Der SSC Karlsruhe e. V. ist ein 1967 gegründeter Mehrspartensportverein aus Karlsruhe, der im Leistungs-, Breiten- und Gesundheitssport aktiv ist. Die Männer-Mannschaft der Volleyballer (BadenVolleys) startet in der 1. Bundesliga. Das Unterwasser-Rugby-Team, die Roller-Derby-Damenmannschaft und die Sportgymnastinnen treten in der 2. Bundesliga an. Ein Element seiner Sportidee ist die Integration von Trendsportarten, die auch Gründungen der Bundesligen im Inlinehockey und Roller Derby auf den Weg brachten. Pionierarbeit wurde im Wasserspringen (Karlsruher Springerschule) und Freestyle Frisbee (Leitfaden zur Ausrichtung Deutscher Meisterschaften) geleistet. Der Verein unterhält regionale Sportgemeinschaften und Kooperationen, die vielfach sozial motiviert sind. Sportbezogene Kinder- und Jugendarbeit erfolgen in einer Sportkita, einer Kindersportschule und gemeinsam mit einer Eliteschule des Sports. Vereinsvertreter unterstützten und richteten Wettbewerbe auf globaler Ebene wie Weltmeisterschaften und World Games aus. Die vereinseigenen Sportstätten liegen auf 60.000 m² im Traugott-Bender-Sportpark.

Geschichte des Vereins Vereinsgründung und Fusion mit dem Karlsruher Schwimmclub (1967–1979) Jahreschronologie 1967–1979 1967 30. Juni Gründung SSC Waldstadt 1968 1000 Mitglieder 1969 Ernst-Reuter-Schule: Sporthalle 1970 Europäische Schule: Sporthallen 1971 Erste Tennisplätze und Rasenfeld 1972 2000 Mitglieder 1973 Erstes Angebot für Nichtmitglieder 1975 Otto-Hahn-Gymnasium: Sporthalle 1978 3000 Mitglieder 1979 Fusion mit KSN 1899 zum SSC Karlsruhe

Der spätere Olympiazweite im 200-Meter-Lauf, Carl Kaufmann, und sein Trauzeuge Franz Alt erkannten, dass es für die Baby-Boomer im 1957 errichteten und kinderreichsten Stadtteil in der Karlsruher Waldstadt außer Fußball kein sportliches Angebot gab.Hof: Die Waldstadt in Karlsruhe. 2007, S. 221. Sie konnten Traugott Bender, den Gemeinderat und späteren baden-württembergischen Justizminister, als Förderer für ihre Sportidee gewinnen. Nach der Vereinsgründung (beteiligte Personen) am 30. Juni 1967 warben sie vielfältig für eine Mitgliedschaft, so dass ein Vierteljahr später über 600SSC Karlsruhe: 50 Jahre Sportideen. 2017, S. 101. und ein halbes Jahr später 1.017 Mitglieder, davon 491 unter 14 Jahren, gewonnen werden konnten. Schulsporthallen der Ernst-Reuter- und der Europäischen Schule erweiterten ab 1969 die Möglichkeiten, so dass sich die Zahl an Kindern und Jugendlichen auf über 1.000 erhöhen konnte. Die Mädchen tendierten zu Gerätturnen und Ballett, während die Jungen Basketball, Handball und Leichtathletik bevorzugten. Der Verein war mit seiner Eltern-Kind-Gruppe in diesen Jahren Vorreiter in Karlsruhe.Hof: Die Waldstadt in Karlsruhe. 2007, S. 231. Die Tennisplätze wurden 1971 eingeweiht, und der Lauftreff war 1973 das erste Angebot für Nicht-Mitglieder. In der Vereinssatzung fand sich neben der besonderen Gewichtung des Schwimmens im Vereinsnamen die Errichtung einer geeigneten Sportstätte:

1974 begannen Fusionsverhandlungen mit dem Karlsruher Schwimmclub Neptun (KSN) 1899 parallel zur Entwicklung des Fächerbades. Im Zuge dieser Gespräche wurde der Vereinszweck dahingehend geändert, „erforderliche Sportstätten zu errichten und zu unterhalten.“ Die Fusion wurde durch Beschluss am 25. Januar 1979 vollzogen.Stadtarchiv Karlsruhe: Karlsruher Chronik. 1992, S. 228.

