Leni Immer (* 24. Februar 1915 in Rysum, Ostfriesland; † 17. Mai 1998 in Baltrum, Ostfriesland)Lebensdaten nach ihrer Todesanzeige. war eine deutsche Religionslehrerin und Pastorin. Sie erlebte den Kirchenkampf der Bekennenden Kirche hautnah mit und schrieb mehrere Bücher darüber.

Leben Leni Immer wuchs ab 1927 in Barmen auf, wo ihr Vater Karl Immanuel Immer Pfarrer der reformierten Gemeinde an der Gemarker Kirche war. Als dort am 3. und 4. Januar 1934 eine freie reformierte Synode stattfand, half sie bei der Verpflegung und Betreuung der Teilnehmenden und war als Zuhörerin bei den Beratungen dabeiAnna-Maria Reinhold: Der lange Weg zur Frauenordination in der evangelischen Kirche am Beispiel Wuppertal, S. 10. (NWBib). Ein Vortrag von Karl Barth hinterließ bei ihr einen bleibenden Eindruck. Ihre Eltern und ihr Bruder Karl Immer (später Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland) nahmen an der Barmer Bekenntnissynode im Mai 1934 teilLeni Immer: Meine Jugend im Kirchenkampf. Stuttgart 1984, S. 42f.. Sie bekam durch detaillierte Erzählungen ihrer Familie einen Tag nach Ende der Synode die Entwicklung der Entstehung der Barmer Theologischen Erklärung mit.

Nach Absolvierung einer Ausbildung zur Gemeindepflegerin in der „Zentrale für evangelische Gemeindearbeit an jungen Mädchen“ am Burckhardthaus in BerlinLeni Immer: Meine Jugend im Kirchenkampf. Stuttgart 1984, S. 151. Anna-Maria Reinhold: Der lange Weg zur Frauenordination in der evangelischen Kirche am Beispiel Wuppertal, S. 11, (NWBib) übernahm sie 1939 in der Gemarker Kirchengemeinde Aufgaben in der Jugendarbeit sowie im Religionsunterricht für das Mädchengymnasium Sternstraße, der ab 1942 nur noch in kirchlichen Räumen stattfinden durfte. Am 1. Mai 1941 wurde sie offiziell als Gemeindepflegerin angestellt.Leni Immer: Meine Jugend im Kirchenkampf. Stuttgart 1984, S. 140.

Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete sie als Religionslehrerin am Gymnasium Am Kothen sowie an verschiedenen Berufsschulen in Barmen. 1974 bestand sie das Examen zur Gemeindemissionarin und wurde zur Pastorin ordiniert.Leni Immer: Meine Jugend im Kirchenkampf. Stuttgart 1984, S. 151.

mini|Grabstein von Waltraut und Leni Immer auf dem Friedhof Hugostraße Wuppertal Leni Immer pflegte einen regen Kontakt und Briefwechsel zu Menschen im In- und Ausland. In Deutschland und den USA hielt sie zahlreiche Vorträge über die Zeit des Kirchenkampfes. Sie war von 1963 bis 1979 als erste Frau Mitglied der Leitung der Rheinischen Mission, später Vereinten Evangelischen Mission in Wuppertal.Schriftliche Information durch die Archiv- und Museumsstiftung der Vereinten Evangelischen Mission vom 23. Januar 2019, auf Anfrage. Sie unternahm zahlreiche Reisen, u. a. nach Israel, Indonesien und verschiedene Länder Afrikas.Leni Immer: Meine Jugend im Kirchenkampf. Stuttgart 1984, S. 151. Über ihre Reisen nach Israel und Indonesien veröffentlichte sie Reiseberichte.

Leni verstarb während der jährlichen Tagung des Bundes Deutscher Bibelkreise am 17. Mai 1998 in Baltrum/Ostfriesland. Sie ist zusammen mit ihren Eltern, ihren Schwestern Friederike und Waltraut sowie den Brüdern Adalbert (im 2. Weltkrieg verschollen) und Udo (im 2. Weltkrieg in Thüringen gefallen) auf dem Friedhof an der Hugostraße in Wuppertal-Barmen begraben. Ihre Schwester Alida Immer (1920–2002) erhielt für ihr Lebenswerk, den Aufbau eines diakonischen Kindergarten-Netzwerkes in Solingen nach dem Zweiten Weltkrieg, 1992 das Bundesverdienstkreuz.Beate Battenfeld: 75 Frauen - Solinger Persönlichkeiten. Biografien, Hrsg. Bergischer Geschichtsverein Solingen 2010.

Schriften (Auswahl) mit Werner Braselmann: So entstand Gemarke – Bilder aus den Anfängen der reformierten Gemeinde Barmen-Gemarke Wuppertal. Herausgegeben vom Presbyterium der reformierten Gemeinde Barmen-Gemarke, Wuppertal 1954. Frühling 1961 in Israel. Wuppertal 1961. Zu Gast in Indonesien Wuppertal 1966. Karl Immer. Aus dem Leben eines Glaubenszeugen. Wuppertal 1984. Meine Jugend im Kirchenkampf. Vorw. v. Johannes Rau, Stuttgart 1994.

Einzelnachweise

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