Die Freie und Hansestadt Hamburg ist als Land und Einheitsgemeinde seit 1951 in sieben Bezirke gegliedert, in denen Bezirksämtern die selbständige Erledigung übertragener Aufgaben obliegt. Die Bezirksämter sind für eine Reihe dezentral wahrzunehmender Verwaltungsaufgaben zuständig, insbesondere im Sozial-, Gesundheits-, Bau-, Melde-, Wohnungs- und Liegenschaftswesen sowie im Bereich der Wirtschaftsüberwachung. Jeder Bezirk hat zur Beratung und Mitwirkung der Bürger an Verwaltung und bezirkspolitischen Themen eine Bezirksversammlung.

Die sieben Bezirke Hamburgs sind in insgesamt 104 Stadtteile untergliedert (seit dem 1. Januar 2011), die aus einem oder mehreren Ortsteilen bestehen. Stadt- und Ortsteile sind geografische und statistische, aber keine politischen Einheiten. Der Zuschnitt der Bezirke wurde so gewählt, dass jeder Bezirk sowohl innerstädtisch verdichtete Stadtteile als auch weiter außerhalb liegende Gebiete an der Landesgrenze umfasst.

Die Bezirke in der Übersicht Die Einwohnerzahlen entstammen dem Hamburger Melderegister und die Summe unterscheidet sich von der offiziellen Einwohnerzahl Hamburgs (für 2024: 1.862.565), die auf der amtlichen Fortschreibung des Bevölkerungsbestands des Zensus 2022 basiert. Nr. Bezirk Flächein km² Einwohner() Bevölkerungsdichte(Einwohner je km²) Stadtteile 1 20px Hamburg-Mitte 142,2 19 2 20px|Wappen des Bezirks Altona Altona 77,9 14 3 20px|Wappen des Bezirks Eimsbüttel Eimsbüttel 49,8 9 4 20px Hamburg-Nord 57,8 13 5 20px|Wappen des Bezirks Wandsbek Wandsbek 147,5 18 6 20px|Wappen des Bezirks Bergedorf Bergedorf 154,8 14 7 20px|Wappen des Bezirks Harburg Harburg 125,2 17 20px|(Kleines) Wappen der Freien und Hansestadt Hamburg Freie und Hansestadt Hamburg 755,2 104

Die Bezirke und ihre einzelnen Untergliederungen Stadt- und Ortsteile Die Bezirke bestehen jeweils aus mehreren Stadtteilen, deren Namen und Grenzen oftmals historisch gewachsen, zum Teil auch jüngeren Datums sind. Für statistische Zwecke sind viele Stadtteile nochmals in mehrere Ortsteile unterteilt. Die 181 Ortsteile Hamburgs (seit dem 1. Januar 2011) werden mit einer dreistelligen Nummer bezeichnet, deren erste Stelle jeweils für den Bezirk steht (Beispiel: Der Stadtteil Neustadt im Bezirk Hamburg-Mitte besteht aus den vier Ortsteilen 105 bis 108. Der relativ kleine Stadtteil Cranz im Bezirk Harburg lediglich aus einem Ortsteil 718, bei identischer Stadt- und Ortsteilgrenze).

Der flächengrößte Stadtteil ist Wilhelmsburg (35,3 km²), der kleinste der 2008 neu gebildete Stadtteil Sternschanze (0,47 km²; zuvor Hoheluft-Ost mit 0,581 km²). Der bevölkerungsreichste Stadtteil ist Rahlstedt mit Einwohnern (Stand 31. Dezember 2021), während für Altenwerder nur drei Einwohner verzeichnet sind.

Neben diesen offiziellen Untergliederungen bestehen weitere historische oder in jüngerer Zeit entstandene Bezeichnungen für Gemarkungen, Ortsteile, Viertel, Quartiere, Großwohnsiedlungen oder für landschaftlich größere Gebiete und weitere geografische Einheiten (beispielsweise Flur- und Inselnamen).

