Susanne Keuchel (* 11. November 1966 in Ratingen) ist eine deutsche Musik- und Kulturwissenschaftlerin. Sie ist Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Genshagen und hat zahlreiche Publikationen zur Kulturforschung und kulturellen Bildung herausgegeben. Von März 2019 bis März 2022 war sie Präsidentin des Deutschen Kulturrates.Deutscher Kulturrat Pressemitteilung vom 24. März 2022: Neuer Vorstand gewählt: Christian Höppner, Boris Kochan und Dagmar Schmidt, abgerufen am 25. März 2022
Leben und Schaffen Keuchel studierte Musikwissenschaft, Germanistik und Soziologie an der Universität Bonn und an der Technischen Universität Berlin. Sie promovierte 1999 bei Helga de la Motte in Berlin zum Thema „Audiovisuelle Musikrezeption im Spielfilm“. Von 1993 bis 2013 war sie als Wissenschaftlerin im Zentrum für Kulturforschung in Bonn tätig, zuletzt von 2009 bis 2013 als geschäftsführende Direktorin.
Von 2013 bis 2024 war sie Direktorin der Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRWhttps://www.kubi-online.de/autorinnen/keuchel-susanne, von 2018 bis 2024 Vorsitzende der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung. sowie von 2019 bis 2022 Präsidentin des Deutschen Kulturrates.Deutscher Kulturrat Pressemitteilung vom 20. März 2019: Deutscher Kulturrat: Neuer Vorstand gewählt, abgerufen am 20. März 2019 Außerdem war sie Vorsitzende des Instituts für Bildung und Kultur (ibk).
Am 11. März 2024 bestellten die Kuratoriumsmitglieder der Stiftung Genshagen mit Wirkung zum 1. April für die Dauer von fünf Jahren Keuchel zum Geschäftsführender Vorstand Kunst- und Kulturvermittlung in Europa.https://www.stiftung-genshagen.de/kuratorium-bestellt-vorstand-mit-laschet-keuchel-und-koopmann/https://www.stiftung-genshagen.de/ueber-uns/gremien/
Susanne Keuchel war in ihrer Funktion als Direktorin der Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW Mitbegründerin des Netzwerks „European Network of Observatories“ (ENO) und vertritt diese als Teil des nationalen „Observatory for Arts and Culture Education“ unter Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO-Kommission. Ziel des europäischen Netzwerks ist es, den Austausch sowie gemeinsame Forschungsaktivitäten im Feld der kulturellen Bildung anzuregen und auszubauen, so beispielsweise ein Monitoring für die nationalen kulturellen Bildungssysteme in Europa zu entwickeln. Dabei war sie ab 2022 Vorstandsmitglied im ENO-Netzwerk.
Susanne Keuchel ist Honorarprofessorin am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheimhttps://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/universitaet-hildesheim-verleiht-honorarprofessur-an-dr-susanne-keuchel/ sowie Dozentin an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Hamburg.
Ihre Arbeitsschwerpunkte und Publikationsthemen sind neben der empirischen Kulturbesucherforschung die Anwendung neuer Technologien im Kulturbereich, die kulturelle Bildung und Diversität. Susanne Keuchel ist unter anderem Autorin der Bücher „Kulturelle Bildung in der Ganztagsschule“ und „Das 1. InterKulturBarometer“ sowie der Reihe „JugendkulturBarometer“. Sie ist zudem Herausgeberin der neuen Reihe „Perspektivwechsel Kulturelle Bildung. Fachdiskurs. Fortbildung. Forschung“ im transcript Verlag.
