Das Pionierkommando 800 war eines der Pionierkommandos des Territorialheeres im Heer der Bundeswehr. Der Stabssitz war Hilden. Das Pionierkommando war dem Territorialkommando Nord unterstellt.

Aufträge Das Pionierkommando war ähnlich wie die Pioniere der Korpstruppen im Feldheer dem Befehlshaber des Territorialkommandos unmittelbar unterstellt. Die auf Ebene des Territorialkommandos gebündelten Truppenteile der Pioniertruppe verfügten über „schwere“ pioniertechnische Einsatzmittel wie Schwimmbrücken und die Fähren der Flusspioniere um die Beweglichkeit des Territorialheeres zu fördern, insbesondere um die Nachschubwege im rückwärtigen Gebiet offen zuhalten. Besondere strategische Bedeutung hätten die festen oder pioniertechnisch errichteten Übergänge über den Rhein gehabt, um den Kontakt zu den rückwärtigen Gebieten auf dem Staatsgebiet der Westalliierten nicht zu verlieren. Ein weiterer Schwerpunkt war der Betrieb, Wartung und Instandhaltung der NATO-Pipeline, die enorme Bedeutung für den Nachschub mit Kraftstoff hatte. Je nach Lage unterstützten die Pioniere Maßnahmen der Zivilverteidigung. Wie viele Truppenteile im Territorialheer war das Pionierkommando teilaktiv aufgestellt und wuchs erst im Verteidigungsfall zu seiner vollen Größen auf. Insgesamt entsprach die Größe des Pionierkommandos nach der Mobilmachung mit etwa 6400 Soldaten in etwa einer der Brigaden des Feldheeres.

Gliederung Um 1989 gliederte sich das Pionierkommando grob in:

25px|Internes Verbandsabzeichen Stab/Stabskompanie Pionierkommando 800, Hilden 25px|Internes Verbandsabzeichen Fernmeldekompanie 800 (GerEinh), Düsseldorf 25px|Internes Verbandsabzeichen Flußpionierkompanie 800, Neuwied 25px|Internes Verbandsabzeichen Flußpionierkompanie 801 (GerEinh), Wiesbaden 25px Schwimmbrückenbataillon 810 (GerEinh), Kranenburg 25px|Internes Verbandsabzeichen Schwimmbrückenpionerbataillon 811 (GerEinh), Kranenburg 25px|Internes Verbandsabzeichen Feldersatzbataillon 802 (GerEinh), Wesel 25px|Internes Verbandsabzeichen Pionierausbildungszentrum 800, Emmerich Pipelinepionierregiment 80 25px|Internes Verbandsabzeichen Stab/Stabskompanie Pipelinepionerregiment 80 (GerEinh), Wuppertal 25px|Internes Verbandsabzeichen Pipelinepionerbataillon 800 (teilaktiv), Wuppertal (im Frieden Kader für Pipelinepionerregiment 80, nach dessen Aufstellung im Verteidigungsfall Auflösung) 25px|Internes Verbandsabzeichen Pipelinepionerbataillon 801 (GerEinh), Wuppertal 25px|Internes Verbandsabzeichen Pipelinepionerbataillon 802 (GerEinh), Uedem 25px|Internes Verbandsabzeichen Pipelinepionerbataillon 803 (GerEinh), Meppen

Geschichte Aufstellung Das Pionierkommando 800 wurde am 1. Oktober 1981 zur Einnahme der Heeresstruktur IV in der Waldkaserne in Hilden aufgestellt.

Auflösung Nach Ende des Kalten Krieges wurde das Pionierkommando 1993 etwa zeitgleich mit der Außerdienststellung des Territorialkommandos Nord außer Dienst gestellt. Aus dem Stab und weiteren Truppenteilen des Pionierkommandos wurde die Pionierbrigade 30 „Rhein-Weser“ in Hilden neu aufgestellt.

Kommandeure Nr.DienstgradNameBeginn der BerufungEnde der BerufungKommandostruktur1OberstFricke19581960sPiRgt 7052OberstMesserer19601962sPiRgt 7053OberstGülich19621965sPiRgt 7054OberstBuchhorn19651969sPiRgt 7055OberstJacobi19691971sPiRgt 705 / sPiRgt806OberstPetter19711972sPiRgt 807OberstTiedtke19721975sPiRgt 808OberstMarohl19751978sPiRgt 809OberstSchütz19781980sPiRgt 8010OberstKordt19801984sPiRgt 80 / PiKdo 80011OberstBucholz1984?PiKdo 800

Verbandsabzeichen mini|Internes Verbandsabzeichen des Stabes/Stabskompanie

Das Pionierkommando führte aufgrund seiner Ausplanung als Teil der unselbständigen Truppen des Territorialkommandos kein eigenes Verbandsabzeichen. Die Soldaten trugen daher das Verbandsabzeichen des übergeordneten Territorialkommandos.

Als „Abzeichen“ wurde daher unpräzise manchmal das interne Verbandsabzeichen des Stabes und der Stabskompanie „pars pro toto“ für das gesamte Pionierkommando genutzt. Es zeigte im Wesentlichen als Hinweis auf den Stationierungsraum den stilisierten Rhein wie im Wappen Nordrhein-Westfalens, den Bergischen Löwen ähnlich wie im Düsseldorfer Wappen und fast identisch mit der Darstellung im Wuppertaler Wappen. Die stilisierte Brücke ist ähnlich im Barettabzeichen der Pioniertruppe enthalten. Das interne Verbandsabzeichen wurde ähnlich vom Stab und der Stabskompanie des „Nachfolgeverbandes“ Pionierbrigade 30 fortgeführt.

Einzelnachweise

Weblinks

#800 Kategorie:Historische Organisation (Nordrhein-Westfalen) Kategorie:Gegründet 1981 Kategorie:Aufgelöst 1993 Kategorie:Geschichte Nordrhein-Westfalens (20. Jahrhundert) Kategorie:Geschichte (Hilden) Kategorie:Verband im Territorialheer (Bundeswehr) Kategorie:Organisation (Rheinschifffahrt) Kategorie:Organisation (Hilden)