Die Wirtschaftsgeschichte der Ming-Dynastie (1368 bis 1644) war geprägt durch Isolation von der Außenwelt. Der Handel mit Ausländern wurde komplett eingestellt und bei Zuwiderhandlung wurden Strafen verhängt. Nach Naturkatastrophen wurden Teile des Landes von Hungersnöten heimgesucht. Kriege mit den Mongolen und daraus resultierende Ausbeutung behinderte die wirtschaftliche Entwicklung. Das Kaiserreich versuchte, sich auf den Anbau und die Produktion von Tee, Baumwolle, Seide und Porzellan zu konzentrieren. Gegen Ende der Ming-Dynastie fing die Wirtschaft an aufzublühen, und insbesondere die Porzellan-Herstellung (Ming-Vasen) erreichte neue Höhepunkte. Erst 1540 wurde China in das internationale Handelsnetz miteinbezogen.

Agrarwirtschaft China war zu Anfang der Ming-Dynastie durch Mongolenausbeutung und Kriegszerstörung völlig zerrüttet. Das Huai-Tal hat durch Aufstände schwer gelitten, Landstriche in Anhui waren total entvölkert und Felder, Dämme und Kanäle verwahrlost. Unter der Herrschaft von Hongwu, dem ersten Kaiser der Ming-Dynastie, fand zwischen 1370 und 1398 der Wiederaufbau statt. Es wurden große Fortschritte in Sachen Bewässerung, Wiedererschließung von Anbauflächen und der Wiederaufforstung gemacht. In vielen Provinzen wurden unzählige große und kleine Bewässerungs- und Flussregulierungsprojekte verwirklicht. Im Jahr 1395 wurden insgesamt rund 40.000 Wasserreservoirs ausgebessert oder neu angelegt. Große Flächen wurden neu gebaut und verwüstete Zonen durch Bevölkerungsumsiedlungen systematisch neu besiedelt. Siedler erhielten große Landzuteilungen und bekamen staatliche Hilfeleistungen und Steuerfreiheit.

Die größte Leistung wurde im Bereich der Wiederaufforstung gebracht. Es wurden über 50 Millionen Sterkulien, Palmen und Lackbäumen in Nanking angebaut mit dem Ziel, im 15. Jahrhundert eine Hochseeflotte für Expeditionen zu bauen. Diese angepflanzten Bäume wurden später tatsächlich dafür verwendet. Ab 1392 kam es zu Regelungen für Familien, welche verpflichtet wurden, Nutzbäume anzupflanzen, um den Bedarf an Nahrung zu stillen. Insgesamt wurden nach Schätzungen der Historiker ca. 1 Mrd. Bäume in der Hongwu-Ära angepflanzt. Das wichtigste Ziel Hongwus war es, autarke Dörfer zu erschaffen, um Ungleichheiten des ökonomischen Marktes auszumerzen. Ebenso sollte sich das Militär selbst versorgen können.

Neben vielen landwirtschaftlichen Fortschritten machte Hongwu die wohlhabendsten Familien jeder Gegend zu Steuereintreibern, diese trieben Steuern ein. Die Agrarsteuer in der Ming-Zeit war recht gering, nicht mehr als 5–10 % der Erträge, wobei keine davon an das Militär ging, da diese sich selbst versorgen sollten.

In der Ming-Dynastie fand außerdem die strukturelle Reorganisation der ländlichen Gesellschaft statt mit zahlreichen Umsiedlungen, um die Produktion anzukurbeln. Für den Neuanfang erhielten die Bauern Werkzeuge und die Arbeitstiere wurden einige Jahre von Steuern befreit. Durch diese Maßnahmen beschleunigte sich der demographische Wandel und dennoch hielt die Ming-Regierung bis zum Ende der Dynastie an den von Hongwu festgelegten Steuerregistern fest. Lokale Beamte scheuten sich, die neuen Bevölkerungszahlen anzugeben, und lokale Abgaben reichten nicht mehr aus, um wachsende administrative Aufgaben zu bezahlen. Es wurden außergesetzliche Abgaben von den Beamten eingefahren, was zur Korruption führte. Noch dazu zeigte die Versorgung des Militärs Schwächen im System Hongwus auf. Durch Kürzungen musste das Militär sich selbst versorgen und den Soldatenfamilien wurde Farmland für ihren Unterhalt zugeteilt. Unter Nachfolgern von Hongwu konnte sich die Armee nicht mehr tragen und die Soldaten, die keinen Sold erhielten, desertierten und verkauften ihr Land. Andererseits hatten auch andere Landesteile ähnliche Versorgungsprobleme. Sie waren zunehmend auf Getreidelieferungen von anderen Gebieten angewiesen. An der Südostküste stand kaum noch kultivierbares Land zur Verfügung. Das Jangtse-Delta hatte sich zum Seiden- und Baumwollerzeugungszentrum entwickelt, was zur Folge hatte, dass der Anbau von Grundnahrungsmitteln vernachlässigt wurde, diese mussten dann aus den zentralchinesischen Provinzen eingeführt werden. Das galt ebenso für Fujian, wo die landwirtschaftliche Produktion sich auf Tabak und Zuckerrohr konzentriert hat. Trotz der Unterversorgung hatte der dadurch entstandene Agrarhandel seine Vorteile. Er unterstützte das Bevölkerungswachstum, sowohl in den Anbauzentren als auch in den Empfängerregionen.