Begegnungszentrum, Gemeinschaften und Kindersportschule (1980–1997) Jahreschronologie 1980–1997 1980 Sport- und Begegnungszentrum mit Gaststätte 1981 Erste Kindertagesfreizeit im SSC-Zentrum 1982 Kooperationsmodell Schule und Verein 1984 Goldener Ball der Sportpresse Baden-Württemberg 1987 Goldene Pyramide für Basketball-Damen 1988 100. Deutsche Meisterschaften im Schwimmen 1989 4000 Mitglieder 1990 Tennishalle / FitnessTreff 1991 Länderspiele im Basketball und Volleyball 1992 Auszeichnung „Grünes Band“ Vielspartenverein 1997 Kindersportschule KiSSC

Ein wichtiger Faktor in der Vereinsentwicklung war 1980 die Fertigstellung des Sport- und Begegnungszentrums, das viele Besucher aus der Umgebung anzog. Zu dieser Zeit kam bereits ein Drittel der Vereinsmitglieder von außerhalb der Waldstadt. Diese Tendenz verstärkte sich weiter, so dass Anfang der 1990er-Jahre etwa die Hälfte der Vereinszugehörigen aus den nordöstlichen Stadtteilen und der Region kam.Hof: Die Waldstadt in Karlsruhe. 2007, S. 231. Das lag auch an einer vielfältigen Erweiterung des Angebots durch Sportarten wie Synchronschwimmen, Triathlon, Rhythmische Sportgymnastik, Unterwasser-Rugby, Inline-Hockey und Tauchen, die nur in wenigen Vereinen angeboten wurden.Hof: Die Waldstadt in Karlsruhe. 2007, S. 232.

Das Kooperationsmodell „Schule und Verein“ des baden-württembergischen Kultusministeriums wurde 1982 vom SSC initiiert und vom Badischen Turner-Bund betreut. Bei den unterschiedlichen Angeboten hatten Schwimmen und im Schulsport nicht geförderte Sportarten wie Ballett, Kegeln, Schach, Trampolin, Wasserball oder Tanzsport hohen Zuspruch. Daraus entwickelte sich ein Kindersport-Treff in Kooperation mit dem Otto-Hahn-Gymnasium Karlsruhe. Weitere Schulprojekte sind die „Erlebniswelt Turnhalle – Turnen, Toben, Spielen“ und „Sport im Ganztag“ mit der Eichendorffschule, das Angebot „Erlebniswelt Wasser – Verbesserung der Schwimmtechnik“ mit der Tullaschule und „Rhythmik & Bewegung“ in der Weinbrennerschule. Seit 1997 gibt es eine zertifizierte Kindersportschule, in der hauptamtliche Sportfachkräfte mit pädagogisch ganzheitlichem Konzept unterrichten.Bräunche: Sport in Karlsruhe. 2006, S. 135.

Im Rahmen der Städtepartnerschaft Karlsruhe – Halle gab es 1988 die erste sportliche Begegnung beim Friedenslauf in Halle und zehn Tage vor der Wende war die Freie Deutsche Jugend (FDJ)-Gruppe Halle verwundert über die Bedeutung des „Volkssports“, da dort nur leistungsorientierter Sport praktiziert wurde.SSC Karlsruhe: 50 Jahre Sportideen. 2017, S. 135. Patenvereine waren der Sportclub Hallesche Pumpenwerke 69 Halle, der Universitätssportverein Halle und der SV Halle. Dessen Vereinsmitglied, der zweifache Marathonolympiasieger Waldemar Cierpinski, trug sich 1990 in das Gästebuch ein.

Der Verein ist Mitglied des Freiburger Kreises, der Arbeitsgemeinschaft größerer deutscher Sportvereine.Heidenheimer SB: Mitteilungsblatt 4. Quartal. 1978, S. 30. Karl Heinz Stadler erarbeitete in einem bundesweiten Arbeitskreis ein Qualitätshandbuch zur Organisation im Sportverein mit zwölf Bausteinen. 1983 wurde über „Sport als Bestandteil des sozialen Netzes“ referiert und diskutiert. In den leistungssportorientierten, olympischen Disziplinen Leichtathletik (LG Karlsruhe, 1983) und Turnen (KunstturnRegion Karlsruhe, 1992) wurden erste regionale Sportgemeinschaften geschlossen.

Kooperationen und Bundesligisten (seit 1997) Jahreschronologie 2000–2020 2000 5000 Mitglieder 2003 Sport 21 2009 Cabriobad 2010 6000 Mitglieder 2012 Sportkita mit zwei Sporthallen 2014 Großer Stern des Sport für Seniorenangebote 2015 7000 Mitglieder / Frisbee-WM 2017 50 Jahre / Volleyball Männer Aufstieg 2. Bundesliga 2018 Neuer Boulderbereich im Sport 21 2019 Roller Derby Damen Aufstieg 1. Liga 2020 8000 Mitglieder 2022 Volleyball Männer Meisterschaft 2. Bundesliga Süd 2023 Volleyball Männer Aufstieg in die 1. Bundesliga

Der Verein unterhält Kooperationen mit anderen Vereinen wie im Capoeira (Meia Lua Inteira Offenburg e. V.), Fußball und Rugby (Karlsruher Sportverein Rintheim-Waldstadt e. V.), Gardetanz (Karnevalsgesellschaft 1904 Durlach e. V.), Gesellschaftstanz (Tanztoll GmbH), Kanu, Carving, Ski & Skateboard (Ski-Club Karlsruhe e. V.), Klettern (Sektion Karlsruhe des Deutschen Alpenvereins), Muay Thai (Muay Thai Club Karlsruhe e. V.), Reiten (Reiterverein Karlsruhe e. V.) und Snooker (Snookerclub 147 Karlsruhe e. V.). Im Rahmen des Angebots „Integration durch Sport“ des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) betreut der SSC Fußball- und Gorodki-Angebote. In Kooperation mit dem Schul- und Sportamt Karlsruhe werden Tanzangebote für Mädchen umgesetzt. In Zusammenarbeit mit der Sozial- und Jugendbehörde und dem Rotary Club erhalten benachteiligte Karlsruher Kinder Zugang zum Vereinssport.