Bezirk Hamburg-Mitte

Der Bezirk Hamburg-Mitte hat 19 Stadtteile: Hamburg-Altstadt, Billbrook, Billstedt, Borgfelde, Finkenwerder, HafenCity, Hamm, Hammerbrook, Horn, Kleiner Grasbrook, Neustadt, Neuwerk (Exklave), Rothenburgsort, St. Georg, St. Pauli, Steinwerder, Veddel, Waltershof, Wilhelmsburg.

Bezirk Altona

Der Bezirk Altona hat 14 Stadtteile: Altona-Altstadt, Altona-Nord, Bahrenfeld, Blankenese, Groß Flottbek, Iserbrook, Lurup, Nienstedten, Osdorf, Othmarschen, Ottensen, Rissen, Sternschanze, Sülldorf.

Bezirk Eimsbüttel

Der Bezirk Eimsbüttel hat 9 Stadtteile: Eidelstedt, Eimsbüttel, Harvestehude, Hoheluft-West, Lokstedt, Niendorf, Rotherbaum, Schnelsen, Stellingen.

Bezirk Hamburg-Nord

Der Bezirk Hamburg-Nord hat 13 Stadtteile: Alsterdorf, Barmbek-Nord, Barmbek-Süd, Dulsberg, Eppendorf, Fuhlsbüttel, Groß Borstel, Hohenfelde, Hoheluft-Ost, Langenhorn, Ohlsdorf, Uhlenhorst, Winterhude.

Bezirk Wandsbek

Der Bezirk Wandsbek hat 18 Stadtteile: Bergstedt, Bramfeld, Duvenstedt, Eilbek, Farmsen-Berne, Hummelsbüttel, Jenfeld, Lemsahl-Mellingstedt, Marienthal, Poppenbüttel, Rahlstedt, Sasel, Steilshoop, Tonndorf, Volksdorf, Wandsbek, Wellingsbüttel, Wohldorf-Ohlstedt.

Bezirk Bergedorf

Der Bezirk Bergedorf hat 14 Stadtteile: Allermöhe, Altengamme, Bergedorf, Billwerder, Curslack, Kirchwerder, Lohbrügge, Moorfleet, Neuallermöhe, Neuengamme, Ochsenwerder, Reitbrook, Spadenland, Tatenberg.

Bezirk Harburg

Der Bezirk Harburg hat 17 Stadtteile: Altenwerder, Cranz, Eißendorf, Francop, Gut Moor, Harburg, Hausbruch, Heimfeld, Langenbek, Marmstorf, Moorburg, Neuenfelde, Neugraben-Fischbek, Neuland, Rönneburg, Sinstorf, Wilstorf.

Geschichte mini|Gliederung des Hamburger Landgebiets vom 15. bis 19. Jahrhundert:

nicht im Bild: Amt Ritzebüttel (hamburgische Exklave an der Elbmündung) Landherrenschaften Wie auch andere Freie Reichsstädte konnte Hamburg im Laufe der Geschichte zahlreiche umliegende Dörfer und Städte für sich gewinnen und unter seine Hoheit stellen bzw. gemeinsam mit anderen Staaten verwalten. Das Staatsgebiet der Freien Reichsstadt Hamburg bestand daher aus dem eigentlichen Stadtgebiet (innerhalb der Stadtmauern und -wälle) und dem so genannten Landgebiet, also einer Vielzahl von Landgemeinden, darunter die äußeren Stadtteile der heutigen Bezirke Hamburg-Mitte, Hamburg-Nord und Eimsbüttel sowie die so genannten Walddörfer. Die meisten dieser Landgemeinden bildeten mit der Stadt Hamburg ein geschlossenes Staatsgebiet, jedoch lagen einige auch als Exklaven vollständig außerhalb (z. B. Amt Ritzebüttel an der Elbmündung). Ebenso bestanden kleine Enklaven, wie in den Vierlanden, die wie die Stadt Bergedorf gemeinschaftlich mit der Freien und Hansestadt Lübeck verwaltet wurden, bevor die Hoheitsrechte 1868 gänzlich an Hamburg fielen.

