Der Ettenbach ist ein Fließgewässer im baden-württembergischen Ortenaukreis. Zusammen mit seinem rechten Hauptoberlauf ist er ein über achtzehn Kilometer langer rechter Zufluss der Elz und ein Gewässer 3. Ordnung. Er entwässert danach weiter über den Rhein in die Nordsee.

Name Der Name ist eine Verkürzung von Etten(heimer)bach und entsprechend nach dem Ort Ettenheim benannt. Dieser enthält als Bestimmungswort den ahd. Personennamen Atto.

Geographie Verlauf Der Ettenbach entsteht bei Ettenheimmünster durch den Zusammenfluss des rechten Dörlinbachergrundbächles und des linken Münstergrabens. Der Bach durchfließt in durchweg ziemlich beständig westnordwestlicher Richtung in Folge die Orte Münchweier, nach dem Übertritt aus dem Schwarzwald in die Oberrheinische Tiefebene Ettenheim, passiert das Dorf Grafenhausen etwas im Süden, lässt dann die selbständige Gemeinde Rust links liegen und mündet sodann am Südrand des Dorfes Kappel der Gemeinde Kappel-Grafenhausen in die Elz.

Um Kappel vor einem Hochwasser des Ettenbaches zu schützen, wurde in der Vergangenheit ein Entlastungskanal angelegt, der nach der Ettenbachmündung von der Elz links abgeht und nördlich von Kappel wieder in die Elz mündet.

Einzugsgebiet Das Einzugsgebiet ist 60,0 km² groß und liegt mit seinem östlichen Teil, naturräumlich gesehen, im Teilraum Mittlerer Schwarzwald des Schwarzwaldes, mit dem westlichen im Teilraum Lahr-Emmendinger Vorberge der zur Oberrheinischen Tiefebene gehörenden Offenburger Rheinebene. Die größten Höhen liegen im Bereich der östlichen Wasserscheide, der höchste Punkt auf dem Gipfel des erreichenden Haubühls.

Reihum grenzen die Einzugsgebiete der folgenden Nachbargewässer an: im Osten liegt das Ursprungsgebiet der zur Kinzig ziehenden Schutter; anschließend im Süden führt der Bleichbach den Abfluss der anderen Seite oberhalb zum Ettenbach-Vorfluter Elz; deren unmittelbares Einzugsgebiet grenzt im Westen an; deren nachfolgender rechter Zufluss Kapuzinerbach entwässert bis hinauf zu den ersten Schwarzwaldhöhen das Gebiet im Norden der Einzugsgebietsgrenze und nimmt auch den Abzweig (Grafenhausener) Dorfgraben des Ettenbachs auf; an der nordöstlichen konkurriert auf kurzem Stück der Sulzbach, etwas länger und bis zurück zum Haubühl dann der Litschentalbach, zwei linke Schutterzuflüsse.

mini|Die Mündung des Ettenbach (rechts) in die (alte) Elz bei Kappel-Grafenhausen Zuflüsse und Einzugsgebiet Dörlinbachergrundbächle (rechter Oberlauf), 4,7 km Münstergraben (linker Oberlauf), 3,8 km Glasbach (links), 2,2 km Lautenbach (rechts), 2,6 km und 2,9 km² Säggraben (links), 1,9 km und 1,0 km² Schwarzbach (links), 2,1 km und 1,3 km² Brudertobel(bach) (rechts), 1,1 km und 0,5 km² Kuhbachgraben (rechts), 3,0 km und 2,0 km² → (Abzweig des Gewerbekanals) (nach links) Annahäuslebach (links zum Gewerbekanal), 3,6 km und 4,0 km² Rohrbach oder Riesentalbach (rechts), 1,1 km und 1,1 km² Riedmühlebach oder Kuhlegergraben (links zum Gewerbekanal), 3,3 km und 4,6 km² Seltenbach (rechts), 5,1 km und 2,8 km² Osterbach (links zum Gewerbekanal), 1,2 km ← (Rücklauf des Gewerbekanals) (von links), 2,6 km und mit seinen Zuflüssen 10,6 km² → (Abzweig des Grafenhausener Dorfgrabens) (nach rechts zum Kapuzinerbach), 2,8 km

Orte Gemeinden und Orte an den Oberläufen Gemeinde Ringsheim (siedlungslose Waldexklave, rechts des Dörlinbachergrundbächles) Gemeinde Kappel-Grafenhausen (siedlungslose Waldexklave, auf dem Bergsporn zwischen Dörlinbachergrundbächle und Münstergraben) Stadt Ettenheim (kleinere Siedlungsplätze von Ettenheimmünster)

Gemeinden und Orte am Ettenbach selbst Nur die Namen tiefster Schachtelungsstufe bezeichnen Siedlungsanrainer.