Die wachsenden Erträge und die Wiederbelebung des Fernhandels förderten Spezialisierungen in der Landwirtschaft. Fujian war auf Reisimporte angewiesen, um die Bevölkerung zu ernähren, da sie wie bereits erwähnt hauptsächlich Verkaufsgüter anpflanzten. Jiangan spezialisierte sich hierbei auf Seidenraupenzucht und Baumwollverarbeitung, wobei Fujian hauptsächlich Tee, Zucker und Keramiken produzierte. Ländliche Haushalte in Shaoxing fingen an, Reiswein zu brauen. Diese entwickelten eine Marke im 18. Jahrhundert, die die nationalen Märkte dominierte. Hierfür wurde extra hochglutenhaltiger Reis angebaut.

Durch die hohe Nachfrage nach Silber und die damit verbundene Einrichtung von Handelsposten für Silber in China, kam ein großer Strom an neuem Geld. Dies veränderte die Landwirtschaft im südlichen Fujian, welches direkt mit dem Überseehandel verbunden war. Es wurden immer mehr „cash crops“ wie Tabak und Zucker angebaut und der Reisanbau vernachlässigt. Ebenso wurde im Perlflussdelta der Reisanbau aufgegeben und stattdessen Maulbeere und Zuckerrohr angepflanzt. Durch diese Veränderung war die Region ab dem Jahr 1600 auf Reisimporte angewiesen. Ebenfalls veränderten sich die Anbautechniken während des 17. Jahrhunderts. Agrarwirtschaftliche Erfolge wurden in Büchern, wie dem Tiangong Kaiwu, niedergelegt, welche die gesamten Techniken der Landwirtschaft beinhaltete.

Produzierendes Gewerbe Textil Der Anbau von Baumwolle verbreitete sich vom Jangtse-Delta in das Landesinnere. Ab dem 14. Jahrhundert haben Haushalte in landwirtschaftlichen Gebieten erhöhtes Einkommen mit dem Verkauf von Baumwolle. In städtischen Gebieten entstanden Webereien. Außerhalb der Städte wurde weiterhin die Baumwolle per Hand gesponnen. Die Nachfrage nach Textilien stieg aufgrund von stabilen Preisen. Die Produktion entwickelte sich allerdings nicht über eine handwerkliche Herstellung hinaus, da Arbeitskräfte günstig waren. Suzhou entwickelte sich als Zentrum für Seidenherstellung und für den nationalen Handel.

Buchdruck Während der Zeit der Ming-Dynastie existierten mehr gedruckte Bücher als im Rest der Welt zusammen. In den vorherigen Dynastien wurden Texte hauptsächlich handschriftlich verbreitet. Im 16. und 17. Jahrhundert fand eine mediale Revolution statt. Aufgrund der Durchsetzung des Buchdruckes wurden Bücher sehr günstig. Es wurden Enzyklopädien, Reiseführer, Romane und Novellen in großer Anzahl gedruckt. Auch über soziale Missstände handelten Bücher von privaten Verlegern.

Pfannen Eisenpfannen in der Ming-Dynastie waren namhaft und wurden für ganz China und Zentralasien produziert. Die Pfannen wurden sogar über die Meere exportiert.

Porzellan Während der Ming-Dynastie wurde das Porzellan in der Provinz Jianxi produziert. Kaolin wurde mit Feldspat und Quarz zusammengemischt und bei 1400 Grad Celsius im Ofen gebacken. Es bekam eine weiße Farbe und wurde steinfest. Deswegen wurde es als weißes Gold bezeichnet. Selbst Stahl konnte dieses Porzellan nicht zerkratzen. In der Stadt Jingdezhen wurden prächtige Brennöfen gebaut, um hohe Stückzahlen an Porzellan zu produzieren.

Die Nachfrage nach Porzellan wuchs. Porzellan wurde nicht mehr nur von Reichen und Personen in gehobenen Kreisen gekauft, sondern von einfachen Bürgern als eine Art Rücklage. Zu dieser Zeit lebte der italienische Missionar Matteo Ricci in Nanjing. In Europa wurde das Porzellan durch Menschen, die China besuchten, bekannt und galt als ein umwerfend hochwertiges Schmuckstück.

