mini|310px|Der Ort Mitzpe Ramon (links) und der große Erosionskrater Machtesch Ramon südlich der Airbase

Der Militärflugplatz Ramon (, ) ist ein Stützpunkt der Israelischen Luftwaffe (IAF). Er befindet sich im Südbezirk Israels, auf dem Hochland der Negev-Wüste, nordwestlich des Ortes Mitzpe Ramon, etwa 17 Kilometer von der ägyptischen Grenze entfernt. Auf ihm sind mehrere Staffeln Kampfjets und Kampfhubschrauber stationiert, und er besitzt zwei Start- und Landebahnen von 2.700 und 3.010 Meter Länge. Südlich des Ortes Mitzpe Ramon beginnt der Machtesch Ramon, ein mächtiger Erosionskrater, von dem der Ort und der Flugplatz ihre Namen haben. Die Basis wird oft auch als Negev Airbase bezeichnet, ein früherer Name war Matred nach einem meist trockenliegenden Bach auf dem Gelände.

Geschichte Camp-David-Abkommen Der Militärflugplatz Ramon wurde zwischen 1979 und 1982 zusammen mit den Flugplätzen Nevatim und Ovda hauptsächlich von US-Firmen im Süden Israels errichtet – als Ersatz für die nach dem Camp-David-Abkommen im September 1978 aufgegebenen vier israelischen Basen auf der Sinai-Halbinsel (siehe auch die Karte unterhalb).

Aufgegebene Flugplätze der Israelischen Luftwaffe (IAF) auf der Sinai-Halbinsel: Eitam Airbase (heute: Flughafen El Gora) Etzion Airbase (heute: Flughafen Taba) Ofira Airbase (heute: Flughafen Scharm asch-Schaich) Refidim Airbase (heute: Flughafen Bardawil in El Hassana)

Auf dem Gelände der Ramon Airbase befanden sich sowohl Fundstätten aus der Eisenzeit als auch ein ehemaliger Schießplatz der Armee, was beides genauere Untersuchungen vor dem Baubeginn erforderte, einerseits wegen der archäologischen Artefakte als auch wegen Blindgängern. Die Flugplätze Ramon und Ovda sind sich in ihrem Aufbau und ihrer Bauweise sehr ähnlich.

Kampfjets Noch vor seiner kompletten Fertigstellung 1982 übernahm Ramon einen Teil der auf den ehemaligen vier Sinai-Basen stationierten Flugzeuge, zum einen A-4H/N Skyhawk Ayit leichte Kampfbomber und zum anderen F-16A/B Netz Kampfjets:

Der Militärflugplatz sollte von Anfang an Platz bieten für drei Staffeln von Kampfflugzeugen à 25 Maschinen, die zurzeit auch dort beheimatet sind:

119. Staffel „Bat“ Die 119. Staffel „Bat“ wurde 1956 auf dem Militärflugplatz Ramat David ins Leben gerufen und 1957 nach Tel Nof verlegt. Sie war primär für nächtliche Einsätze vorgesehen (daher der Name „Bat“ für Fledermaus) und flog zunächst die britische Gloster Meteor NF.13 (Night Fighter) sowie die französische Sud SO-4050 Vautour. In den 1960ern folgte die Dassault Mirage IIICJ Shahak und in den 1970ern die US-amerikanische F-4E Phantom II Kurnass bzw. ab 1989 die in Zusammenarbeit mit israelischen Firmen weiter entwickelte Kurnass 2000.

2004 wurden alle F-4Es stillgelegt und die Staffel auf dem Militärflugplatz Tel Nof geschlossen. Im Januar 2005 wurde die „Bat“-Staffel dann auf dem Militärflugplatz Ramon wiedereröffnet und erhielt den neuen, an israelische Bedürfnisse angepassten F-16I Sufa Jet, der auf der zweisitzigen Variante F-16D (Block 50/52 Plus) der USAF basiert.

Die 119. Staffel „Bat“ gilt seit ihrer Gründung als eine der Elite-Staffeln der Israelischen Luftwaffe, die jeweils mit den neuesten und schlagkräftigsten Kampfflugzeugen ihrer Zeit ausgestattet wird, wie jetzt mit der F-16I Sufa.

201. Staffel „The One“ Die 201. Staffel „The One“ wurde 1956 während der Suezkrise auf dem Luftwaffenstützpunkt Lod (heute Flughafen Ben Gurion) aufgestellt und flog zunächst die französische Dassault Mystère IV A. Im September 1969 – auf dem Höhepunkt des Abnutzungskrieges mit Ägypten – erhielt sie auf dem Militärflugplatz Chazor als erste israelische Staffel die US-amerikanische F-4E Phantom II Kurnass. 1988 zog die Staffel auf den Militärflugplatz Tel Nof um und erhielt ab 1989 die verbesserte Kurnass 2000.

