mini|Blick auf den im Frühjahr 2023 eröffneten 3 km langen Abschnitt des RS15 in Mannheim. Im Bild die neue Unterführung an der Straße am Aubuckel. mini|Blick auf die Krefelder Promenade: Hier nur Zeichen 350.1 „Radschnellweg“ als Piktogramm auf der Strecke. Das ist für ein Kfz-Verbot nach StVO nicht ausreichend. Hier dürfen zum Zeitpunkt der Aufnahme kurioserweise auch Kfz fahren. Es fehlt zusätzlich Zeichen 241 „Getrennter Geh- und Radweg“. mini|Im Frühjahr 2019 eröffneter Abschnitt des RS 1 in Mülheim. Die Strecke verläuft hier als Bahnradweg auf der einst zweispurigen Trasse der ehemaligen Rheinischen Bahn. mini|Nicht alles entspricht beim Bau von Radschnellverbindungen in Deutschland den Anforderungen: Beim RS15 in Mannheim wurden diese sehr engen Kurvenradien errichtet. Erstens widersprechen diese sehr engen Radien der angestrebten komfortablen und schnellen Führung des Alltagsradverkehrs auf Radschnellwegen. Zweitens können diese Kurvenradien teilweise noch nicht einmal von gängigen mehrspurigen Fahrrädern gefahren werden. Mehrspurige Lastenräder werden vermutlich teilweise die Mittelinsel überfahren. Auch Radfahrer von „Normalrädern“ schneiden hier teilweise die Kurven.
In dieser Liste werden Erstens fertiggestellte, im Bau oder in Planung befindliche RadschnellverbindungenFaktenblatt "RSV-02 - Formenvielfalt von Radschnellverbindungen" auf fahrradland-bw.de: Fachliche Definition Begriffe "Radschnellverbindung" und "Radschnellweg" auf Seite 1 (abgerufen am 11. Februar 2019). in Deutschland vermerkt. Auch konkrete Projektideen, die vor Ort bereits in Politik und Gesellschaft diskutiert wurden, können hier genannt werden. Merkmale einer Radschnellverbindung können dem Artikel Radschnellweg entnommen werden.
Zweitens werden hier auch Projekte mit einem reduzierten Querschnitt im Vergleich zur Radschnellwegen gelistet. Relevant sind Projekte, bei denen das Hauptmerkmal einer Radschnellverbindung, das direkte zügige Radfahren im Alltag über längere Distanzen (5 km bis 15 km), planerisch als Kerngedanke des Projekts umgesetzt wurde bzw. werden soll. Die folgenden Kriterien werden hierbei in Anlehnung an die Pendler-Radrouten in Rheinland-Pfalz zugrunde gelegt:
Verbindung bedeutender Quellen und Ziele auf Hauptverkehrslinien des Alltagsradverkehr durchgängige direkte Routen- bzw. Projektplanung auf Hauptverkehrslinien des Alltagsradverkehrs oder zumindest multifunktionaler Projektansatz Alltag- und Freizeitradverkehr mit mindestens 5 km linearer Routenlänge durchgängig alltagstaugliche Oberfläche (in der Regel Asphalt oder auch Beton) möglichst durchgängiger Einsatz von für den Radverkehr komfortablen und sicheren Führungsformen wie breiten baulichen Radwegen, geräumigen Radfahrstreifen, oder geschützte Radfahrstreifen mit Zeichen 237, 240 oder 241, Fahrradstraßen oder zumindest gut ausgebauten Wirtschaftswegstrecken. alltagstauglich befestigte Breite im Zweirichtungsradverkehr von in der Regel 3 m Breite (mindestens aber 2,5 m) zügiges Radfahren durch geringe oder keine Wartezeiten an Knotenpunkten (Vorrang per Verkehrszeichen, entsprechende Schaltungen an Ampeln, Einsatz von Brücken oder Unterführungen usw.)
In Hessen gibt es hier den vereinfachten Streckentyp der „Raddirektroute“. Teilweise wird auch der Begriff „Radvorrangroute“ genutzt. In Bremen wird der Begriff „Premiumroute“ verwendet.
Die Liste ist nach Bundesländern sortiert. Grenzüberschreitende Routen können doppelt gelistet werden. Bundesländer mit einer höheren Anzahl an Projekten, wie Baden-Württemberg, sind in extra Listen ausgelagert.
