mini|hochkant=0.6|Wappen d. Grafen zu Lynar. mini|hochkant=0.6|Ehefrau Mathilde zu Lynar geb. v. Voß-Groß Gievitz. Portrait: Eduard Magnus. Hermann Rochus Graf zu Lynar-Lübbenau (* 4. Februar 1797 in Dresden; † 31. Dezember 1878 in Lübbenau) warAllgemeine Zeitung-Augsburg. Nr. 5, Augsburg, Sonntag 5. Januar 1879, S. 61. ein deutscher Standesherr und Politiker aus dem Adelsgeschlecht Lynar (gräfliche Linie).

Familie Nach dem Tod des Urgroßvaters Rochus Friedrich zu Lynar teilte sich die ältere, gräfliche Linie von der jüngeren, die später gefürstet wurde. Stammherr der älteren gräflichen Linie war Christian Ernst (* 6. Februar 1742; † 28. April 1784), Großvater von Hermann zu Lynar-Lübbenau. Die Familie residierte auf Schloss Lübbenau und trug zur Unterscheidung den Namenszusatz Lübbenau.

Hermann zu Lynar-Lübbenau war der Sohn des Grafen Rochus August zu Lynar-Lübbenau (1773–1800). Die Mutter Auguste Charlotte heiratete nach dem frühen Tod des Vaters Ferdinand Hans Ludolph von Kielmannsegge. Da der ältere Bruder im Kindesalter starb,August Trinius: Märkische Streifzüge. Band 3, J. C. C. Bruns, Minden i. Westfalen 1887, S. 233. wurde Hermann zu Lynar-Lübbenau Erbe der väterlichen Grafschaft. Mit der Mediatisierung der Herrschaft im Rahmen des Reichsdeputationshauptschlusses wurde er am 4. September 1801 zum Standesherren der Standesherrschaft Lübbenau, Herr auf Groß-Beuchow, Dubrau, Kalkwitz, Groß-Lübbenau, Mlode und Seese.

Hermann zu Lynar-Lübbenau war evangelischer Konfession und heiratete zweimal, aus beiden Beziehungen waren Kinder. Er heiratete zuerst am 1. Oktober 1821 in Groß Gievitz Gräfin Mathilde Sophie Friederike Wilhelmine Henriette von Voss (* 1. Dezember 1803; † 19. Januar 1838), häufiger auch von Voß. Sie war die TochterEinzig vollständiger Stammbaum der Grafen von Voss (Voß) und Voss-Buch, In: Karl Hopf: Historisch-Genealogischer Atlas seit Christi Geburt bis auf unsere Zeit. Band (Abtheilung) I: Deutschland. Band 2, Friedrich Andreas Perthes, Gotha 1861/1866, S. 89. Tafel IV. der Louise geb. von Berg-Schönfeld (1780–1865), Nachfahre war hier Kurd Graf von Berg-Schönfeld, und des Kammerherrn und späteren Gesandten und bevollmächtigten Minister in Neapel, August Ernst von Voß (1779–1832).