Das Landgebiet wurde seit dem 15. Jahrhundert in Landherrenschaften eingeteilt, deren Zuschnitt sich im Laufe der Zeit mehrfach änderte. Bei der Reichsgründung 1871 war das Staatsgebiet Hamburgs in folgende Bereiche eingeteilt: die Stadt Hamburg (Altstadt, Neustadt und – seit 1868 – St. Georg) die Vorstadt St. Pauli sowie 15 Vororte (Rotherbaum, Harvestehude, Eimsbüttel, Eppendorf, Winterhude, Uhlenhorst, Barmbek, Eilbek, Hohenfelde, Borgfelde, Hamm, Horn, Billwerder-Ausschlag, Steinwerder und Kleiner Grasbrook) – diese wurden 1894 nach Hamburg eingemeindet das Landgebiet, unterteilt in die Landherrenschaften der Geestlande, der Marschlande, Bergedorf und Ritzebüttel

Mit der Einführung der hamburgischen Städteordnung am 2. Januar 1924 wurden Bergedorf, Cuxhaven und Geesthacht eigenständige Städte im Hamburger Staatsgebiet und schieden aus den Landherrenschaften aus.Anmerkung zur Verfassung der Freien und Hansestadt Hamburg

Nicht zum hamburgischen Staatsgebiet gehörten damals die selbstständigen Städte Altona, Wandsbek (beide seit 1866 zur preußischen Provinz Schleswig-Holstein gehörig) sowie Harburg und Wilhelmsburg (Provinz Hannover). Diese vier kamen erst durch das Groß-Hamburg-Gesetz von 1937 zu Hamburg.

Verwaltungsgliederung mit Einwohnerzahl 1871Fußnote: Volkszählung 1871.

Stadt Einwohner 1871 Hamburg 199.267 St. Pauli, Vorstadt 40.984 VororteFußnote: ohne Einwohnerzahlen bei der Volkszählung 1871. Barmbeck Billwerder Ausschlag Borgfelde Eilbek Eimsbüttel Eppendorf Hamm Harvestehude Hohenfelde Horn Kleiner Grasbrook Rotherbaum Steinwerder Uhlenhorst Winterhude Landherrenschaft Einwohner 1871 Bergedorf 13.112 Geestlande 56.073 Marschlande 22.981 Ritzebüttel 6.557

Gebietsreformen der Nationalsozialisten mini|hochkant=1.5|Verwaltungsgliederung Hamburgs seit dem 1. April 1939 mit Stadt- (weiß) und Landbezirk (türkis), sowie Kreisen und Bezirken in Anlehnung an die NSDAP-Struktur

Nach dem Inkrafttreten des Groß-Hamburg-Gesetzes am 1. April 1937 bestand das nunmehr deutlich vergrößerte Staatsgebiet vorübergehend aus fünf Städten (Hamburg, Altona, Harburg-Wilhelmsburg, Wandsbek und Bergedorf), dem bisherigen Hamburger Landgebiet sowie dem neuen Landkreis Hamburg, der aus 27 ehemals preußischen Gemeinden gebildet wurde.Zweite Durchführungsverordnung zum Gesetz über Groß-Hamburg und andere Gebietsbereinigungen, § 6

Erst durch die Einführung der Deutschen Gemeindeordnung am 1. April 1938 wurde Hamburg formell zu einer Gemeinde zusammengeschlossen und zugleich die Verwaltung in eine staatliche und eine kommunale Ebene getrennt. Auf der staatlichen Ebene wurden die städtisch besiedelten Gebiete zu einem Stadtbezirk und die ländlichen Vororte zu einem Landbezirk nach dem Vorbild der bisherigen Landherrenschaft zusammengefasst. Letzterer unterstand Polizeisenator Alfred Richter als „Landbürgermeister“ und umfasste neben der Hauptverwaltung auch 20 dezentrale Dienststellen.Holger Martens: Hamburgs Weg zur Metropole. Von der Groß-Hamburg-Frage zum Bezirksverwaltungsgesetz, Hamburg 2004, ISBN 3-935413-08-4, S. 133.

