mini|Stufenbarren Ein Stufenbarren ist ein Barren mit verschieden hohen Holmen. Das Kunstturngerät hat nach dem Code de Pointage eine Höhe von 166 cm für den niedrigeren und 246 cm für den höheren der beiden Holme, ab Boden gemessen inklusive 20 cm Matten. Auf Anfrage darf das Gerät noch 5 cm erhöht werden. Die Holme sind rund bei einem Durchmesser von 3,9 cm. Der Abstand dieser zueinander ist zwischen 100 cm und 180 cm.

Stufenbarren ist eine Gerätedisziplin im Turnen der Frauen, er ist auch Teil des Gerätturnen-Mehrkampfes. Die Vorführungen der Frauen am Stufenbarren ähneln dem Reckturnen der Männer.

Zum Schutz vor Hautblasen und zum besseren Halt tragen die Turner an den Händen vielfach Turnriemchen.Ilona E. Gerling: Gerätturnen für Fortgeschrittene Band 2: Sprung-, Hang- und Stützgeräte, Verlag Meyer & Meyer, 2015, ISBN 978-3-89899-957-1, S. 382–383

Geschichte Der Stufenbarren wurde erstmals 1830 durch den Spanier Francisco Amorós in seinem Lehrbuch Manuel d’éducation physique, gymnastique et morale schriftlich erwähnt. Es dauerte allerdings über 100 Jahre, bis die ungleich hohe Anordnung der Barrenholme als Wettkampfdisziplin 1934 bei den Turn-Weltmeisterschaften der Frauen in Budapest eingeführt wurde. Bei den Olympischen Spielen 1936 turnten die Frauen die Pflichtübungen noch am Männerbarren, in der Kür durften sie zwischen beiden Barrenformen wählen. Auch bei den Weltmeisterschaften 1950 hatte sich der Stufenbarren noch nicht vollständig durchgesetzt: Die Turnerinnen hatten die Wahl zwischen Stufenbarren und Ringen. 1952 wurde der Stufenbarren bei den Olympischen Sommerspielen in Helsinki zum ersten Mal als vollwertiges Wettkampfgerät ausgeschrieben., abgerufen am 24. November 2010

Der Abstand der Holme wurde mehrfach verändert. Betrug er am Anfang zwischen 43 und 45 cm, ist er inzwischen auf 100 bis 180 cm angewachsen. Auch die Form der Holme hat sich verändert: Waren sie früher oval, sind sie inzwischen rund mit einem Durchmesser von 3,9 cm.

Bewertung mini|Turnerin am Stufenbarren Die Übung wird ab dem Absprung vom Sprungbrett bzw. der Matte bewertet. In die Wertung fließen die acht schwierigsten gezeigten Elemente inklusive Abgang ein. Die Übung soll dabei aus den nachfolgenden Bewertungskategorien zusammengestellt werdenFédération Internationale de Gymnastique: , Seite 26 ff., abgerufen am 24. November 2010: Schwünge und Umschwünge Riesenfelgen vorwärts/rückwärts Schwünge und freie Felgen Bückumschwünge vorwärts/rückwärts Stalderschwünge vorwärts/rückwärts Flugteile vom unteren zum oberen Holm (und umgekehrt) Salti Hechtelemente Sprünge Konterelemente über den Holm Für die Kompositionsanforderungen werden maximal 2,5 Punkte vergeben. Der Verbindungswert kann für direkte Verbindungen vergeben werden und fließt in die D-Note ein. Die Verbindung von D- (Flug vom oberen zum unteren Holm) und C-Elementen bzw. D- und D-Elementen wird mit 0,1 Punkten gewertet, für die Verbindung von D- und E-Elementen und von D- (Flug vom unteren zum oberen Holm oder Flug am selben Holm) und C-Elementen erhalten die Turnerinnen 0,2 Punkte.

Olympiasiegerinnen am Stufenbarren mini|Karin Janz am Stufenbarren

1952: Margit Korondi 1956: Ágnes Keleti 1960: Polina Astachowa 1964: Polina Astachowa 1968: Věra Čáslavská 1972: Karin Janz 1976: Nadia Comăneci 1980: Maxi Gnauck 1984: Julianne McNamara und Ma Yanhong 1988: Daniela Silivaș 1992: Lu Li 1996: Swetlana Chorkina 2000: Swetlana Chorkina 2004: Émilie Le Pennec 2008: He Kexin 2012: Alija Mustafina 2016: Alija Mustafina 2021: Nina Derwael 2024: Kaylia Nemour

Weltmeisterinnen am Stufenbarren

1950: Ann-Sofi Pettersson-Colling und Gertrude Kolar (turnte an Schaukelringen, nicht am Stufenbarren) 1954: Ágnes Keleti 1958: Larissa Latynina 1962: Irina Perwuschina 1966: Natalia Kutschinskaja 1970: Karin Janz 1974: Annelore Zinke 1978: Marcia Frederick 1979: Ma Yanhong und Maxi Gnauck 1981: Maxi Gnauck 1983: Maxi Gnauck 1985: Gabriele Fähnrich 1987: Daniela Silivaș und Dörte Thümmler 1989: Di Fan und Daniela Silivaș 1991: Kim Gwang-suk 1992: Lavinia Miloșovici 1993: Lavinia Miloșovici 1994: Li Luo 1995: Swetlana Chorkina 1996: Swetlana Chorkina und Alena Piskun 1997: Swetlana Chorkina 1999: Swetlana Chorkina 2001: Swetlana Chorkina 2002: Courtney Kupets 2003: Chellsie Memmel und Hollie Vise 2005: Anastasia Liukin 2006: Elizabeth Tweddle 2007: Xenija Semjonowa 2009: He Kexin 2010: Elizabeth Tweddle 2011: Wiktorija Komowa 2013: Huang Huidan 2014: Jinnan Yao 2015: Madison Kocian, Wiktorija Komowa, Darja Spiridonowa, Fan Yilin 2017: Fan Yilin 2018: Nina Derwael 2019: Nina Derwael 2021: Wei Xiaoyuan 2022: Wei Xiaoyuan 2023: Qiu Qiyuan

Quellen

Einzelnachweise

Weblinks

Kategorie:Gerätturndisziplin Kategorie:Sportgerät