Nachdem im Jahr 2004 alle F-4Es stillgelegt worden waren, wurde die Staffel auf Tel Nof vorübergehend geschlossen. Im Juli 2008 wurde die Staffel „The One“ dann auf dem Militärflugplatz Ramon wiedereröffnet und erhielt als vierte und letzte der IAF ihre F-16I Sufa Jets. Neben den drei Staffeln auf Ramon gibt es noch die 107. Staffel „Knights Of The Orange Tail“ auf dem Militärflugplatz Chazerim mit genau diesen Jets.

Im April 2020 wurde eine Gedenkstätte der 201. Staffel „The One“ mit einer restaurierten F-4E Phantom II Kurnass vor den Toren der Airbase eröffnet. Der Jet war während des Jom-Kippur-Krieges von der Staffel geflogen worden und hatte später viele Jahrzehnte im Magazin des IAF-Museums beim Militärflugplatz Chazerim verbracht. Nach einer längeren Renovierung wurde die Kurnass schließlich von Chazerim nach Ramon transportiert.

253. Staffel „Negev“ Die 253. Staffel „Negev“ wurde 1976 auf dem Militärflugplatz Chazor aufgestellt und anschließend auf die Eitam Airbase im nördlichen Sinai verlegt, der sich damals unter israelischer Kontrolle befand. Zu diesem Zeitpunkt flog sie die in Israel gebaute IAI Nesher und ab 1980 die von anderen Staffeln übernommene Dassault Mirage III Shahak. 1981 zog sie auf den neu errichteten Militärflugplatz Ramon um und erhielt bald darauf F-16A/B Netz Jets.

2003 wurde die Staffel auf Ramon vorübergehend aufgelöst und ihre verbliebenen F-16A/B-Jets an die 116. Staffel „Defenders Of The South“ auf dem Militärflugplatz Nevatim übergeben. Im Februar 2004 erhielt sie als erste von vier Staffeln der IAF die neue, an israelische Bedürfnisse angepasste F-16I Sufa, von denen an jede Staffel 25 Jets ausgeliefert wurden.

Am 6. September 2007 nahmen zwei F-16I Sufa Jets der Staffel „Negev“ an Operation Orchard teil, einem Angriff auf den fast fertigen al-Kibar-Reaktor in Syrien und zerstörten ihn. Siehe auch: hier.

Kampfhubschrauber Nachdem die Ramon Airbase in den ersten Jahren nach ihrer Fertigstellung eine reine Kampfjet-Basis gewesen war, wurde sie gegen Ende 1980er Jahre durch das Anlegen eines Heliports auch für Kampfhubschrauber ausgebaut, die ab 1990 aus den USA eintrafen.

113. Staffel „Hornet“ Die 113. Staffel „Hornet“ oder auch „Wasp“ wurde 1955 noch als Kampfjet-Staffel auf dem Militärflugplatz Chazor gegründet und mit französischen Dassault Ouragan Jets ausgestattet. 1973 wurden diese durch in Israel gebaute IAI Nesher ersetzt und 1976 dann durch verbesserte IAI Kfir Jets. 1986 wurde die Staffel geschlossen, aber im September 1990 auf dem Militärflugplatz Ramon mit AH-64A Apache Peten Kampfhubschraubern aus den USA wiedereröffnet. Ab 2005 wurden diese durch weiterentwickelte AH-64D Apache Longbow Saraf ersetzt und ihre AH-64A Peten an die 190. Staffel auf Ramon weitergegeben.

190. Staffel „Magic Touch“ Die 190. Staffel „Magic Touch“ wurde 1980 auf der Luftwaffenbasis Palmachim mit MD 500 Defender Mehrzweck-Hubschraubern gegründet. 1995 zog sie auf den Militärflugplatz Ramon um und erhielt als zweite Kampfhubschrauber-Staffel der IAF den AH-64A Apache Peten. 2005 erhielt sie zusätzlich alle AH-64A von der 113. Staffel, die auf den weiterentwickelten AH-64D Apache Longbow Saraf umgestellt wurde.

Operation Orchard Am 6. September 2007 flogen unter dem Decknamen Operation Orchard (deutsch: Operation Obstgarten; auch bekannt als Operation Outside the Box) vier F-16I von Ramon – zwei aus der „Bat“-Staffel und zwei aus der „Negev“-Staffel – und vier F-15I der „Hammers“-Staffel vom Militärflugplatz Chazerim einen Angriff auf den fast fertigen al-Kibar-Reaktor in Syrien und zerstörten ihn. Damit sollte verhindert werden, dass Syrien eigene Atombomben bauen kann. Mehr als zehn Jahre später, am 21. März 2018, gab Israel den Angriff offiziell zu.

