Die Kirche der Mutter Gottes vom Tor der Morgenröte in Tołkiny () ist ein Bauwerk aus dem Ende des 14. Jahrhunderts. Von 1525 bis 1945 war sie evangelisches Gotteshaus für den Sprengel Tolksdorf im ostpreußischen Kirchspiel Schönfließ–Tolksdorf (). Heute ist sie katholische Filialkirche der Pfarrei Garbno (Lamgarben) in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren.

Geographische Lage Tołkiny liegt in der nördlichen Mitte der Woiwodschaft Ermland-Masuren, zehn Kilometer nordwestlich der Kreisstadt Kętrzyn (). Durch das Dorf verläuft deine Nebenstraße, die Gudziki (Godocken) und die Woiwodschaftsstraße 592 mit Worpławki (Worplack) an der Woiwodschaftsstraße 590 verbindet. Tołkiny ist überdies auch Bahnstation an der Bahnstrecke Białystok–Ełk–Korsze.

Der Standort der Kirche befindet sich im Nordwesten des Dorfes.

Kirchengebäude mini|Bleiglasfenster der Kirche Tołkiny Bei der Kirche in Tołkiny handelt es sich um einen auf einem Hügel wie ein Verteidigungswerk errichteten rechteckigen Bau aus Feldsteinen mit Ziegeln. Ende des 14. Jahrhunderts wurde sie erbaut.Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 2 Bilder ostpreussischer Kirchen, Göttingen 1968, S. 81, Abb. 310 Im Norden hat man um 1400 die Sakristei nachträglich angebaut.Die Kirche Tołkiny - Tolksdorf bei ostpreussen.net Der vorgelegte Westturm wurde um 1500 vollendet. Seine Obergeschosse mit den rundbogigen Ziegelblenden ersetzten im 19. Jahrhundert den ehemaligen Holzaufbau.

Den Innenraum überspannt eine flache Holzdecke. An den Wänden waren Reste alter Bemalung erhalten. Der Altar von 1604 und 1607 wurde 1675 von Michel Großmann restauriert, wie eine Kennzeichnung vermerkt. Seine Holzschnitzereien stammen teilweise noch aus vorreformatorischer Zeit – so die Darstellung der Dreieinigkeit. Die Bilder auf den beweglichen Flügeln des Schreins in der gotischen Form sind von Valentinus Helendorf und Gregorius. Die Kanzel ist eine einfache Arbeit aus dem 17. Jahrhundert – so wie auch Teile des Gestühls. Bemerkenswert sind zwei Abendmahlsengel, deren Entstehungszeit um 1750 anzusetzen ist. In der Vorhalle der Kirche steht ein Granit-Taufstein aus dem 15. Jahrhundert.

An einer Wand des Innenraums befindet sich eine Gedenktafel für Heinrich Graf zu Dohna-Schlobitten (bisweilen auch: Graf zu Dohna-Tolksdorf), der sich am Widerstand gegen den Nationalsozialismus beteiligte und am 14. September 1944 hingerichtet wurde. Die Tafel stammt von seinen Kindern und wurde unter großer öffentlicher Anteilnahme von Edmund Piszcz, dem Erzbischof des Ermlands, im Juli 1994 eingeweiht.

Das Geläut der Kirche besteht aus drei Glocken.

Die vorher evangelische Kirche wurde nach 1945 ein katholisches Gotteshaus und dem geänderten liturgischen Gebrauch baulich angepasst. Sie trägt jetzt den Namen der „Mutter Gottes vom Tor der Morgenröte“ und ist eine Filialkirche der Pfarrei Garbno (Lamgarben).

Kirchen-/Pfarrgemeinde In Tolksdorf gab es bereits in vorreformatorischer Zeit eine Kirche.Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 474

Evangelisch Kirchengeschichte Zu Beginn des 16. Jahrhunderts fasste die lutherische Lehre in Tolksdorf und der benachbarten Kirche in Schönfließ () Fuß. Am 11. Juni 1528 wurden beide Kirchen der Pfarrei in Lamgarben (Garbno) zugewiesen.Friedwald Moeller, Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945, Hamburg, 1968, S. 81 Doch schon ab 1603 hatten Schönfließ und Tolksdorf einen eigenen Pfarrer.Friedwald Moeller, Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945, Göttingen 1968, S. 136 Beide Kirchen waren dann bis 1945 unter dem einen Pfarramt in Schönfließ vereint.

Die Gesamtzahl der Gemeindeglieder belief sich 1925 auf 1520. Von ihnen gehörten 360 zum Pfarrsprengel Tolksdorf. Das Kirchenpatronat oblag dem Rittergutsbesitzer.

Bis 1945 gehörte die Kirche Tolksdorf unter dem gemeinsamen Pfarramt Schönfließ-Tolksdorf zum Kirchenkreis Rastenburg () in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union.

Flucht und Vertreibung der einheimischen Bevölkerung in Kriegsfolge setzten dem Leben der evangelischen Kirchengemeinde im dann Tołkiny genannten Dorf ein Ende. Hier heute lebende evangelische Kirchenglieder orientieren sich zur Johanneskirche in Kętrzyn innerhalb der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Pfarrsprengel Tolksdorf Zum Pfarrsprengel Tolksdorf des Kirchspiels Schönfließ-Tolksdorf gehörten bis 1945 die Ortschaften:Der * kennzeichnet einen Schulort Name Polnischer Name Groß Altendorf Starynia *Junkerken Jutrkowo Klein Altendorf Tolksdorf Tołkiny

Pfarrer Die Liste der Pfarrer von Schönfließ und Tolksdorf siehe unter Tołkiny.

Katholisch Vor 1945 lebten in Tolksdorf relativ wenige katholische Kirchenglieder. Am 14. April 1860 wurde das Dorf per Dekret in die Pfarrei Rößel () im damaligen Bistum Ermland eingegliedert.Tolksdorf (Landkreis Rastenburg) bei GenWiki Nach Bildung einer Pfarrei in Korschen (Korsze) zu Anfang des 20. Jahrhunderts kam Tolksdorf dorthin.

Nach 1945 nahm die Zahl der Katholiken in Tołkiny aufgrund der Neuansiedlung polnischer Bürger rapide zu. Die bisher evangelische Kirche wurde von ihnen übernommen. Sie ist heute eine Filialkirche der Pfarrei Garbno (Lamgarben) und gehört zum Dekanat Kętrzyn I (West) im jetzigen Erzbistum Ermland.Parafia Garbno im Erzbistum Ermland

Weblinks

Aktuelle und historische Aufnahmen von Dorf und Kirche in Tolksdorf/Tołkiny

Einzelnachweise

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