mini|hochkant|E.W. Moes von Jan Veth. Ernst Wilhelm Moes (geboren am 5. September 1864 in Amsterdam; gestorben am 30. Oktober 1912 ebenda) war ein niederländischer Kunsthistoriker.

Leben und Wirken Moes war ein Sohn des Kaufmanns August Leopold Moes (1813–1866) und dessen Frau Maria Mathilde Catharina Gertrude (geborene Breitenstein; 1829–1896), die ursprünglich aus Deutschland stammten. Er war das jüngste von neun Kindern, von denen einige schon früh durch Krankheit starben. Auch sein Vater starb schon bald nach seiner Geburt. Moes besuchte von 1876 bis 1881 ein Gymnasium in Amsterdam, bereits hier zeigte sich seine Neigung zu alten Büchern. Im Anschluss studierte er von 1884 bis 1886 an der städtischen Universität zunächst ein Jahr Jura, dann Geschichte bei Theodorus Jorissen. Ohne sein Studium abgeschlossen zu haben, begann er 1885 im Auktionshaus Frederik Muller in Amsterdam zu arbeiten. Er unterhielt gute Beziehungen zum Rotterdamer Archiv, in dem er ab 1886 als zweiter Archivar tätig war, so dass ihm später die Ehrenmitgliedschaft des „Rotterdamschen Kunstkring“ zuteilwurde. Seit 1888 war er Mitglied der Maatschappij der Nederlandse Letterkunde (Gesellschaft der niederländischen Literatur) in Leiden.

1890 wurde er Unterbibliothekar in der Amsterdamer Universitätsbibliothek, was er bis 1898 blieb.

Zu seinen Werken zählen zahlreiche Porträts, Biografien und Berichte zu niederländischer Malerei oder Skulpturen aus früheren Jahrhunderten. Von 1893 bis 1904 war Moes Sekretär der Rembrandtgesellschaft und verblieb anschließend in deren Vorstand. Er war zudem von 1893 bis 1912 Redakteur der Zeitschrift Oud Holland und gehörte der Teylers Stiftung an. 1898 wurde er stellvertretender Direktor des Kupferstichkabinetts des Rijksmuseums in Amsterdam, von 1903 bis 1912 war er dessen Direktor.

Anfang des Jahres 1912 begab er sich aufgrund einer anhaltende Heiserkeit in ärztliche Behandlung. Er litt, wie sich herausstellte an Tuberkulose, so dass ihm ein Kuraufenthalt in einem Sanatorium im Schwarzwald verordnet wurde. Im Spätsommer des Jahres kehrte er nach Amsterdam zurück. Am Tag seines Todes war er voller neuer Pläne in seinem Büro erschienen, brach dann auf dem Heimweg zusammen und verstarb.

Familie Seit dem 10. September 1896 war Moes mit Cornelia Rembrandina (geborene Valeton; 11. April 1873 – 15. Dezember 1958) verheiratete, mit der er vier Kinder hatte. Matthijs Cornelis Moes (5. Juni 1897 – 20. Februar 1945) Offizier der Königlich Niederländischen Marine ⚭ 18. Dezember 1923 mit Alberdine Louise (geborene Harken). Er starb im KZ Dachaudigitaalmonument.oranjehotel.orgHeirat Matthijs Cornelis Moes und Alberdine Louise Harken openarchieven.nl. Johan Ernst Moes (11. Januar 1926 – 1989) Eleonore Josephine Moes (* 27. März 1928) Ernst August Moes (1899–1979) ⚭ 28. Mai 1924 mit Maria Christina (geborene van den Nieuwenhuizen)Heirat Ernst August Moes und Maria Christina van den Nieuwenhuizen openarchieven.nl. Eva Justine Moes (1901–1980) ⚭ 7. Mai 1925 mit Henri Antoine de Bruijn KopsHeirat Eva Justine Moes und Henri Antoine de Bruijn Kops openarchieven.nl. Josué Jean Philippe Moes (1903–1969) ⚭ 1. am 16. November 1930 mit Christina Johanna (geborene Terneden)Heirat Josué Jean Philippe Moes und Christina Johanna Terneden openarchieven.nl. und 2. am 14. November 1946 mit Gosina Hermina (geborene Lucas)Heirat Josué Jean Philippe Moes und Gosina Hermina Lucas openarchieven.nl.

Veröffentlichungen (Auswahl) Er verfasste zahlreiche Beiträge zu biografischen Lexika, Zeitschriften, Monographien oder Nachrufe auf verstorbene Kollegen. Artikel in Oud-Holland. Band 3–31, 1885–1913 . ab 1888 Roevers Amsterdamsch Jaarboekje. Iconographia Batava. Beredeneerde lijst van geschilderde en gebeeldhouwde portretten van Noord-Nederlanders in vorige eeuwen. 2 Bände, Amsterdam 1892–1905 (). mit Combertus Pieter Burger: De Amsterdamsche boekdrukkers en uitgevers in de zestiende eeuw. 4 Bände, C. L. van Langenhuysen, Amsterdam / Nijhof, ’s-Gravenhage 1896–1915 (Nachdruck HES, Utrecht 1988, ISBN 90-6194-466-X).

Artikel in: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Band 1–8, 1907–1911. mit Wilhelm Martin: Altholländische Malerei. Gemälde von holländischen und vlämischen Meistern in Rathäusern, kleineren Museen, Kirchen, Stiften, Waisenhäusern, Senatszimmern, u.s.w., und in Privatbesitz. Klinkhardt & Biermann, Leipzig 1, 1911/12 – 2, 1913/15.

Als Herausgeber:

Literatur

Nicolaas Beets: In Memoriam: E. W. Moes. In: Bulletin van den Nederlandschen Oudheidkundigen Bond. 2. Serie, 6. Jahrgang, Nr. 1, 1913, doi:10.11588/diglit.19802, S. 35–41 (digi.ub.uni-heidelberg.de). Jan Six: Levensbericht van Ernst Wilhelm Moes. In: Levensberichten der afgestorven medeleden van de Maatschappij der Nederlandsche Letterkunde te Leiden 1913–1914. E. J. Brill, Leiden 1914, S. 1–17 (dbnl.org). R. E. O. Ekkart: Moes, Ernst Wilhelm (1864–1912). In: Biografisch Woordenboek van Nederland. Band 2. Den Haag 1985, S. 394–395 (huygens.knaw.nl).

Weblinks

Ernst Wilhelm Moes im Dictionary of Art Historians

Einzelnachweise

Kategorie:Kunsthistoriker Kategorie:Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Rijksmuseum Amsterdam Kategorie:Niederländer Kategorie:Geboren 1864 Kategorie:Gestorben 1912 Kategorie:Mann