Gegenwart Im Herzen der Negev-Wüste liegt einer der aktivsten und schlagkräftigsten Stützpunkte der israelischen Streitkräfte. Ausgestattet mit drei Staffeln von F-16I Sufa Kampfflugzeugen und zwei Staffeln von AH-64A/D Apache (Longbow) Peten/Saraf Kampfhubschraubern, ist die Ramon Airbase rund um die Uhr in der Lage, sofort auf Bedrohungen aller Art zu reagieren und sie zu bekämpfen. Dafür werden die eingesetzten Waffensysteme immer einsatzbereit und auf dem neuesten Stand gehalten.

Um den Erfolg von Einsätzen zu gewährleisten, ist ständiges Training unerlässlich, sowohl bei Tag als auch bei Nacht. Die ausgedehnten Flächen der Negev-Wüste in der Umgebung der Airbase bieten dafür die besten Voraussetzungen, z. B. auch in und um den riesigen Erosionskrater Machtesch Ramon, der wenige Kilometer südlich beginnt (siehe Foto in Galerie unterhalb). Internationale Partner mit ihren Kampfjets werden regelmäßig eingeladen an Übungen teilzunehmen, z. B. bei der alle zwei Jahre stattfindenden Übung Blue Flag auf dem ca. 90 Kilometer südlich gelegenen Militärflugplatz Ovda, auf dem selbst nur eine Aggressor-Trainingsstaffel beheimatet war.

Neue Kampfhubschrauber mini|Ein AH-64E Apache Guardian der US-Army über Deutschland im August 2024 Schon seit Anfang der 2010er Jahre gab es Überlegungen, neue Kampfhubschrauber vom Typ AH-64E Apache Guardian vom US-Hersteller Boeing anzuschaffen, was aber in der Vergangenheit wiederholt nicht zuletzt an den Kosten scheiterte. Gleichzeitig wurden die Drohnen der IAF immer weiter entwickelt, wie sie u. a. auf den Luftwaffenbasen Palmachim, Ramat David und Tel Nof stationiert sind. Diese „UAVs“ haben gegenüber Hubschraubern mehrere Vorteile, wenn sie nicht zum Transport eingesetzt werden müssen: sie sind in Anschaffung und Unterhalt wesentlich günstiger, haben eine größere Reichweite und Ausdauer und man setzt nicht mehr das Leben von Piloten aufs Spiel. Auch in anderen Ländern gibt es mittlerweile erhebliche Zweifel, ob Kampfhubschrauber noch effektiv und zeitgemäß sind.

Am 20. September 2025 wurde überraschenderweise bekannt gegeben, dass Israel nun doch 30 neue Kampfhubschrauber des Typs AH-64E Apache Guardian zusätzlich anschaffen wird, was deren Anzahl annähernd verdoppeln würde. Mit einem Anteil von 3,8 Milliarden Dollar sei dies Teil eines Waffendeals mit den Vereinigten Staaten über insgesamt 6 Milliarden, für den die dortige Trump-Regierung gegenüber dem US-Kongress bereits seine Zustimmung signalisiert hat. Die Waffen würden aber frühestens in zwei bis drei Jahren zur Auslieferung kommen. Ob die neuen Kampfhubschrauber auch auf Ramon stationiert werden, was dazu ausgebaut werden müsste, wurde noch nicht gesagt. Alternativ böte sich auch der Militärflugplatz Chazerim 50 Kilometer weiter nördlich an, auf dem es bereits einen Heliport gibt und auf dem bis 2015 UH-60 Black Hawk Yanshuf Transporthubschrauber stationiert waren.

Geheime Langstrecken-Aufklärungsdrohnen Mitte Oktober 2024 enthüllten durchgesickerte Dokumente die Existenz einer streng geheimen israelischen Langstrecken-Aufklärungsdrohne. Die Dokumente waren im Zusammenhang mit den Vorbereitungen für einen militärischen Gegenschlag auf den Iran aufgetaucht. Die geheimen Stealth-Drohnen sollen auf dem Luftwaffenstützpunkt Ramon stationiert sein und von dort unerkannt den Iran erreichen können. Bereits seit einiger Zeit waren auf Satellitenbildern von Ramon neben der nördlichen Runway zwei neu errichtete abgesicherte Bereiche aufgefallen, die dafür in Frage kommen könnten (). In diesen befinden sich mehrere Hangars und diverse kleinere Bauten, die darauf hindeuten, dass dort Fluggeräte unbekannter Art untergebracht sind.

Ende Oktober 2024 wurde dann ein Video veröffentlicht, das eine mysteriöse Stealth-Drohne vor der Küste des Südlibanon zeigt. Das von Militärexperten „RA-01“ getaufte und vermutlich israelische Luftfahrzeug hat Ähnlichkeit mit der geheimen US-Drohne RQ-180, von der es ebenfalls erst wenige Schnappschüsse gibt. Noch geheime Drohnen Israels sind auch auf dem Militärflugplatz Ramat David südöstlich von Haifa ganz offiziell in zwei Staffeln stationiert.

Weitere Drohnen-Hangars