mini|rechts|Schloss Brannenburg von Süden mini|Schlossdarstellung um 1700 durch Michael Wening mini|Lageplan von Schloss Brannenburg auf dem Urkataster von Bayern

Das Schloss Brannenburg liegt in Antritt, einem Gemeindeteil der Gemeinde Brannenburg am nördlichen Alpenrand im Unterinntal im oberbayerischen Landkreis Rosenheim. Die mehrteilige Schlossanlage in englischer Neugotik beherbergt heute Schulen und ein Internat. Es ist unter der Aktennummer D-1-87-120-8 als Baudenkmal verzeichnet. „Untertägige mittelalterliche und frühneuzeitliche Befunde und Funde im Bereich von Schloss Brannenburg und seiner Vorgängerbauten“ werden als Bodendenkmal unter der Aktennummer D-1-8238-0202 geführt.

Geschichte Der Ort Brannenburg wird erstmals zwischen 993 und 1000 urkundlich erwähnt. Der Name Brannenburg ist darauf zurückzuführen, dass man an dieser Stelle durch Brandrodung Platz für eine Ansiedlung schaffte (das Gemeindewappen weist noch heute darauf hin). Der Ort gehörte als geschlossene Ortschaft zum Schloss und späteren Hofmark Brannenburg. Eine Adelsfamilie, die sich von Brannenburg (Prantenperch) nannten, waren Ministerialen der Grafen von Falkenstein und sind im 14. Jahrhundert erloschen.Sebastian Dachauer: Chronik von Brannenburg und den nächsten Orten der Umgebung. In: Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte, Band 4, München 1843, Heft 1, S. 92–135 (online, ohne S. 94–95) und Heft 2, S. 219–270 (online)

Berühmtester Burgbewohner war wohl der Heerführer Kaspar II. Winzerer, der auch die Hofmarkgerechtigkeit für das Schloss erhielt. Im Jahre 1554 ging die Anlage in den Besitz von Hans Caspar von Pienzenau über, der sie zu einem Renaissanceschloss umbauen ließ. Major Max Reinhardt ließ das Schloss ca. 1872 bis 1875 im Stil der englischen Neugotik umbauen.

In den 1960er Jahren wurde das Schloss als Institut Schloss Brannenburg zu einer staatlich anerkannten privaten Realschule und privaten Fachoberschule mit Internat für Knaben und Mädchen.

Anfang Juni 2026 stellte das Institut Schloss Brannenburg GmbH beim Amtsgericht Rosenheim einen Insolvenzantrag. Das Gericht bestellte einen vorläufigen Insolvenzverwalter. Der Schulbetrieb wird nach den Sommerferien nicht wieder aufgenommen und die Einrichtung im August 2026 geschlossen. Als Ursachen der Insolvenz wurden insbesondere rückläufige Schülerzahlen sowie gestiegene Betriebs- und Unterhaltskosten des historischen Gebäudes genannt. Von der Schließung sind 43 Beschäftigte betroffen, darunter 25 Lehrkräfte.

Beschreibung Das Schloss ist eine mehrteilige Anlage in englischer Neugotik, 1872–1875 von Joseph von Schmaedel für Major Max Reinhardt errichtet. Es handelt sich um das Hauptschloss im Kern mit einem Vorgängerbau von 1561. Die Anlage gliedert sich folgendermaßen:

Hauptschloss bestehend aus drei dreigeschossigen verputzten Baukörpern mit Satteldächern, Segmentbogenfenstern, getreppten Giebeln, Ecktürmchen, Zinnenkranz, Türmen mit Zinnen, Putzgliederungen sowie Schmuckornamenten und Skulpturen aus Werkstein mit dem Hauptschloss verbundene Schlosskapelle Hl. Kreuz, Satteldachbau mit vorgelagertem Südturm mit Haubendach, Spitzbogenfenstern mit Maßwerk und Putzgliederungen, neugotisch, um 1858 mit Ausstattung Westliches Nebengebäude, zweigeschossiger Satteldachbau mit zweigeschossigen Anbauten mit Flachdächern, getrepptem Giebel und Putzgliederungen, neugotisch, wohl 1872–1875 Südliches Nebengebäude, erdgeschossiger Walmdachbau mit zweigeschossigem Zwerchhaus mit getrepptem Giebel und Segmentbogenfenstern, neugotisch, wohl 1872–1875 Parkanlage aus dem 19. Jahrhundert Neptunsbrunnen, ovales und polygonales Becken mit schmiedeeisernen Gittern und Neptunsfigur aus Bronze aus dem 18. Jahrhundert

Literatur

Weblinks

Website des Instituts Schloss Brannenburg Einzelnachweise

Brannenburg Kategorie:Baudenkmal in Brannenburg Kategorie:Bodendenkmal in Brannenburg Kategorie:Erbaut in den 1870er Jahren Kategorie:Neugotisches Bauwerk in Bayern Kategorie:Umgenutztes Bauwerk im Landkreis Rosenheim Brannenburg