Am 11. November 1839 heiratete er dann in Friedersdorf Marie Charlotte von der Marwitz (* 5. März 1821; † 27. Januar 1895), die Tochter des Friedrich August Ludwig von der Marwitz und dessen zweiter Ehefrau Charlotte geb. Gräfin von Moltke (1780–1848). mini|hochkant=0.6|Schloss Lübbenau um 1859/60, Sammlung Alexander Duncker. Der Sohn aus erster Ehe Hermann Maximilian zu Lynar-Lübbenau (1825–1914) folgte ihm als Standesherr. Er war auch Mitglied des Preußischen Herrenhauses. Dessen Sohn Rochus Friedrich zu Lynar (1857–1928) war letzter Standesherr und ebenfalls Mitglied des Herrenhauses; anschließend wurden die Begüterungen alloder Besitz der Grafen Lynar. Der zweite Sohn aus erster Ehe Hermann Albert zu Lynar wurde preußischer Generalleutnant. Bei der Hochzeit der Tochter Mathilde Marie mit Karl Friedrich von der Goltz, Sohn Carl Leopold Eugen von der Goltz, 1860 zu Lübbenau, war Prinz Friedrich Wilhelm von Preussen zugegen.Friedrich Freiherr von der Goltz: Nachrichten über die Familie der Grafen und Freiherrn von der Goltz. Auflagengröße: 250, Band I (Erste Abtheilung), Verlag von R. Schultz & Comp., Strassburg 1885, S. 199. Die Nähe zum Königshaus resultierte aus den Konnexionen der Schwiegermutter Louise von Voß geb. von Berg,Gräfin Elise von Bernstorff geborene Gräfin von Dernath. Aus ihren Aufzeichnungen. Bild aus der Zeit 1789 bis 1833, 2. Auflage, Band 1: 1798 - 1822., Mit: V: Daheim in Berlin. Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1896, S. 70. vor allem von deren Mutter Karoline Friederike von Berg, bzw. aus der Vorgeneration Sophie Marie Gräfin von Voß. mini|hochkant=0.6|Johanniter-Rechtsritterkreuz. Hermann zu Lynar-Lübbenau diente in der preußischen Armee und wurde Rittmeister a. D. 1821 wurde er zum Kammerherren ernannt. Er wurde mit dem Roten Adlerorden 2. Klasse ausgezeichnet. 1870 ist er der dienstälteste Rechtsritter des Johanniterordens, ernannt 1854, Mitglied der Provinzial-Genossenschaft Brandenburg.

Nachmals veröffentlichte das 1879 erstpublizierte Generaladressbuch der Rittergutsbesitzer des Königreiches Preußen, Redaktionsstand 1878, seine Begüterungen, das Schloss Lübbenau mit dazugehörigem Land von 3240 ha, dazu Gross-Lübbenau 678 ha, Klein-Mehso 371 ha, Lichtenau 176 ha, Dubrau 361 ha, Gross-Beucho zu 241 ha, 691 ha in Buckow, 81 ha in Redlitz sowie Seese mit 1159 ha. Hermann Rochus Graf zu Lynar wurde auch als Bauherr tätig und ließ das Herrenhaus Großlübbenau renovieren.P. Fahlisch Das Dorf Großlübbenau (Schluß). In: Friedrich Zillesen, Richard George: Der Bär. Illustrierte Wochenschrift. Geschichte Berlins und der Mark. XIX. Jahrgang, 31, Verlag Fr. Zillesen, Berlin, 29. Juli 1893, S. 370.

Politik Er war Mitglied der Landesdeputation der Niederlausitz und dort 1850 Vorsitzender. Ab 1827 war er Mitglied des Provinziallandtags der Provinz Brandenburg. 1847 war er Mitglied des Vereinigten Landtags, 1848 der vereinigten ständischen Ausschüsse. 1850 gehörte er dem Volkshaus des Erfurter Unionsparlaments an. 1854 bis 1878 war er als erblich Berechtigter für die Standesherrschaft Lübbenau Mitglied im Preußischen Herrenhaus. mini|hochkant=0.6|Kanzel an der südlichen Ecke des Altarraums. Links d. Tafel f. H. R. zu Lynar u. Ehefrauen. An den Grafen H. R. zu Lynar und seine beiden Ehefrauen erinnert eine Tafel neben der Kanzel in St. Nikolai Lübbenau. Nach Fontane war er auch beteiligt an der Erneuerung des Altars in St. Nikolai Spandau. Seine umfangreichen Maßnahmen für Schloss Lübbenau wurden schon zu Lebzeiten u. a. von Alexander Duncker gewürdigt.Vinzenz Czech, Christiane Salge: Lübbenau. In: Peter Michael Hahn, Hellmut Lorenz: Herrenhäuser in Brandenburg und der Niederlausitz. Band 2, Nicolaische Verlagsbuchhandlung Beuermann, Berlin 2000, ISBN 3-87584-024-0, S. 364–371.

