Ole Diehl (* 3. April 1964 in Kiel) ist ein deutscher Diplomat und Politikwissenschaftler. Er war von 2016 bis 2019 und 2022 bis 2026 Vizepräsident des Bundesnachrichtendienstes; dazwischen war er von 2019 bis 2021 deutscher Botschafter in Bagdad.
Ausbildung und Wissenschaft Diehl studierte ab 1983 Politikwissenschaft, Öffentliches Recht und Slawistik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Im Jahre 1988 wurde er wissenschaftlicher Referent am Bundesinstitut für ostwissenschaftliche und internationale Studien (BiOst) in Köln sowie bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) in Bonn. Seine Schriften beschäftigen sich mit militärischen Fragen des Warschauer Paktes und mit den ukrainisch-russischen Beziehungen. Er promovierte 1992 an der Freien Universität in Berlin zum Thema der Strategiediskussion in der Sowjetunion.
Laufbahn Im Jahre 1994 begann Diehl eine Attachéausbildung beim Auswärtigem Amt (AA) in Bonn. Darauf war er Referent in den Büros des damaligen Staatsministers Werner Hoyer und des damaligen Bundesaußenministers und Vizekanzlers Klaus Kinkel. 1997 wurde er Kultur- und Presseattaché an der deutschen Botschaft in Wellington (Neuseeland) und zwei Jahre später Referent für Außenpolitik in der FDP-Bundestagsfraktion als persönlicher Mitarbeiter des FDP-Bundestagsabgeordneten Kinkel. Diehl wurde 2006 Referatsleiter im Bundespräsidialamt. 2009 wechselte er als Botschaftsrat an die Deutsche Botschaft Washington, D.C. (USA). Im gleichen Jahr wurde Diehl Leiter des Parlaments- und Kabinettsreferats im AA und fünf Jahre später, im Jahr 2014, Büroleiter von Staatsministerin Maria Böhmer im AA. Ebenfalls 2014 übertrug man ihm das Amt des Referatsleiters für Mitteleuropa im AA.
Nachdem er von 2015 bis 2016 als Generalkonsul in Masar-e Scharif (Afghanistan) tätig gewesen war, wurde Diehl zum Vizepräsidenten des Bundesnachrichtendienstes (BND) ernannt und war dort Amtsnachfolger von Michael Klor-Berchtold, der als Botschafter in den Iran wechselte. Am 19. August 2019 wurde er als Botschafter Deutschlands im Irak akkreditiert. Seine Zeit in Bagdad endete im September 2021. Sein Nachfolger wurde Martin Jäger. Am 1. März 2022 wurde Diehl erneut Vizepräsident des BND. Am 1. Juli 2026 folgte ihm Maximilian Rasch in diesem Amt.
Persönliches Diehl ist mit der Vizepräsidentin des Bundesamts für Auswärtige Angelegenheiten, Barbara Quick, verheiratet und hat keine Kinder.
Schriften (Auswahl)
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Deutscher Botschafter im Irak Kategorie:Vizepräsident des Bundesnachrichtendienstes Kategorie:Absolvent der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1964 Kategorie:Mann