Pawlohrad (; ) ist eine Großstadt in der Oblast Dnipropetrowsk im Zentrum der Ukraine. Pawlohrad ist Zentrum des gleichnamigen Rajons und hat etwa 105.000 Einwohner (2019). Die Stadt liegt zwischen den Flüssen Samara und Wowtscha 75 km östlich vom Oblastzentrum Dnipro. mini|links|Straße im Ort

Geschichte 1779 wurde an Stelle der heutigen Stadt eine kleine Festung gegründet. Die daran entstandene Ortschaft erhielt bereits 1784 die Stadtrechte. Im 19. Jahrhundert war Pawlohrad das administrative Zentrum des gleichnamigen Ujesd im Gouvernement Jekaterinoslaw. Seit Ende des 19. Jahrhunderts war die Stadt ein bedeutendes Zentrum des Getreidehandels.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Pawlohrad im Oktober 1941 von der Wehrmacht besetzt. Nach einem Aufstand im Februar 1943 wurde die Stadt befreit, aber nach fünf Tagen zurückerobert und am 18. September 1943 endgültig befreit. Während des Krieges wurde die Stadt zu drei Vierteln zerstört.

Nach dem raschen Wiederaufbau wurde Pawlohrad ein wichtiges Industriezentrum (Maschinenbau). Allerdings schlossen in den 2000er und 2010er Jahren mehrere Fabriken. Dies bewirkte – unter anderem – einen anhaltenden Bevölkerungsrückgang. mini|Stadtplan mini|Kathedrale in Pawlohrad

Bevölkerung Bevölkerungsentwicklung 1979 1989 2001 2005 2012 2019 107.267 131.414 118.816 113.748 108.623 105.238 Quelle:Bevölkerungsstatistik auf "pop-stat.mashke.org"

Wirtschaft Der bei weitem wichtigste Wirtschaftszweig ist der Bergbau. Östlich von Pawlograd erstreckt sich in Nordwest-Südost-Richtung ein Steinkohlerevier, in dem das zur DTEK-Gruppe gehörende Unternehmen DTEK Pavlogradugol (Pawlohradkohle) sechs Bergwerke betreibt (Stand 2021): Stepnaja, Jubileinaja, Pawlogradskaja, Ternowskaja, Samarskaja und Dneprowskaja.DTEK: Geschäftsbericht 2021, S. 143. 2020 wurden 16 Millionen Tonnen Steinkohle gefördert.DTEK: Geschäftsbericht 2021, S. 60. Die in Pawlograd gewonnene Kohle wird vor allem als Kraftwerkskohle und als Kokskohle für Eisenhütten eingesetzt.

Außerdem gibt es in Pawlograd Betriebe vor allem des Maschinenbaus und der Chemieindustrie.

Persönlichkeiten

Jakow Tschernichow (1889–1951), Architekt und Designer des sowjetischen Konstruktivismus Kirill Sinelnikow (1901–1966), Kernphysiker Daniel Schitomirski (1906–1992), russischer Musikwissenschaftler und Musikkritiker Josef Kotin (1908–1979), Chefkonstrukteur sowjetischer Militär- und Zivilfahrzeuge Ljubow Smolka (* 1952), Mittelstreckenläuferin Maksim Ramaschtschanka (* 1976), belarussischer Fußballspieler Oleksij Antonow (* 1986), Fußballspieler Hanna Titimez (* 1989), Hürdenläuferin und Sprinterin Maruv (* 1992), Sängerin Oleh Prychodko (* 1997), Tennisspieler

Städtepartnerschaften Lubsko, Polen Donostia-San Sebastián, Spanien

Literatur Pavlograd. In: Guy Miron (Hrsg.): The Yad Vashem encyclopedia of the ghettos during the Holocaust. Jerusalem : Yad Vashem, 2009, ISBN 978-965-308-345-5, S. 578f.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Oblast Dnipropetrowsk Kategorie:Ghetto Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1784