Publikationen (Auswahl)
Das Auge hört mit ... Rezeptionsforschung zur klassischen Musik im Spielfilm. Bonn, 2000 Trotz Fleiß keinen Preis II. Frauen in der individuellen Künstlerförderung. Bonn, 2001 Rheinschiene – Kulturschiene. Mobilität – Meinungen – Marketing. Bonn, 2003 Kulturelle Bildung in der Ganztagsschule. Eine aktuelle empirische Bestandsaufnahme. Bonn, 2007 Das 1. InterKulturBarometer. Migration als Einflussfaktor auf Kunst und Kultur. Köln, 2012 Kirchenmusik-Studie. Bonn, 2016 Wertewandel in der Kulturellen Bildung. Bielefeld, 2017 Künstlerisch-pädagogische Weiterbildungen für Kunst- und Kulturschaffende. Innovative Ansätze und Erkenntnisse. Band 1 Praxis. Wiesbaden, 2018 Gesellschaftspolitische Dimensionen der Kulturellen Bildung. Bielefeld, 2020
Aufsätze und Fachbeiträge (Auswahl)
Different Definitions and Focus on Arts Education. An Explorative International Empirical Study. In: Aud Berggraf Sæbø (Hrsg.): International Yearbook for Research in Arts Education – Volume 4 (2016). Waxmann, New York/Münster 2016, ISBN 978-3-8309-3430-1. Arts Education. In: Andreas Wiesand (Hrsg.): Culture and Human Rights – The Wroclaw Commentaries. De Gruyter/ARCult Media, New York/Berlin 2016. Ökonomisches Prinzip und globale Märkte. Zum Einfluss der Ökonomisierung auf (kulturelle) Bildung. In: Gerd Taube, Max Fuchs, Tom Braun (Hrsg.): Handbuch Das starke Subjekt. Schlüsselbegriffe in Theorie und Praxis. kopaed, München 2017, ISBN 978-3-86736-450-8, S. 209–224. International Comparison in Arts Education Research – Recommendation for Mapping, Monitoring or Benchmarking in Future Steps In: Teunis IJdens, Ben Bolder, Ernst Wagner (Hrsg.): International Yearbook for Research in Arts Education 5/2017. Arts Education around the World: Comparative Research Seven Years after the Seoul Agenda. Waxmann, Münster 2018, Vol. 5. (zus. mit Nadine Rousseau): Diversitätsbewusste Kulturelle Bildung. Kulturpädagogische Grundlagen für neue Herausforderungen in einer heterogenen Gesellschaft. In: Susanne Keuchel, Bünyamin Werker (Hrsg.): Künstlerisch-pädagogische Weiterbildungen für Kunst- und Kulturschaffende. Innovative Ansätze und Erkenntnisse. Band 1 Praxis. Springer VS, Wiesbaden 2018, ISBN 978-3-658-20710-6, S. 229–252. Theoretical Concepts of the Migration Phenomenon Within the Professional Discourse of Arts Education in Germany. In: Ligia Ferro, Ernst Wagner, Luisa Veloso, Teunes IJdens, Joao Teixeira Lopes (Hrsg.): Arts and Cultural Education in a World of Diversity. ENO Yearbook 1. Yearbook of the European Network of Observatories in the Field of Arts and Cultural Education (ENO), 2019 Postdigitale kulturelle Jugendwelten: Zentrale Ergebnisse der quantitativen Forschung. In: Susanne Timm, Jana Costa, Claudia Kühn, Annette Scheunpflug (Hrsg.): Kulturelle Bildung. Theoretische Perspektiven, methodologische Herausforderungen und empirische Befunde. Waxmann, Münster 2020, ISBN 978-3-8309-4150-7. Zum Potenzial der Kultur für die Agenda 2030. Kongruenzen und Divergenzen der Kulturellen Bildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung. In: Karola Braun-Wanke, Ernst Wagner (Hrsg.): Über die Kunst den Wandel zu gestalten. Kultur – Nachhaltigkeit – Bildung. Waxmann, Münster 2020, ISBN 978-3-8309-4286-3.
Einzelnachweise
Weblinks
Interview mit Professorin Dr. Susanne Keuchel „Für jugendgerechte ganztägige Bildung der Ökonomisierungslogik entgegenwirken“, BKJ vom 17. März 2018, abgerufen am 7. Februar 2019 Interview zum Thema „Diversität“, Kultur öffnet Welten vom 25. Oktober 2017, abgerufen am 4. Februar 2019 Interview zur Frage „Kulturelle Bildung gegen gesellschaftliche Spaltung?“ WDR5 Scala vom 16. Mai 2018, abgerufen am 7. Februar 2019 Susanne Keuchel: 'Internationality' in arts educational practice (PDF) Interview Cultural Diversity Barometer, Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW vom 22. Mai 2017, abgerufen am 4. Februar 2019
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