mini|Kurt-Hermann Kühn im Mai 1984 Kurt-Hermann Kühn (* 20. September 1926 in Merseburg; † 14. Oktober 1989 in Berlin-Buch) war ein deutscher Maler und Grafiker.
Leben und Werk Kühn war der Sohn des kommunistischen Gewerkschafters, Politikers und Journalisten Kurt Kühn. Er absolvierte eine Lehre als Dekorationsmaler. Von 1946 bis 1951 studierte er an der Kunstgewerbeschule der Stadt Leipzig und bis 1952 an der Akademie für Graphik und Buchdruck Leipzig bei Elisabeth Voigt, Walter Münze und Max Schwimmer sowie in Berlin an der Hochschule für Bildende und Angewandte Kunst bei Kurt Magritz, Arno Mohr und Horst Strempel.
Während des Studiums in Leipzig lernte Kühn seine Frau, die spätere Künstlerin Marianne Kühn-Berger, kennen. Gemeinsam wählten sie zum Lebensmittelpunkt das Land Brandenburg, wohnten zunächst in Kleinmachnow, später in Wilhelmshorst bei Potsdam.
Von 1953 bis 1970 war Kühn Dozent an der Außenstelle Potsdam der Fachschule für Werbung und Gestaltung Berlin. Einer seiner Schüler war Wolfgang Weber. Danach war Kühn bis zu seinem Tod 1989 freischaffend als Maler und Graphiker tätig. Während dieser Zeit war er 22 Jahre lang auch ehrenamtlicher Vorsitzender des Bezirksverbandes Potsdam des Verbands Bildender Künstler der DDR.
Neben einem umfangreichen malerischen und grafischen Werk schuf Kühn architekturgebundene Arbeiten wie großformatige Wandbilder, vornehmlich Fresken, und Entwürfe für Fassadengestaltungen, i. d. R. aus Metall. Beachtung fanden auch seine Frauenbildnisse und erotischen Zeichnungen. Arbeits- und Studienreisen führten Kühn regelmäßig ins Ausland, u. a. nach Syrien und Ägypten. In vielen seiner Arbeiten sind diese Reiseerlebnisse und Begegnungen verarbeitet.
Kühn hatte eine bedeutende Anzahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen. U. a. war er 1958/1959, 1962/1963, 1972/1973, 1977/1978 und 1987/1988 auf den Deutschen Kunstausstellungen bzw. Kunstausstellungen der DDR in Dresden vertreten.
Ehrungen
1959 und 1962: Medaille für ausgezeichnete Leistungen 1963: Pestalozzi-Medaille für treue Dienste 1964: Theodor-Fontane-Preis für Kunst und Literatur 1967: Dr. Theodor-Neubauer-Medaille 1982: Vaterländischer Verdienstorden in Silber (1974 in Bronze) 1984: Theodor-Körner-Preis 1986: Hans-Grundig-Medaille 1988: Verdienstmedaille des Ministeriums des Innern
Politische Vorwürfe und Kontroversen mini|Wandbild „Erben des Spartacus“ im Neuen Lustgarten in Potsdam (2022) Immer wieder kritisiert wurde die Nähe Kühns zur Ideologie der DDR. So monierte der Bürgerrechtler Bob Bahra die Wiederanbringung des Wandbildes „Erben des Spartacus“ in der Potsdamer Stadt- und Landesbibliothek als „Skandal“. Kühn sei seit 1968 „Gesellschaftlicher Mitarbeiter Sicherheit“ (GMS) der Staatssicherheit gewesen. Die Stadt Potsdam stellte klar, dass das Bild ein Zeugnis der Zeitgeschichte sei und als solches auch unter Denkmalschutz stehe.Abhängen der „Erben des Spartacus“ gefordert, Potsdamer Neuste Nachrichten, 23. Februar 2013
Werkbeispiele Siehe auch Bildindex der Kunst & Architektur
Tafelbilder Nachwuchs (1952, Öl)Der Bildindex der Kunst & Architektur nennt das Bild als Exponat der Dritten Deutschen Kunstausstellung in Dresden. Laut Katalog war Kühn jedoch auf der Ausstellung nicht vertreten. Es ist zu vermuten, dass er das Bild eingereicht hatte, dieses aber nicht berücksichtigt wurden Zirkelleiterin (1952, Öl) Bekenntnis zum Leben (1952, Öl) Mädchenakt (um 1962, Öl) Er hat verloren / Zwei Schachspieler (1962, Öl) Sonntagmorgen (1962, Öl, 96 × 122 cm)Abbildung in Bildende Kunst, Berlin, 8/1962, S. 414 Bildnis Dr. Helga Kroening (1964, Öl; Potsdam-Museum) Meine Mutter (1968, Öl) Serviererin Sylvia (Öl, 1976)
Druckgrafik und Zeichnungen Mahnung (um 1958, Lithografie) Zeilen und Zeichnungen. Der Ermunterung aller Liebenden und dem Gedenken an Giovanni Boccaccios (1975; Mappenwerk, 12 Blätter mit handkolorierten Zeichnungen)
Architekturgebundene Werke
Gesundes Leben (1950; Gipsintarsie in der Eingangshalle des Krankenhauses Belzig; 4,00 × 1,10 m)Ruth Pape et al.: Bildende Kunst + Architektur. Baukatalog Teil 4, Potsdam. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1972, S. 38 Frieden und Wissenschaft / u. a. Hände mit Friedenstaube (1968; Fassadengestaltung, Metall, 4,80 × 8,00 m; technische Ausführung Fa. Christian Röhl, Potsdam; Hennigsdorf, damalige Polytechnische Oberschule „Paul Schreier“; nach der deutschen Wiedervereinigung abgerissen)Ruth Pape et al.: Bildende Kunst + Architektur. Baukatalog Teil 4, Potsdam, Magdeburg, Schwerin, Rostock, Neubrandenburg. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1972, Potsdam, S. 46 Mosaike (1980; Potsdam, Karl-Liebknecht-Forum)Karl-Liebknecht-Forum, Kurt-Hermann Kühn, 1980, Stadt Potsdam, abgerufen am 24. Januar 2019
Erben des Spartacus (Wandgemälde, Stadt- und Landesbibliothek Potsdam) Hommage an die Unsterblichkeit (1989; Fresken, Ruppiner Kliniken), Märkische Allgemeine Zeitung, 28. September 2016 Wandgemälde (1987; Bezirksdirektion der Volkspolizei, später Innenministerium des Landes Brandenburg) Sonne von Rheinsberg (Wandgemälde, Rheinsberg, Klub der Gewerkschaft; zerstört)Klub der Gewerkschaft, Verein Stadtgeschichte Rheinsberg, abgerufen am 24. Januar 2019
Veröffentlichter Essay Weder Schlüssellochperspektive noch Exhibitionismus. In: Bildende Kunst, Berlin, 1976, S. 227–230
Literatur
Weblinks
private Website https://www.bing.com/images/search?q=kurt+hermann+k%c3%bchn&qpvt=kurt+hermann+k%c3%bchn&form=IQFRML&first=1 https://www.youtube.com/watch?v=b39JLd7VPq8
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (DDR) Kategorie:Grafiker (DDR) Kategorie:