Handel Die Anfänge des 14. Jahrhunderts waren geprägt von diversen Naturkatastrophen wie Flussübertritte und Missernten, woraufhin weitverbreitete Hungersnöte folgten. Die Pest hatte die Seidenstraße verseucht, sodass der Handel mit dem Westen versiegte.

Isolationismus unter Kaiser Hongwu (1368–1398) Zu Beginn der Ming-Dynastie kam es unter Kaiser Hongwu zu einer Phase des Isolationismus. Nach konfuzianischer Ansicht wurde Handel als parasitär angesehen und sollte reduziert werden. Im Zuge dessen kontrollierte die Regierung den Binnenhandel durch staatliche Monopole sowie Preiskontrollen. Weiterhin waren Reisen ab einer Distanz von mehr als 30 Meilen (ca. 48 km) nur mit einer offiziellen Genehmigung gestattet. Da aber ländliche Regionen unter Nahrungsmittelknappheit litten, führte der Kaiser im Rahmen seiner Preispolitik ein Wertmarkensystem ein, welches die Versorgung dieser Gebiete mit Reis sichern sollte: Händler, die Getreide oder Reis nach Shanxi brachten, erhielten im Gegenzug Wertmarken für Salz, die sie bei der Regierung eintauschen konnten. Das Salz konnte gewinnbringend weiterverkauft werden und damit blieb das Preisniveau stabil. Da der Kaiserhof sämtliche Kontakte mit dem Ausland kontrollieren wollte, wurde der bis dato von privaten Kaufleuten geführte Außenhandel verboten. Zwischen 1370 und 1450 wurde dieses Gesetz immer weiter verschärft, bis die im 12. Jahrhundert begonnene Wende nach innen abgeschlossen wurde. Auf jegliche ungenehmigte Reisen ins Ausland wurde die Todesstrafe verhängt.

Statt dem Handel sollte die Agrarwirtschaft gefördert werden und Agrarsteuern die einzige Staatseinnahmequelle darstellen. Die Bevölkerung hatte die Möglichkeit, diese Abgaben in Form von Gütern wie zum Beispiel Reis zu leisten. Einzelne Gemeinden im Reich sollten weitestgehend autark sein. Infolgedessen errichteten viele Dorfgemeinschaften eigene Getreidespeicher, um für Notzeiten vorzusorgen.

Im Zeitraum zwischen 1376 und 1395 erließ Kaiser Hongwu die sogenannten Luxusgesetze, welche den Handel von Gütern wie unter anderem Seide, Kristalle, Edelsteinen und Dufthölzern regulierten. Außerdem gab es den Versuch, Silber als die bis dahin übliche Währung durch Papiergeld zu ersetzen, was 1425 aufgrund einer Inflation wieder revidiert wurde.

Küstenprovinzen, die sich bisher durch Außenhandel schneller entwickelt hatten als Provinzen im Inland wurden nicht gefördert, da alle Provinzen wirtschaftlich auf demselben Niveau stehen sollten.

Handel zu Wasser unter Yongle (1402–1424) Nachdem Kaiser Yongle zu Beginn des 15. Jahrhunderts die Hauptstadt in den Norden nach Peking verlegte, war der Kaiserkanal wieder stark frequentiert und der Binnenhandel nahm zu. Bis zu 12.000 Schiffe transportierten Steuerabgaben auf dem Kanal, hinzu kamen zahlreiche private Boote.

Der Kaiser entsendete seinen engsten Vertrauten, den aus Yunnan stammenden muslimischen Admiral Zheng He (1371–1433), um in seinem Auftrag insgesamt 7 Seefahrten zwischen 1405 und 1433 zu unternehmen. Diese Reisen waren vor allem diplomatischer Natur und sollten die gewaltige Militärflotte Chinas präsentieren. Ein weiteres Ziel bestand darin, die Anerkennung anderer Herrscher zu gewinnen, weshalb Zheng He wertvolle Geschenke mit sich führte. Die Flotte bestand aus 317 Schiffen, davon 62 „Schatzschiffe“, die indische Baumwolle, Gewürze, Löwen und Giraffen in das Kaiserreich brachten. Mit einer Kapazität von 20.000 bis 32.000 Mann sowie 3000 Tonnen Ladekraft war China zu dieser Zeit die größte maritime Macht der Welt. Die spanische Armada besaß 137 Schiffe und Kolumbus stach mit nur 3 Schiffen in See. 1430 erfolgte mit offizieller Einstellung der staatlichen Schifffahrt das Ende des „Zeitalters der chinesischen Seefahrt“.