mini|Erste analoge Funk-Armbanduhr weltweit, Junghans Mega (Modell-Nr. 025/4103), 1991 mini|Armbandantenne der Junghans Mega zum Empfang des Zeitzeichensenders DCF77

Die JUNGHANS MEGA war 1991 „die weltweit erste analog anzeigende Funkarmbanduhr“ mit Zeigern. Die Quarzuhr wurde vom deutschen Uhrenhersteller Junghans produziert, der bereits 1990 eine Digitaluhr mit der Bezeichnung Mega 1 auf den Markt gebracht hatte.

Allgemeines

Beschreibung Die Funkuhr hat ein teilvergoldetes Edelstahlgehäuse und kombiniert eine analoge Zeitanzeige mit digitalen Funktionen. Das weiße Ziffernblatt mit zwei goldenen Stab-Zeiger (Analoganzeige) und einer rechteckigen Flüssigkristallanzeige (Digitalanzeige) ist durch ein kreisrundes, kratzfestes Mineralglas geschützt. Im Uhrenarmband aus Leder (braun oder schwarz) mit Klappschließe ist die Antenne zum Empfang des Zeitzeichensenders DCF77 in Mainflingen untergebracht. Die Uhr ist ausgestattet mit „Zeitzoneneinstellung, Ewigem Kalender (Wochentag, Datum, Monat), Digitaler Sekunde, Internem Zeitspeicher, Empfangskontrollanzeige, Sender-Ruftaste“.

Der viereckige Gehäuseboden aus Edelstahl ist mit dem FTZ‑Symbol sowie der Typenzulassungsnummer „DBP 288 GH“ graviert, was die behördliche Genehmigung durch das Fernmeldetechnische Zentralamt dokumentiert.

Technische Daten Die Junghans Mega empfängt das DCF77-Zeitsignal auf der Langwellenfrequenz von 77,5 kHz mittels einer Armbandantenne. Sie synchronisiert sich automatisch täglich mit einer Atomuhr der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB). So wird die gesetzliche Zeit in Deutschland möglichst genau angezeigt. Der Radioempfang erfolgt schmalbandig über einen Geradeausempfänger mit Quarzfilter (geradlinige Signalverstärkung und –demodulation). Damit ist „europaweiter Empfang im Umkreis von 1.500 km um den Sender DCF77“ möglich.

Um 2:00 und 3:00 Uhr wird ein Zeitabgleich mit dem Zeitzeichensender durchgeführt. Bei Empfangsproblemen wird der Abgleich jede volle Stunde bis 6:00 Uhr wiederholt. Bedienungsanleitung JUNGHANS MEGA, JUNGHANS UHREN GmbH, Schramberg Dadurch beträgt die „Zeitgenauigkeit der Junghans MEGA Funkarmbanduhren ... 1 Sekunde in 1 Million Jahren.“

Das Kaliber ist ein Quarz-Werk vom Typ w605Junghans Werkeliste nach: Lixfeld: Uhrzeiten - Innovationen in Technik und Design, Website Elektrische Uhren. Abgerufen am 12. Februar 2019. mit Quarzzeitbasis 32 kHz und Lichtschranke zur Zeigerkontrolle. Die Energieversorgung kommt von einer Lithium-Knopfzelle Typ CR2016 mit 3 V Nennspannung.

Das 1991 verbaute Quarz-Funkwerk w605 steuert das LCD und das mechanische Zeigerwerk an. Um die analoge Zeitanzeige der Zeiger permanent mit der Digitalzeit des Mikroprozessors zu synchronisieren, nutzt das Kaliber eine integrierte Lichtschrankenkontrolle. Die Zahnräder des Räderwerks sind dazu mit spezifischen Durchbruchsöffnungen versehen, die bei korrekter Zeigerstellung den Lichtstrahl einer Gabellichtschranke freigeben. Erkennt das System eine Abweichung zwischen der mechanischen Radstellung und der internen Digitalzeit im Empfangsregister des Mikroprozessors, korrigiert das Werk die Zeigerstellung automatisch mittels Schrittmotor.

Geschichte Die Entwicklung der Junghans Mega basiert auf einer mehrstufigen Miniaturisierungsstrategie des Herstellers Junghans zur Verwendung der Funkuhrentechnologie im Massenmarkt.

Bereits Mitte der 1980er Jahre arbeiteten die Junghans-Ingenieure an der präzisen Steuerung analoger Zeigerwerke in Funkuhren. Am 9. November 1984 meldeten Jürgen Allgaier, Wolfgang Ganter und Hans Flaig die optoelektronische Zeigerpositionskontrolle zum Patent an.

1985 brachte Junghans die erste funkgesteuerte Tischuhr für den privaten Gebrauch auf den Markt. In den darauffolgenden Groß- und Tischuhrenmodellen kam die zuvor patentierte optoelektronische Zeigerpositionskontrolle erstmals erfolgreich zum Einsatz.

1990 gelang es den Ingenieuren des Herstellers, die Empfangs- und Steuerungstechnik soweit zu miniaturisieren, dass sie in das Gehäuse einer digitalen Armbanduhr passte. In diesem Jahr erschien mit der Junghans Mega 1 die erste Funkarmbanduhr mit rein digitaler Anzeige (LCD).

Im Jahr 1991 folgte mit der Junghans Mega (Modell-Nr. 025/4103) die weltweit erste analog anzeigende Funkarmbanduhr mit klassischen Zeigern. Erst durch diesen Schritt wurde die 1984 patentierte Lichtschrankentechnologie im neu konstruierte Armbanduhr-Kaliber w605 im Armbanduhrensegment serienreif eingesetzt. Diese Uhr wurde von Junghans offiziell MEGA genannt. Zur Unterscheidung von der digitalen Urversion wird dieses Modell in Fachkreisen und Katalogen auch als Junghans Mega 2 bezeichnet.

1994 wurde das Design der Herren-Funkuhr überarbeitet und es gab „wieder eine Premiere: Junghans präsentierte die erste Damen-Funkuhr“ JUNGHANS UHREN GmbH, Schramberg.

2026 stellt die Uhrenfabrik Junghans immer noch Funkuhren des Typs Mega her und die Geschäftsführung will „auch nach wie vor die Funkuhr-Technik“ pflegen.

Einzelnachweise

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