiegen und fielen gegen die Mauern.

Beschreibung mini|Südfassade, Ostersonntag 2011. Man beachte die Jahreszahl 1778 in der Verdachung

Die Ostfassade des Hauses ließ Colonel John Brownes Enkel, John Browne, 1. Earl of Altamont, 1730 in ihrer heutigen Form errichten; er beauftragte damit den bekannten deutschen Architekten Richard Cassels. Sie ist aus dem schönsten Kalkstein des Steinbruchs südlich des Bauernhofes des Anwesens erbaut und wurde von geschulten Handwerkern ausgeführt. Richard Cassels entwarf auch Carton House, Haselwood House, Russborough House und Leinster House. Westport House wurde von James Wyatt, einem der großartigsten englischen Architekten, fertiggestellt; dieser hatte auch die Stadt Westport angelegt. Auf der Südfassade ist die Jahreszahl „1778“ angebracht. Innen zeugen viele der Decken, Friese und offene Kamine von Wyatts Können. Der große Speisesaal ist vielleicht das schönste erhaltene Beispiel seiner Arbeit. Die Türen sind aus Mahagoniholz, das die Familie von ihren Ländereien in Jamaika zurückgebracht hatte. Es sind eine Reihe originaler Wyatt-Zeichnungen ausgestellt zusammen mit solchen von seinem Sohn, Benjamin Wyatt, der auch einige Arbeiten im Haus ausgeführt hat.

Kunst und Antiquitäten Bemerkenswert an Westport House ist auch, dass es komplett mit Inhalt erhalten ist; die meisten Einrichtungsgegenstände haben eine lange Verbindung mit Irland. Unter den Gemälden befinden sich von Sir Joshua Reynolds gemalte Porträts des 1. Earls of Altamont, von Rt. Denis Browne, dem Bruder des 1. Marquess of Sligo und einem Mitglied von Grattans Parlament, sowie, gemalt von William Beechey, eines von Howe Peter Browne, dem 2. Marquess of Sligo, der vier Monate in einem englischen Gefängnis verbracht hatte, weil er britische Seeleute in Kriegszeiten bestochen hatte, sein Schiff, voll mit Antiquitäten von Griechenland, nach Westport zu bringen. Howe Peter Browne war ein Freund des britischen Königs Georg IV. und des Dichters Lord Byron. Dort gibt es auch ein Porträt von Earl Howe, Flottenadmiral und Vater der 1. Marquess of Sligo, gemalt von John Singleton Copley. Auch eine Sammlung von Landschaftsgemälden von James Arthur O’Connor gehört zu den Kunstwerken im Haus. Andere Künstler, wie Chalon, Barrett, Gibson, Opie, Brooks und Lavery, haben Werke zu dieser Sammlung beigesteuert.

Es gibt dort auch eine Sammlung von Wachsfiguren von Gens Display Figures, die den literarischen, künstlerischen und musischen Errungenschaften des westlichen Irland Tribut zollen, wie z. B. William Butler Yeats, Lady Gregory und Turlough O’Carolan.

Weitere Originalstücke, die in Westport House zu sehen sind, sind eine Sammlung alten englischen und irischen Silbers, zu denen einige irische „Kartoffel“- oder Geschirrringe gehören, eine Bibliothek mit vielen alten irischen Büchern sowie die Mayo Legion Flag, die „General Humbert“ nach Irland brachte, als er 1798 in das Land einfiel, und die seitdem in Westport House aufbewahrt wurde. Westport House war von General Humberts Truppen besetzt.

Familie Browne Die Geschichte von Westport House und der Familie Browne kann als Miniaturausführung der größeren und bisweilen turbulenten Geschichte ganz Irlands gelten. Jede Generation musste mit den vorherrschenden sozialen, politischen und religiösen Veränderungen ringen, auf die sie entlang ihres Weges trafen, und sich ihnen anpassen. Die Familie Browne blieb fast 300 Jahre lang, bis zum 17. Januar 2017, Eigentümer von Westport House.

Die Familie Browne kam im 16. Jahrhundert aus dem englischen Sussex in das County Mayo. Durch Heirat ihrer Töchter mit eingeborenen irischen Landbesitzern und durch Zukauf bauten sie ein kleines Anwesen bei The Neale auf. Als katholische Familie hatten sie Glück, dass ihre Ländereien in Connacht lagen und sie somit den berüchtigten Konfiszierungen von Oliver Cromwell entkamen.

Mit John Browne III. (1638–1711) begann die Verbindung mit Westport House. Der erfolgreiche Rechtsanwalt heiratete die wohllöbliche Maud Bourke, Tochter des 3. Viscount Mayo und Ururenkelin von Grace O’Malley. Browne konnte so seine Ländereien in County Mayo und County Galway um ein Vielfaches vergrößern; sie schlossen nun auch Cathair-na-Mart, eine ruinöse O’Malley-Festung an den Ufern der Clew Bay ein.

Bald aber war Brownes schönes Vermögen verloren, da Irland in das Chaos des Krieges der zwei Könige gestoßen wurde. Als Katholik unterstützte er die jakobitische Sache und wurde Colonel in der jakobitischen Armee. Aus den Eisenminen auf seinem Land bei Westport versorgte er die Armee mit Kanonenkugeln und Waffen. Die Niederlage der jakobitischen Armee bei den Schlachten von Aughrim und Limerick 1691 brachte ihm den finanziellen Ruin durch die folgenden Konfiszierungen. Als er 1711 starb, waren seine Ländereien auf die Ruine Cathair-na-Mart und einige Hundert Hektar drum herum geschrumpft. Die Penal Laws (Strafgesetze), die folgten, ließen seinem Enkel, John IV., keine andere Wahl, als zur vorherrschenden Religion zu konvertieren, in der Hoffnung, die Konfiszierungen und politischen Umwälzungen zu überleben.

Browne baute nach und nach das Familienvermögen wieder auf. Jung und ambitioniert, wie er war, begann er, seine Ländereien zu vergrößern und die alte O’Malley-Burgruine in das heutige Westport House umzuwandeln. Er ersetzte das alte Dorf Cathair-na-Mart durch die neue Stadt Westport, wo er eine prosperierende Leinenindustrie etablierte. Als exzellenter Landwirt verbesserte er die Fruchtbarkeit seiner Ländereien, die zum größten Teil von minderer Qualität waren. 1771 wurde er zum 1. Earl of Altamont erhoben. 1752 heiratete sein Sohn und späterer Erbe Peter die Erbin Elizabeth Kelly aus County Galway, deren Ländereien in Jamaika das Familienvermögen weiter vergrößerten.