Zusätzlich wurde das Hamburger Stadtgebiet wiederum ein Jahr später, am 1. April 1939, in enger Anlehnung an die Parteistruktur der NSDAP in zehn Kreise eingeteilt, denen 110 „Bezirke“ (entsprechend in etwa den heutigen Stadtteilen) und 178 Ortsteile nachgeordnet waren.Holger Martens: Hamburgs Weg zur Metropole. Von der Groß-Hamburg-Frage zum Bezirksverwaltungsgesetz, Hamburg 2004, ISBN 3-935413-08-4, S. 130–132. Diese Kreiseinteilung nahm in vielerlei Hinsicht die spätere Bezirksgliederung vorweg:Vgl. Uwe Lohalm: „Modell Hamburg“. Vom Stadtstaat zum Reichsgau. In: Hamburg im „Dritten Reich“, hrsg. von der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, Wallstein Göttingen 2005, S. 122–153 (hier: S. 148).

Kreis Stadtteile Anmerkung 1 Lokstedt, Schnelsen, Niendorf, Langenhorn, Fuhlsbüttel, Ohlsdorf, Alsterdorf, Groß Borstel, Winterhude, Eppendorf, Hoheluft (Ost+West!) = äußere Stadtteile der heutigen Bezirke Eimsbüttel und Hamburg-Nord 2 Eimsbüttel, Harvestehude, Rotherbaum = „Kerngebiet“ des späteren Bezirks Eimsbüttel 3 St. Pauli, Neustadt, Altstadt, Steinwerder, Waltershof, Finkenwerder = westlicher Bereich von Hamburg-Mitte 4 St. Georg, Borgfelde, Hammerbrook, Klostertor, Kleiner Grasbrook, Veddel, Rothenburgsort, Billwerder Ausschlag, Billbrook = mittlerer Bereich von Hamburg-Mitte 5 Hohenfelde, Eilbek, Hamm, Horn, Billstedt = östlicher Bereich von Hamburg-Mitte 6 Barmbek, Dulsberg, Uhlenhorst = südlicher Bereich von Hamburg-Nord ohne Hohenfelde 7 Altona, Ottensen, Bahrenfeld, Eidelstedt, Stellingen, Groß Flottbek, Othmarschen, Nienstedten, Blankenese, Sülldorf, Rissen, Osdorf, Lurup = heutiger Bezirk Altona zzgl. Eidelstedt und Stellingen 8 Wilhelmsburg, Georgswerder, Moorwerder, Harburg, Heimfeld, Eißendorf, Wilstorf, Marmstorf, Rönneburg, Langenbeck, Sinstorf, Neuland, Gut Moor, Moorburg, Francop, Altenwerder, Fischbeck, Neugraben, Cranz, Neuenfelde = Bezirk Harburg in den Grenzen von 1951–2006 9 Lohbrügge, Bergedorf, Altengamme, Curslack, Kirchwerder, Neuengamme, Allermöhe, Billwerder, Moorfleet, Ochsenwerder, Reitbrook, Spadenland, Tatenberg = Bezirk Bergedorf 10 Wandsbek, Marienthal, Hinschenfelde, Gartenstadt, Tonndorf, Jenfeld, Bramfeld, Steilshoop, Farmsen, Wohldorf-Ohlstedt, Duvenstedt, Bergstedt, Lemsahl-Mellingstedt, Poppenbüttel, Hummelsbüttel, Wellingsbüttel, Sasel, Volksdorf, Rahlstedt = Bezirk Wandsbek ohne Eilbek