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Distelhausen ist einer von sieben Stadtteilen von Tauberbischofsheim im Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg. Der Ort liegt an der Tauber und hat 882 Einwohner.Stadt Tauberbischofsheim: Start >> Stadt & Politik >> Unser TBB >> Stadtteile >> Distelhausen. Online auf www.tauberbischofsheim.de. Abgerufen am 27. April 2019.
Geographie mini|Gemarkung von Distelhausen, 1899 Geographische Lage
Distelhausen liegt südlich von Tauberbischofsheim und Dittigheim an der Tauber. Der Ort entstand mit dicht bebautem Siedlungskern auf einer rechtsseitigen Terrasse des Taubertal. Neue Wohngebiete entstanden in den Gewannen Torgarten (1952) und Weigersdam (1956, 1964). Zur Gemarkung der ehemaligen Gemeinde Distelhausen gehören das Dorf Distelhausen () und der Wohnplatz Bahnstation Distelhausen ().
Nachbargemeinden Im Norden grenzen Dittigheim und Tauberbischofsheim, im Osten Grünsfeld, im Südosten Gerlachsheim, im Süden Lauda-Königshofen und im Westen Dittwar an das Dorf.
Schutzgebiete und Naturdenkmale Auf der Distelhäuser Gemarkung gibt es zwei flächenhafte Naturdenkmale (siehe auch: Liste der Naturdenkmale in Tauberbischofsheim): Naturdenkmal Magerrasen Fuchsschwanz (Schutzgebiets-Nr. 81281150010); 1,6 ha; flächenhaftes Naturdenkmal; seit dem 10. März 1992.LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg: 81281150010 Magerrasen Fuchsschwanz. Online auf udo.lubw.baden-wuerttemberg.de. Abgerufen am 19. November 2016. Naturdenkmal Sukzessionsfläche Wilm Leite (Schutzgebiets-Nr. 81281150009); 2,2 ha; flächenhaftes Naturdenkmal; seit dem 10. März 1992.LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg: 81281150009 Sukzessionsfläche Wilm Leite. Online auf udo.lubw.baden-wuerttemberg.de. Abgerufen am 19. November 2016.
Geschichte Mittelalter Historische Funde deuten darauf hin, dass der Ort um etwa 800 nach Christus besiedelt war.Taubertal.de.: Distelhausen. Online auf www.taubertal.de. Abgerufen am 26. Dezember 2015. Es handelt sich um einen Ausbauort der Merowingerzeit. 1327 wurde der Ort erstmals urkundlich als Destelhausen erwähnt. 1333 folgte eine Erwähnung als Tesselhusen (auch „Tesselenhussen“) erwähnt. Der Name könnte auf den Personennamen des Hauses des Tassilo bedeutet haben; die Namensherkunft wird aber auch auf die später im Wappen gezeigten Distelpflanzen zurückgeführt. Wie weitere Urkunden belegen, war der Ort 1420 als Destelhusen (auch Destelhussen oder Destelhausen) bekannt. Der Ortsname entwickelte sich schließlich zu „Distelhausen“.
Der Ort gehörte einst zur Herrschaft Lauda und gelangte mit dieser an die Grafen von Rieneck, im späten 14. Jahrhundert an Pfalz, im Jahre 1410 an Pfalz-Mosbach und im Jahre 1450 wieder an die Grafen von Rieneck. Mitte des 15. Jahrhunderts starb etwa die Hälfte der Einwohner an der Pest.
Neuzeit Nachdem Distelhausen eine Reihe wechselnder Landesherrschaften hatte, gelangte der Ort schließlich im Jahre 1506 ans Hochstift Würzburg und zum dortigen Amt Lauda. Distelhausen gehörte in der Folge bis 1813 zum Amt Lauda. Distelhausen gehörte zur Zehnt Tauberbischofsheim und ab 1585 zu Zehnt Lauda. Der Ort war Teil des Bistums Würzburg bis zu dessen Säkularisation 1803 sowie des Fränkischen Reichskreises. Im Jahre 1803 gelangte der Ort zunächst zum Fürstentum Leiningen und wurde an Salm-Reifferscheid abgetreten. Das wurde jedoch 1805 im Austausch von Poppenhausen rückgängig gemacht. Nach Auflösung des Fürstentums im Jahre 1806 durch die Rheinbundakte wurde Distelhausen dem Großherzogtum Baden zugeschlagen. 1813 bis 1840 gehörte die Gemeinde zum Bezirksamt Gerlachsheim, danach zum Bezirksamt Tauberbischofsheim, später Landkreis Tauberbischofsheim, jetzt Main-Tauber-Kreis. 1814 lebten 751 Menschen in Distelhausen.
