Als Pseudofaeces oder Scheinkot ( „falsch“, „lügenhaft“ und „Bodensatz, Kot“) werden Nahrungsreste bezeichnet, die von Filtrierern – insbesondere Muscheln – nicht verschluckt, sondern wieder ans Umgebungswasser abgegeben werden.Pseudofaeces Lexikon der Biologie, aufgerufen am 19. April 2022

So erzeugen Muscheln, wie beispielsweise die Gemeine MiesmuschelDie Miesmuschel im Wattenmeer Muschelfischer, aufgerufen am 19. April 2022, mit ihren Cilien (Wimpern) auf dem Mantel und den Kiemen einen Wasserstrom, über den neben gelöstem Sauerstoff auch Nahrungspartikel – Detritus, Phytoplankton und Zooplankton – herangestrudelt und aufgenommen werden. Die Kiemen sind mit Schleim überzogen, an dem die Partikel hängen bleiben und durch Wimpernbänder zum Mund befördert werden. Als Nahrung ungeeignete Partikel werden jedoch nicht verschluckt, sondern (in meist eiförmigen Schleimpaketen) zusammengerollt und über Muskelkontraktionen als Pseudofaeces über das nach außen strömende Wasser wieder aus der Mantelhöhle abgegeben.Pseudofeces. bivalve digestion Encyclopædia Britannica, aufgerufen am 19. April 2022

Durch die Zusammenballung sedimentieren die Pseudofaeces-Partikel deutlich schneller auf den Boden als die zuvor eingestrudelten Partikel, wodurch die Muscheln – abgesehen davon, dass sie einen erheblichen Teil der Schwebstoffe als Nahrung aufnehmen – wesentlich zur Klärung des Meerwassers beitragen.

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Kategorie:Tierphysiologie