Das FFH-Gebiet Giengener Alb und Eselsburger Tal ist ein im Jahr 2005 durch das Regierungspräsidium Tübingen nach der Richtlinie 92/43/EWG (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) angemeldetes Schutzgebiet (Schutzgebietskennung DE-7427-341) im deutschen Bundesland Baden-Württemberg. Mit Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen zur Festlegung der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung vom 5. November 2018 (in Kraft getreten am 11. Januar 2019), wurde das Schutzgebiet ausgewiesen.

Lage Das 991,1 Hektar große Schutzgebiet gehört zu den Naturräumen 096 – Albuch und Härtsfeld und 097 – Lonetal-Flächenalb innerhalb der naturräumlichen Haupteinheit 09 – Schwäbische Alb. Es besteht aus mehreren Teilgebieten rund um Giengen und Herbrechtingen und erstreckt sich über die Markungen von sechs Städten und Gemeinden im Landkreis Heidenheim:

Gerstetten – 59,47 ha = 6 % Giengen an der Brenz – 208,41 ha = 21 % Heidenheim an der Brenz – 39,65 ha = 4 % Herbrechtingen – 495,57 ha = 50 % Hermaringen – 148,67 ha = 15 % Sontheim an der Brenz – 39,65 ha = 4 %

Beschreibung und Schutzzweck Das Schutzgebiet umfasst die Landschaft des Brenz- und Urbrenztales mit ausgedehnten Wacholderheiden und Kalk-Magerrasen, Schlucht- und Hangmischwälder, Feuchtgebiete sowie Felsbastionen in den Flusstälern und einen großen Buchenwaldkomplex nördlich Herbrechtingen. Im Gebiet befinden sich 53 Höhlen.

Lebensraumklassen (allgemeine Merkmale des Gebiets) (prozentualer Anteil der Gesamtfläche)

Angaben gemäß Standard-Datenbogen aus dem Amtsblatt der Europäischen Union

Lebensraumtypen Folgende Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie kommen im Gebiet vor:

EUCode Lebensraumtyp (offizielle Bezeichnung) Kurzbezeichnung Hektar 3150 Natürliche und naturnahe nährstoffreiche Stillgewässer mit Laichkraut- oder Froschbiss-Gesellschaften Natürliche nährstoffreiche Seen 1,07 3260 Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion Fließgewässer mit flutender Wasservegetation 28,81 5130 Formationen von Juniperus communis auf Kalkheiden und -rasen Wacholderheiden 128,09 6110 Lückige basophile oder Kalk-Pionierrasen (Alysso-Sedion albi) Basenreiche oder Kalk-Pionierrasen 5,95 6210 Naturnahe Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien (Festuco-Brometalia) Kalk-Magerrasen 160,59 6410 Pfeifengraswiesen auf kalkreichem Boden, torfigen und tonig-schluffigen Böden (Molinion caeruleae) Pfeifengraswiesen 0,20 6510 Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis) Magere Flachland-Mähwiesen 10,99 8160 Kalkhaltige Schutthalden der collinen bis montanen Stufe Mitteleuropas Kalkschutthalden 0,32 8210 Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation 8,80 8310 Nicht touristisch erschlossene Höhlen Höhlen und Balmen 0,14 9130 Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum) Waldmeister-Buchenwald 179,81 9180 Schlucht- und Hangmischwälder Tilio-Acerion Schlucht- und Hangmischwälder 36,14

Zusammenhängende Schutzgebiete Mehrere Landschaftsschutzgebiete überschneiden sich ganz oder teilweise mit dem FFH-Gebiet. Südlich von Herbrechtingen liegt das Vogelschutzgebiet Nr. 7427-441 Eselsburger Tal innerhalb des FFH-Gebiets. Folgende Naturschutzgebiete liegen im FFH-Gebiet:

Ravensburg Eselsburger Tal Kürnberg

Siehe auch Liste der FFH-Gebiete in Baden-Württemberg

Weblinks Datenauswertebogen und Karte im Standarddatenbogen für das FFH-Gebiet „Giengener Alb und Eselsburger Tal“ Steckbrief des Natura 2000 Gebiets 7427-341 Giengener Alb und Eselsburger Tal (FFH-Gebiet) beim Bundesamt für Naturschutz

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