Das Pionierkommando 850 war eines der Pionierkommandos des Territorialheeres im Heer der Bundeswehr. Der Stabssitz war zuletzt Mannheim. Das Pionierkommando war dem Territorialkommando Süd unterstellt.
Aufträge Das Pionierkommando war – ähnlich wie die Pioniere der Korpstruppen im Feldheer – dem Befehlshaber des Territorialkommandos unmittelbar unterstellt. Die auf Ebene des Territorialkommandos gebündelten Truppenteile der Pioniertruppe verfügten über „schwere“ pioniertechnische Einsatzmittel wie Schwimmbrücken und die Fähren der Flusspioniere, um die Beweglichkeit des Territorialheeres zu fördern, insbesondere um Nachschubwege im rückwärtigen Gebiet offen zu halten. Besondere strategische Bedeutung hätten feste oder pioniertechnisch errichtete Übergänge über den Rhein gehabt, um den Kontakt zu rückwärtigen Gebieten auf dem Staatsgebiet der Westalliierten aufrechtzuerhalten.
Im Spannungs- oder Verteidigungsfall war das Pionierkommando zudem für Aufgaben im Zusammenhang mit dem NATO-Pipeline-System vorgesehen, darunter insbesondere die Sicherstellung des Betriebs und die Behebung von Schäden zur Aufrechterhaltung der Kraftstoffversorgung. In Friedenszeiten übernahm hingegen die zivile Fernleitungs-Betriebsgesellschaft (FBG) den regulären Betrieb sowie Wartung und Instandhaltung der Pipeline. Pipelinepioniere unterstützten diese bei besonderen Vorhaben, etwa Umbauarbeiten.
Je nach Lage unterstützten die Pioniere zudem Maßnahmen der Zivilverteidigung. Wie viele Truppenteile im Territorialheer war das Pionierkommando teilaktiv aufgestellt und wuchs erst im Verteidigungsfall zu seiner vollen Stärke auf. Nach der Mobilmachung entsprach seine Größe mit etwa 8000 Soldaten in etwa ein bis zwei Brigaden des Feldheeres.
Gliederung Um 1989 gliederte sich das Pionierkommando grob in:
25px|Internes Verbandsabzeichen Stab/Stabskompanie 850, Mannheim 25px|Internes Verbandsabzeichen Fernmeldekompanie 861 (GerEinh), Bingen Auflösung: 31.03.1993 25px|Internes Verbandsabzeichen Fernmeldekompanie 871 (GerEinh), Bingen Auflösung: 31.03.1993 25px Flußpionierkompanie 850, Neuwied (September 1989 aufgelöst) 25px|Internes Verbandsabzeichen Flußpionierkompanie 851 (GerEinh), Wiesbaden (September 1989 aufgelöst) 25px|Internes Verbandsabzeichen Schwimmbrückenbataillon 850 (teilaktiv), Pfungstadt Auflösung: 30.09.1993 25px|Internes Verbandsabzeichen Schwimmbrückenbataillon 860 (GerEinh), Ludwigsburg Auflösung: 31.03.1993 25px Schwimmbrückenbataillon 861 (GerEinh), Worms Auflösung: 31.03.1993 25px Schwimmbrückenbataillon 862 (GerEinh), Haiger Auflösung: 31.03.1993 25px|Internes Verbandsabzeichen Schwimmbrückenbataillon 863 (GerEinh), Gau-Algesheim Umbenennung in PiBrBtl 863 25px|Internes Verbandsabzeichen Pionierausbildungszentrum 850, Speyer 25px|Internes Verbandsabzeichen Pionierausbildungszentrum 851, Krailling Auflösung: 30. September 1993 25px|Internes Verbandsabzeichen ABC-Abwehrausbildungszentrum 911, Bruchsal Auflösung: 30. September 1993 25px|Internes Verbandsabzeichen Taucherausbildungszentrum 912, Neuwied Pipelinepionierregiment 85 (GerEinh) 25px|Internes Verbandsabzeichen Stab/Stabskompanie Pipelinepionierregiment 85 (GerEinh), Zweibrücken Auflösung: 31.03.1993 25px Pipelinepionerbataillon 850, Zweibrücken (Kader zur Aufstellung des Pipelinepionierregiments 850; nach dessen Aufstellung Auflösung) 25px|Internes VerbandsabzeichenPipelinepionierbataillon 851 (GerEinh), Zweibrücken Auflösung: 30.09.1993 25px|Internes Verbandsabzeichen Pipelinepionierbataillon 852 (GerEinh), Siegelsbach Auflösung: 30.09.1993 25px|Internes Verbandsabzeichen Pipelinepionierbataillon 853 (GerEinh), Achern Auflösung: 30.09.1993
Geschichte Aufstellung Das Pionierkommando 850 wurde am 1. Oktober 1981 zur Einnahme der Heeresstruktur IV in der Alten Artilleriekaserne in Mainz aufgestellt. 1987 verlegte der Stab in die Ludwig-Frank-Kaserne in Mannheim.
Auflösung Nach Ende des Kalten Krieges wurde das Pionierkommando 1994 etwa zeitgleich mit der Außerdienststellung des Territorialkommandos Süd außer Dienst gestellt. Nahezu alle Truppenteile des Pionierkommando 850 wurden Aufgelöst, eine Ausnahme bildeten folgende Verbände:
Taucherausbildungszentrum 912 (Aufgelöst 2007 in Havelberg) Schwimmbrückenbataillon 863 wurde umbenannt in PiBrBtl 863 Auflösung:30.06.2003 Pionierausbildungszentrum 850 wurde in das PiBrBtl 330 integriert.
Kommandeure +Nr.DienstgradNameBeginn der BerufungEnde der BerufungKommandostruktur1OberstSchwarz-Gewallig19571959sPiRgt 7062OberstSchönefeld19591963sPiRgt 7063OberstW. Kopp19631964sPiRgt 7064OberstFröhlich19641967sPiRgt 7065OberstKinder19671970sPiRgt 7066OberstWeißbrodt19701975sPiRgt 857OberstWandelt19751979sPiRgt 858OberstStemmann19791982sPiRgt 85 / PiKdo 8509OberstHolzki19821985PiKdo 85010OberstKarl Hoffmann19851988PiKdo 85011?????
Verbandsabzeichen mini|Internes Verbandsabzeichen des Stabes/Stabskompanie
Das Pionierkommando führte aufgrund seiner Ausplanung als Teil der unselbständigen Truppen des Territorialkommandos kein eigenes Verbandsabzeichen. Die Soldaten trugen daher das Verbandsabzeichen des übergeordneten Territorialkommandos.
Als „Abzeichen“ wurde daher unpräzise manchmal das interne Verbandsabzeichen des Stabes und der Stabskompanie „pars pro toto“ für das gesamte Pionierkommando genutzt. Es zeigte im Wesentlichen als Hinweis auf den Stationierungsraum die Wellenkämme für den Rhein und das Mainzer Rad. Die stilisierte Brücke ist ähnlich im Barettabzeichen der Pioniertruppe enthalten. Die schwarze Grundfarbe des oberen Schildteiles entspricht der Waffenfarbe der Truppengattung.
Einzelnachweise
Weblinks
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