Alle in Betrieb befindlichen Abschnitte von Radschnellverbindungen bundesweit sollten Stand Januar 2026 weitgehend vollständig enthalten sein (grün hinterlegt).
Stand Januar 2026 sind in Deutschland 68 km Teilstücke von Radschnellverbindungen in OpenStreetMap erfasst. Diese Wegteile sind in Betrieb. Es handelt sich dabei um die Summe der Teilstrecken, die in der Karte rechts im Artikel dargestellt werden. Diese Stücke sind in Openstreetmap in Deutschland mit dem Schlüssel „cycle_highway“ bzw. als eigene „Relation“ erfasst.
Hinsichtlich der Projekte dürfte die Liste Stand Januar 2026 bundesweit weitgehend vollständig sein. Überschlägig gerechnet finden sich Stand Anfang 2026 etwa 2100 km Radschnellverbindungen und radschnellwegähnliche Routen in der Planung. Dabei wurden die Pendler-Radrouten in Rheinland-Pfalz mit berücksichtigt. Ferner wurde die Mehrzahl der Projekte in Berlin, die Stand 2026 nicht weiter verfolgt werden, weg gelassen.
Verkehrszeichen Radschnellweg
Zur Kennzeichnung von Radschnellverbindungen wurde im Jahr 2020 in der deutschen StVO das Zeichen 350.1 „Radschnellweg“ eingeführt. Mit Zeichen 350.2 kann das Ende einer Radschnellverbindung angezeigt werden. Das Verkehrszeichen ist lediglich ein Hinweiszeichen. Es besitzt keine weitere Rechtskraft und wird so in der Regel mit anderen Verkehrszeichen für die Führungsformen des Radverkehrs kombiniert.
Nutzerzahlen
Beispielsweise heißt es in den Qualitätsstandards und Musterlösungen für das Radnetz Hessen:
Übersteigt die prognostizierte Zahl der Nutzenden den Wert von 2.000 Radfahrenden an einem Werktag auf dem überwiegenden Teil der Gesamtstrecke, so soll die Verbindung als Radschnellverbindung ausgebaut werden. Bei einem Nutzerpotential von 1.500 – 2.000 Radfahrenden pro Werktag wird der Ausbau nach den Qualitätsstandards für Raddirektverbindungen empfohlen.
Die Hessischen Qualitätsstandards beziehen sich u. a. auf die Regelwerke der FGSV im Bereich Radschnellverbindungen (H RSV, Hinweise zu Radschnellverbindungen und Radvorrangrouten).
Reale Dauerzählungen auf den bestehenden Radschnellwegabschnitten gibt es Stand Februar 2026 bundesweit nur sehr wenige. Soweit bekannt werden Zählungen in der Spalte Beschreibung mit vermerkt.
Baden-Württemberg In Baden-Württemberg bestehen zahlreiche Projekte zum Thema Radschnellverbindung. Diese Projekte sind in der Liste Radschnellwege in Baden-Württemberg zusammengefasst.
Bayern 2023 wurde auf Landesebene ein „Ausbauplan Radschnellverbindungen“ verabschiedet. Der Ausbauplan ist Bestandteil des Bayerischen Radgesetz (BayRadG). Alle im Ausbauplan gelisteten Routen sind unten in den Tabellen zu finden. Im Ausbauplan genannte Standards:
Länge von mindestens 5 km Prognostiziertes Potential von mindestens 2000 Radfahrten Breite von 4 m im Zweirichtungsverkehr und 3 m im Einrichtungsverkehr bauliche Trennung von anderen Verkehrsteilnehmern Kreuzungspunkte mit Vorrangschaltungen oder verkürzten Wartezeiten durchgängiger Betriebsdienst (inklusive Winterdienst)
Der Metropolradweg Bamberg–Nürnberg ist als Radvorrangroute ein regionales Projekt mit abweichenden, niedrigeren Streckenstandards.