1867–1868 wurde der Bahnhof Distelhausen an der Bahnstrecke Lauda–Wertheim gebaut. Am Ende des Zweiten Weltkriegs richtete die US-Army zwischen Dorf und Bahnhof ein Depot für Nachschub, Munition und Fahrzeuge ein. In den 1970er Jahren wurde während des Baus der Bundesautobahn 81 mit der nahe gelegenen Anschlussstelle Tauberbischofsheim sowie der nahe gelegenen Taubertalbrücke nördlich des Distelhäuser Bahnhofes vorübergehend der zusätzliche Deckenbaubahnhof Distelhausen errichtet.
Ab 1813 gehörte der Ort zum Bezirksamt Tauberbischofsheim, das wiederum im Landkreis Tauberbischofsheim und 1973 im Main-Tauber-Kreis aufging. Am 1. Januar 1975 wurde Distelhausen im Zuge der Gebietsreform in Baden-Württemberg gemeinsam mit Dittigheim und Dittwar ein Teil von Tauberbischofsheim.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohnerzahl Sonstiges 1814 751 1852 817 1871 761 1880 742 1890 709 1900 631 1910 618 1925 677 1933 647 1939 579 einschließlich Soldaten 1950 878 1956 762 1961 716 Volks-, Berufs- und Arbeitsstättenzählungen in Westdeutschland vom 6. Juni 1961 1970 790 Volks-, Berufs- und Arbeitsstättenzählungen in Westdeutschland vom 27. Mai 1970 2015 942 Fortgeschriebene Daten der Stadt Tauberbischofsheim anhand der Volkszählung in der Europäischen Union 2011 (Zensus)
Quellen: 1852–1956: Landesarchiv Baden-Württemberg, 1961–1970: Gemeindeverzeichnis, 2015: Angaben der Stadt Tauberbischofsheim
Politik Bürgermeister Amtszeit Bürgermeister 1964–1974 Robert Weber
Ortschaftsrat Der Ortschaftsrat besteht aus fünf Personen (vier Ortschaftsräte und einer Ortschaftsrätin). Alle werden von der CDU gestellt.
Ortsvorsteher Ortsvorsteher ist Sascha Diemer. Dieser vertritt Distelhausen ebenfalls im Gemeinderat von Tauberbischofsheim.
Wappen Erstmals tauchte das Wappen im 16. Jahrhundert auf einem Siegelstempel auf. Er trägt die Umschrift „DISTELHAVSEN 15(8)6“ und weist durch die Distelstaude „redend“ auf den Ortsnamen. Das Siegel trug später nur noch eine Distel mit dem Buchstaben „D“, bis im 19. Jahrhundert Farbstempel mit der Umschrift „GEMEINDE DISTELHAUSEN“ verwendet wurden, die im gekrönten Schild zwei verschlungene Zweige ohne Blüten zeigen. 1900 griff das Generallandesarchiv Karlsruhe auf die alte Vorlage des „redenden“ Wappens zurück und legte dessen Farben fest. Hierzu erteilte der Gemeinderat im Juli 1901 seine Zustimmung. Jedoch wurde noch bis nach dem Ersten Weltkrieg der Farbstempel von 1894 mit dem falschen Wappen verwendet.Hans Georg Zier, Julius Friedrich Kastner: Wappenbuch des Landkreises Tauberbischofsheim. Fränkische Nachrichten, Tauberbischofsheim 1967.
Wirtschaft mini|Distelhäuser Hopfengarten (2017) Landwirtschaft Weinanbau Weinbau wird auf der Einzellage „Kreuzberg“ betrieben. Diese ist Teil der Großlage Tauberklinge und dem Bereich Tauberfranken des Weinanbaugebietes Baden zugeordnet.Becksteiner Winzer eG: . online auf www.becksteiner-winzer.de. Abgerufen am 9. Mai 2015.
Hopfenanbau Ein für die Region untypisches Hopfenfeld wird durch die ortsansässige Brauerei betrieben.Distelhäuser Brauerei: Zwölftes Distelhäuser Hopfenzupferfest: (…) Besucher konnten kräftig mit anpacken. online auf www.fnweb.de. 2. September 2013. Abgerufen am 9. Mai 2015.
Tourismus mini|Distelhäuser Bierwanderweg Der Taubertalradweg führt durch den Ort. Für Wanderer gibt es den ausgeschilderten Distelhäuser Bierwanderweg. Daneben verläuft ein kleiner Abschnitt des Panoramawegs Taubertal über die Distelhäuser Gemarkung.
Verkehr Distelhausen hat einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Lauda–Wertheim. Der hier 1867 durch die Großherzoglich Badischen Staatseisenbahnen eröffnete Bahnhof war bis 1981 mit Personal besetzt.
Zudem verkehren Busse aus der Ortsmitte nach Tauberbischofsheim, Lauda und Grünsfeld.
In der Nähe befindet sich seit 1972 die Anschlussstelle Tauberbischofsheim an die Bundesautobahn 81 (Würzburg – Gottmadingen), die hier über die Taubertalbrücke führt. Ferner liegt der Ort an der Bundesstraße 290 (Tauberbischofsheim – Westhausen).