Literatur (Auszug) Leopold Freiherr von Zedlitz-Neukirch: NPA-L. Band 3: I - O. Gebrüder Reichenbach, Leipzig 1837, S. 329. Gothaisches genealogisches Taschenbuch der gräflichen Häuser auf das Jahr 1856. Jahrgang 29, Justus Perthes, Gotha 22. September 1855, S. 452–453. Fr. Kortkampf: Preußischer Landtags-Almanach. XI. Legislatur-Periode-1. Session, Mit: Biographische Nachweise . Begründet: Georg Hirth, Selbstverlag Fr. Kortkampf-Verlag der Reichsgesetze, Berlin 1871, S. 57. Edouard-Marie Oettinger, Hugo Schramm-Mac Donald: Moniteur des Dates, contenant un million de renseignements biographiques, généalogiques et historiques. Supplément 1873, Comm. Bernhard Hermann, Leipzig 1873, S. 190. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. 1875. Jahrgang 48, Justus Perthes, Gotha 23. November 1874, S. 522–523. Jochen Lengemann: Das Deutsche Parlament (Erfurter Unionsparlament) von 1850. Ein Handbuch: Mitglieder, Amtsträger, Lebensdaten, Fraktionen. In: Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Thüringen. Große Reihe Band 6, Urban & Fischer, München 2000, ISBN 3-437-31128-X, S. 206–207. Rochus Graf zu Lynar, Lothar Uebel: Die Grafen zu Lynar. Kurze Geschichte einer langen Tradition. (S. 267 gesamt), Hrsg. Gräflich zu Lynarsche Schlossverwaltung, Satz Susanne Nagel VorSatz-Berlin, Druck Arnold-Großbeeren, Bindung Helm-Berlin, Lübbenau 2015, ISBN 978-3-00-050574-4, S. 75–92.

Quellen Stammtafel der Grafen zu Lynar. Geschichte des Grafen Hermann Rochus zu Lynar-Standesherr zu Lübbenau. Vor 1872.Siehe: E. E. Struve (Hrsg.): Neues Lausitzisches Magazin. Band 49-Erste Hälfte. Mit: Nachrichten aus der Gesellschaft (Geschenke an Büchern). Kommission E. Remer-Selbstverlag Hrsg. Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften, Görlitz 1872, S. 152. Theodor Fontane: Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Band 3: Ost-Havelland. Auflage 1873, Verlag Wilhelm Hertz (Bessersche Buchhandlung), Berlin 1873, S. 430–431. Johanniter-Korrespendenz-Nachruf, In: C. Herrlich: Wochenblatt der Joanniter-Ordens-Balley Brandenburg. Jahrgang 20, Nr. 2, Hrsg. Johanniter-Orden, Julius Sittenfeld-Carl Heymanns Verlag, Berlin 8. Januar 1879, S. 7.

Weblinks Schloss Lübbenau/Familienverband: Portrait Schloss Lübbenau/Familienverband: Die Ära von Hermann Rochus Graf zu Lynar in Lübbenau Ancestry.com-Find a Grave: Tafel Hermann Rochus zu Lynar m. Mathilde zu Lynar geb. v. Voß-Groß Gievitz u. Marie Charlotte von der Marwitz Ancestry.com-Find a Grave: Tafel Graf Hermann zu Lynar (1825–1914)

Einzelnachweise

Kategorie:Mitglied des Preußischen Herrenhauses Kategorie:Mitglied des Provinziallandtages von Brandenburg Kategorie:Mitglied des Ersten Vereinigten Landtages für die Provinz Brandenburg Kategorie:Mitglied des Volkshauses des Erfurter Unionsparlaments Kategorie:Kammerherr (Preußen) Kategorie:Rechtsritter (Johanniterorden) Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 2. Klasse Hermann Rochus Hermann Rochus Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1797 Kategorie:Gestorben 1878 Kategorie:Mann