Region München In der Metropolregion München sollten insgesamt sechs Radschnellwege geplant und gebaut werden. Die Planung von vier Strecken ist bereits beschlossen. Es sind nicht nur Verbindungen vorgesehen, die aus der Peripherie in die Stadt München führen, sondern auch Querverbindungen.Landratsamt München: Radschnellverbindungen im Münchener Umland vom 14. Juni 2013, aufgerufen am 9. Mai 2015Neue Radwege, Rennstrecken für Fahrradpendler vom 6. Mai 2015, 16:39 Uhr, aufgerufen am 9. Mai 2015 der Stadt Garching, aufgerufen am 9. Mai 2015 Ein Vorschlag für einen ersten Radschnellweg wurde 2014 vom ADFC München erarbeitet und veröffentlicht.ADFC München: Radschnellweg München Nord – Hauptbahnhof aufgerufen am 16. Februar 2018
Der Radschnellweg Garching – München ist die Pilotstecke für die Region München. In einer 2014–2015 erarbeiteten Potentialanalyse wurden 14 Routenkorridore aus dem Umland nach München identifiziert.
Der 2023 verabschiedete „Ausbauplan Radschnellverbindungen“ auf Landesebene listet für die Region München sechs Projekte mit zusammen 108 km Länge.
Name Kürzel Länge Streckenverlauf Stand BeschreibungBildRSV München Garching/Unterschleißheim (Münchner Radschnellweg) - 23,3 km Garching Forschungszentrum – Unterschleißheim – München Drei Abschnitte mit insgesamt 6,7 km Länge in Betrieb. Der Radschnellweg soll das Garchinger Forschungszentrum und Unterschleißheim nach München hin besser für den Radverkehr erschließen. Die Kosten werden auf 34 Millionen Euro geschätzt.rahmenlosin PlanungRSV München – Dachau -19,2 kmMünchen – Karlsfeld – Dachau in Planung Machbarkeitsstudie erstellt; Potenzial von 4000 Fahrradfahrten pro Tag. Strecke findet sich im Ausbauplan Radschnellverbindungen.RSV München – Starnberg -29,6 kmMünchen – Planegg – Gauting – Starnberg Projekt pausiert seit 2022 auf unbestimmte Zeit, da drei Kommunen nicht zugestimmt haben.Machbarkeitsstudie erstellt; Potenzial von 5200 Fahrradfahrten pro TagRSV München – Unterhaching -6,4 kmMünchen – Unterhaching – (Oberhaching) in Planung Machbarkeitsstudie erstellt. Strecke findet sich im Ausbauplan Radschnellverbindungen (allerdings nur bis Unterhaching).RSV München – Planegg - 14,1 kmMünchen – Planeggin Planung Strecke findet sich im Ausbauplan Radschnellverbindungen.RSV München – Eichenau - 20,1 kmMünchen – Eichenau – (Fürstenfeldbruck)in Planung Machbarkeitsstudie erstellt. Strecke findet sich im Ausbauplan Radschnellverbindungen (allerdings nur bis Eichenau).RSV München – Markt Schwaben -25,3 kmMünchen – Markt Schwaben in Planung Machbarkeitsstudie erstellt, Beschlüsse im Ausschuss des Stadtrats München und im Kreistag Landkreis München zur Konkretisierung der Planung liegen vor.Süddeutsche Zeitung, 19. Juli 2021: Radschnellweg in Richtung Osten Strecke findet sich im Ausbauplan Radschnellverbindungen.
Region Nürnberg
In der Städteachse um Nürnberg wurde nach Ideen der lokalen ADFC-Kreisverbände aus dem Jahr 2013/2014Radschnellwege in der Metropolregion Nürnberg im Juli 2015 eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die aus einem Netz möglicher Trassen die Varianten herausarbeiten soll, die für Radschnellverbindungen im eng vernetzten Bereich der Städte Nürnberg, Fürth, Erlangen, Schwabach und Herzogenaurach besonders geeignet sind. Folgende Streckenkorridore untersucht:Metropolregion Nürnberg: Machbarkeitsstudie Radschnellverbindungen (Stand August 2017) auf nuernberg.de – abgerufen am 10. Februar 2018
Der 2023 verabschiedete „Ausbauplan Radschnellverbindungen“ auf Landesebene listet für die Region Nürnberg sechs Projekte mit zusammen 67 km Länge.
Der Metropolradweg Bamberg – Nürnberg ist ein regionales Projekt, was fachlich als Radschnellverbindung mit Standard als Radvorrangroute geplant wird.