Die Regionalisierung der leistungsorientierten Sportarten wurde im Schwimmen (Schwimmgemeinschaft Region Karlsruhe, 2012), in der Rhythmischen Sportgymnastik (WKG Karlsruhe/Bretten, 2016) und im Volleyball (Volleyball Region Karlsruhe 2019, 2019) fortgesetzt.

Seit 2012 starten Mannschaftssportler im Unterwasser-Rugby (2012), Roller Derby (2015), Volleyball (2015) und Cricket (2015) in Bundesligen.

Alle Bundeskaderathleten besuchen das Otto-Hahn-Gymnasium, wo es individuelle Lernpläne gibt.

Die Satzung stammt vom 22. April 2013. Organe des Vereins sind dementsprechend die Mitgliederversammlung, die als oberstes Organ Satzungsänderungen, Veräußerungen, Fusionen und die Auflösung beschließt. Die Delegiertenversammlung wird bei grundsätzlichen Entscheidungen vom Vorstand gehört. Diesem obliegt die Leitung des Vereins. Der Beirat fördert die Vereinsinteressen und ist von seiner Besetzung ein Spiegelbild der Gesellschaft in der Waldstadt. Weitere Organe sind der Jugendausschuss, die Rechnungsprüfer und die Ausschüsse, die grundsätzlich ehrenamtlich tätig sind.

Mitglieder- und Mitarbeiterzahlen mini|200px|Mitgliederentwicklung des SSC KarlsruheSSC Karlsruhe: 50 Jahre Sportideen. 2017, S. 149. Der Verein ist der drittgrößte Sportverein in Karlsruhe. Er beschäftigt 17 hauptamtliche Mitarbeiter, 250 Trainer, Übungsleiter und Sporttherapeuten mit etwa 550 Übungsstunden. Über eine beim Badischen Sportbund anerkannte Lizenz verfügen 151 SSCler. Die Geschäftsführung teilen sich Stefan Ratzel (Sport) und Birgit Berg (Verwaltung), die von vier Mitarbeiterinnen in den Bereichen Beitragswesen, Hallenbelegungen, Finanzbuchhaltung und Organisation unterstützt werden. Im Fitness- und Gesundheitsstudio sowie Gesundheits- und Kindersport finden sich ebenfalls Fachkräfte, die von einer Bundesfreiwilligen unterstützt werden (Stand: 2024). Die mitgliederstarken Abteilungen Schwimmen und Tennis verfügen über die meisten Lizenzen, gefolgt von Basketball und Volleyball.SSC Karlsruhe: 50 Jahre Sportideen. 2017, S. 115. Der Verein bietet mit einer Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann bzw. -kauffrau (IHK) berufliche Perspektiven nach der sportlichen Laufbahn. mini|Jana Berezko-Marggrander, Olympiateilnehmerin in der Rhythmischen Sportgymnastik, begann im September 2017 eine Ausbildung zur Sport- und Fitnesskauffrau.

Spitzensport im Verein Grundlagen Spitzensport wird basierend auf der Festlegung des Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) durch Teilnahme bei Wettbewerben auf globaler Ebene (Olympische und Paralympische Spiele sowie Weltmeisterschaften und World Games), Weltcup-Serien und Weltranglisten definiert.

Ergänzende Merkmale sind die Durchführung internationaler Veranstaltungen auf globaler Ebene (Weltmeisterschaften und World Games), die Ausweisung als Stützpunkt und im Jugendbereich die Kooperation mit einer Eliteschule des Sports.

Übersicht Die Schwimmabteilung weist mit Gabi Reha die einzige für den SSC bei Olympischen Spielen startende Athletin auf. In Seoul 1988 belegte sie die Plätze 15 und 11.

Die Frisbee Freestyler Florian Hess, Christian Lamred und Alexander Leist errangen mehrere Weltmeister- und Europameistertitel und dominierten von August 2015 bis August 2018 die Weltrangliste. 2015 fanden Weltmeisterschaften auf dem Vereinsgelände statt.

Die Wasserspringer stellten mit Maximiliane Michael Olympia- und mit Kerstin Häffner Weltmeisterschaftsteilnehmerinnen und gehören seit 2012 mit dem Horst-Görlitz-Springerzentrum im Fächerbad Karlsruhe zu den Nachwuchsstützpunkten des Deutschen Schwimmverbandes.

Die Tennisspielerin Sina Herrmann spielt seit April 2017 Weltranglisten-Turniere der ITF Women’s World Tennis Tour. 2008 und 2009 fanden die ATP-Challenger-Tour-Turniere im Herrentennis auf dem Vereinsgelände statt.

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