Till Raether (* 15. Februar 1969 in Koblenz) ist ein deutscher Schriftsteller, Journalist und Kolumnist.
Leben Till Raether war zehn Jahre alt, als sich seine Eltern trennten.T. Raether: Bin ich schon depressiv, oder ist das noch das Leben? Hamburg 2021, S. 53. Zusammen mit seiner jüngeren Schwester wuchs er danach bei seiner Mutter in Berlin-Zehlendorf auf.T. Raether: Bin ich schon depressiv, oder ist das noch das Leben? Hamburg 2021, S. 53, 58, 102. Er ist Absolvent der Deutschen Journalistenschule in München. Er studierte Amerikanistik und Geschichte an der Freien Universität Berlin und an der Tulane University in New Orleans. 1999 wurde er Redakteur der Zeitschrift Brigitte.T. Raether: Bin ich schon depressiv, oder ist das noch das Leben? Hamburg 2021, S. 65.
Von 2002 bis 2005 war er stellvertretender Chefredakteur der Zeitschrift Brigitte. Er arbeitet als freier Journalist und Kolumnist unter anderem für Brigitte, das SZ-Magazin und Merian und ist Autor mehrerer Kriminalromane. Sein Roman Blutapfel wurde von Markus Imboden mit Milan Peschel und Emily Cox fürs ZDF unter dem Titel Danowski – Blutapfel verfilmt. Sein Roman Neunauge wurde von Jonas Grosch fürs ZDF verfilmt und hatte 2025 auf dem Deutschen Fernsehkrimi-Festival in Wiesbaden Premiere. Sein Buch Bin ich schon depressiv, oder ist das noch das Leben? stand im Frühjahr 2021 mehrere Wochen auf der SPIEGEL-Bestseller-Liste (Paperback Sachbuch) und erreichte dort Platz 7.
In einem Beitrag für das SZ-Magazin im Kontext der Black-Lives-Matter-Bewegung 2020 kritisierte Raether, dass deutsche Krimiserien ein einseitig positives Bild von Polizisten vermitteln würden. Er plädierte dafür, Gewalt und Rassismus in der Polizei häufiger darzustellen, und kündigte an, in seinen Kriminalromanen mehr von der „Lebensrealität der Marginalisierten“ zu erzählen. Der Focus-Kolumnist Jan Fleischhauer kritisierte den Artikel mit dem Argument, Krimiserien würden Zuschauer dann lehren, „stärker wie Drogenhändler und Mörder zu denken, schauen und fühlen“.
2021 erschien der Roman Treue Seelen, der 1986 in Berlin vor dem Mauerfall spielt. Raether war im Juni 2022 Gründungsmitglied des PEN Berlin.
Raether lebt in Hamburg.T. Raether: Bin ich schon depressiv, oder ist das noch das Leben? Hamburg 2021, S. 83. Er hat zwei Kinder.
Werk Der kleine Beziehungsberater. Wunderlich, Hamburg 2001, ISBN 3-8052-0680-1. Das Leben ist nur eine Phase. Piper, München 2007, ISBN 978-3-492-27128-8. mit Stephan Bartels: Männergefühle. Fischer, Frankfurt 2011, ISBN 978-3-596-19239-7. Treibland. Rowohlt, Hamburg 2014, ISBN 978-3-499-26670-6. Blutapfel. Rowohlt, Hamburg 2015, ISBN 978-3-499-26671-3. Fallwind. Rowohlt, Hamburg 2016, ISBN 978-3-499-27201-1. Neunauge. Rowohlt, Hamburg 2017, ISBN 978-3-499-29149-4. Unter Wasser. Rowohlt, Hamburg 2018, ISBN 978-3-499-29150-0. Ich werd dann mal...: Nachrichten aus der Mitte des Lebens. Rowohlt, Hamburg 2019, ISBN 978-3-499-27605-7. Bin ich schon depressiv, oder ist das noch das Leben? Rowohlt, Hamburg 2021, ISBN 978-3-499-00530-5. Treue Seelen. btb, München 2021, ISBN 978-3-442-75855-5. Danowski: Hausbruch. Rowohlt, Hamburg 2021, ISBN 978-3-499-00534-3. Die Architektin. btb, München 2023, ISBN 978-3-442-75927-9. Hab ich noch Hoffnung, oder muss ich mir welche machen? Rowohlt, Hamburg 2023, ISBN 978-3-499-01186-3. Danowski: Sturmkehre. Rowohlt, Hamburg 2024, ISBN 978-3-499-01240-2. Drinnen: Vom Einziehen und Ankommen. Arche, Hamburg 2024. ISBN 978-3716000212 Disko. btb, München 2025. ISBN 978-3-442-75926-2. Meeresdunkel. Rowohlt, Hamburg 2026, ISBN 978-3-499-01719-3.
Preise und Nominierungen
2015: Danowski: Treibland nominiert für den Friedrich-Glauser-Preis als bester Kriminalroman 2018: „Brutal schön“, Süddeutsche Zeitung Magazin, ausgezeichnet mit dem Deutschen Preis für Denkmalpflege als beste journalistische Arbeit des Jahres. 2019: Danowski: Unter Wasser nominiert für den Friedrich-Glauser-Preis als bester Kriminalroman 2020: „Die große Schwester: Eine Wiederbegegnung mit Christiane F.“ Shortlist für den Michael-Althen-Preis als beste Kulturkritik 2023: Die Architektin ausgezeichnet mit dem Hamburger Literaturpreis als "Buch des Jahres" 2025: Danowski: Sturmkehre mit dem Friedrich-Glauser-Preis als bester Kriminalroman des Jahres ausgezeichnet. 2025: "Modalverben" ausgezeichnet mit einem Hamburger Literaturpreis in der Kategorie "Lyrik, Drama, Experimentelles"
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Journalist (Deutschland) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Kriminalliteratur Kategorie:Mitglied im PEN Berlin Kategorie:Schriftsteller (Hamburg) Kategorie:Träger des Hamburger Literaturpreises Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1969 Kategorie:Mann