Wasserversorgung
Ansässige Unternehmen Die Distelhäuser Brauerei vertreibt ihre Produkte in der Region Heilbronn-Franken und Teilen von Unterfranken.Distelhäuser Brauerei: . online auf www.distelhaeuser.de. Abgerufen am 9. Mai 2015.
Öffentliche Einrichtungen Folgende öffentlichen Einrichtungen befinden sich in Distelhausen: Erich Kästner Grundschule Kreismedienzentrum des Main-Tauber-Kreises Autobahnmeisterei Tauberbischofsheim Autobahnpolizeirevier Tauberbischofsheim Straßenmeisterei Tauberbischofsheim
Medien Tauberbischofsheim AKTUELL informiert als städtisches Mitteilungsblatt jeweils zum ersten und dritten Donnerstag eines Monats.Stadt Tauberbischofsheim: . online auf www.tauberbischofsheim.de. Abgerufen am 25. Mai 2016.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke und Baudenkmäler
mini|hochkant|Kirche St. Markus Pfarrkirche St. Markus Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Markus wurde von 1731 bis 1738 wurde unter Aufsicht von Balthasar Neumann erbaut.Seelsorgeeinheit Tauberbischofsheim: . Online auf www.kath-kirche-tbb.de. Abgerufen am 26. Dezember 2015. Die erste Dorfkirche, die überwiegend aus Holz gebaut war, fiel 1725 einem Brand durch einen Blitzeinschlag zum Opfer. An den Vorgängerbau erinnert ein mittelalterlicher Turm am Altarraum.Fränkisches Weinland: Katholische Pfarrkirche St. Markus. Online auf www.fraenkisches-weinland.de. Abgerufen am 26. Dezember 2015.
Da es in Distelhausen keine evangelische Kirche gibt, besuchen die evangelischen Gottesdienstteilnehmer die evangelische Christuskirche in Tauberbischofsheim.
St.-Wolfgangs-Kapelle Die St.-Wolfgangs-Kapelle in Distelhausen ist seit 1472 Schauplatz des St.-Wolfgangs-Ritts.
Zobelschloss In Distelhausen steht das Zobelschloss. Dabei handelt es sich um einen historischen Fachwerkbau, der 1840 als Sommersitz der Familie von Zobel errichtet wurde. Seit 2003 befindet sich in dem Gebäude das Kreismedienzentrum des Main-Tauber-Kreises.Fränkische Nachrichten: Ortsgeschichte und Weinbau neue Themen. 30. Mai 2014. Online auf www.fnweb.de. Abgerufen am 25. März 2016.
Schloss Abendantz Im Ortskern befindet sich das im 18. Jahrhundert erbaute Schloss Abendantz. Bis 2009 diente ein Teil des Gebäudes als Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Distelhausen.
Bauernhofmuseum Ein Bauernhofmuseum beherbergt ca. 5.000 Exponate aus dem bäuerlichen Leben.Bauernhofmuseum: Willkommen im Bauernhofmuseum-Distelhausen. online auf www.bauernhofmuseum-distelhausen.de. Abgerufen am 9. Mai 2015.
Wetterkreuz Zum „ewigen Andenken“ an einen Gewitterschaden wurde 1714 ein Wetterkreuz errichtet, das heute auf vielen Wanderkarten ausgewiesen ist. Das Wetterkreuz bildet den Grenzstein zu den Gemarkungen von fünf Altgemeinden (Oberlauda, Lauda, Dittwar, Dittigheim und Distelhausen), deren Ortswappen darauf abgebildet sind.Fränkische Nachrichten: . 16. September 2014. online auf www.fnweb.de. Abgerufen am 16. Mai 2015.
Regelmäßige Veranstaltungen (jeweils jährlich) Distelhäuser PfingsttageStadt Tauberbischofsheim: . Online auf www.tauberbischofsheim.de Abgerufen am 13. Juli 2016. St.-Wolfgangs-Ritt zur Kapelle am Pfingstmontag im Rahmen der Distelhäuser Pfingsttage. Bei einem Gottesdienst wird zum heiligen Wolfgang um Fürbitte gegen alle Krankheiten, die Mensch oder Tier treffen könnten, gebetet. Pferde, Kutschenfahrer und Reiter werden nach der Messe gesegnet. Der St.-Wolfgangs-Ritt weist seit 1472 eine lange Tradition auf und zieht Menschen aus nah und fern an. Distelhäuser Genießermarkt mit überwiegend regionalen Erzeugnissen Dreikönigskonzert der Musikkapelle Distelhausen Prunksitzung der Musikkapelle Distelhausen Herbstkonzert des Gesangvereins Liederkranz Distelhausen (bis 2013) „Hopfenzupferfest“ der ortsansässigen Brauerei Liederabend und Winzerfest, Anfang Oktober
Vereine Gesangverein „Liederkranz“ Distelhausen e. V. Gründung: 8. Dezember 1863fnweb.de: Reges Vereinsleben bis zum 2. Weltkrieg erkennbar. online auf www.fnweb.de. Abgerufen am 2. Februar 2015.