Stadt Ettenheim Stadtteil Ettenheimmünster (Auswahl) St. Landelin (Dorf) Stadtteil Münchweier Münchweier (Dorf) Zentrales Ettenheim Sägmühle (Wohnplatz, links) Mittelmühle (Wohnplatz) Fuchsmühle (Wohnplatz) Ettenheim (Stadt) Am Zollhaus (Wohnplatz, links) Holzmühle (Wohnplatz, rechts) Gemeinde Kappel-Grafenhausen Grafenhausen (Dorf, mit Abstand rechts) Gemeinde Rust Rust (ohne Besiedlung, links) Gemeinde Kappel-Grafenhausen Kappel (Dorf, mit wenig Abstand rechts)

Weitere Gemeinden und Orte im Einzugsgebiet Außer den genannten Gemeinden, deren Gebiete vom Gewässer durchflossen oder berührt werden, haben außerdem noch Anteil am Einzugsgebiet: an der östlichen Wasserscheide die Gemeinde Schuttertal mit kleinen unbesiedelten Waldzwickeln; an der südlichen die Kleinstadt Herbolzheim mit kleinen unbesiedelten Waldexklavenzwickeln im Osten und größeren Gebietsteilen weiter im Westen in der Tiefebene, darunter Siedlungsgebiet der Stadt selbst; zwischen Herbolzheim und dem Ettenbachlauf im Norden liegt das Hauptgebiet der Gemeinde Ringsheim, das deutlich überwiegend zum Ettenbach hin entwässert, das Siedlungsgebiet des Dorfes ganz; an der nördlichen Wasserscheide gehören zur Kleinstadt Mahlberg ein kleiner Flurzwickel nahe dem Unterlauf und am Anstieg zum Schwarzwald ein wenig größerer im Wald.

Ehemaliger Verlauf Der heutige Ettenbach war bis in das Mittelalter Oberlauf der Unditz, die über die Schutter der Kinzig zufließt. Nach der planvollen Anlage der Stadt Ettenheim um 1300 wurde eine Bachteilung angelegt und eine Ableitung nach Westen gebaut. Aus der Ableitung entstand schrittweise der heutige, direkt zum Rhein führende Gewässerlauf. Die alte Unditz wandte sich beim Eintritt in die Rheinebene nach Norden und floss an Altdorf vorbei Richtung Mahlberg.Undizstraße. Undiz oder Unditz – alte Bezeichnung für den Ettenbach auf der Website der Stadt Ettenheim (abgerufen am 5. November 2025). Der heutige Anfang der Unditz liegt nördlich von Mahlberg, rund 3 Kilometer von Ettenheim entfernt.

Wirtschaftliche Bedeutung Der Ettenbach trieb in der südlichen Ortenau früher in Ettenheimmünster zusammen mit seinen Oberläufen wenigstens drei und in Ettenheim wenigstens vier Mühlen an. Er entwässert am Unterlauf die Rittmattenwiesen.

In Ettenheim steht der Bachlauf als bis in die Frühzeit der Stadt zurückreichender Mühlkanal mit historischen Mauerungen und Brücken unter Denkmalschutz.Layer Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg, objektid: 106314258 beim , abgerufen am 5. November 2025.

Einzelnachweise

Literatur Topographische Karte 1:25.000 Baden-Württemberg, als Einzelblatt Nr. 7712 Ettenheim und Nr. 7713 Schuttertal

Weblinks

Karte von Verlauf und Einzugsgebiet des Ettenbachs auf: Karte von Verlauf und Einzugsgebiet des Ettenbachs auf: Meßtischblätter in der Deutschen Fotothek: 7712 Ettenheim von 1879 7713 Schweighausen von 1877

Kategorie:Gewässer im Ortenaukreis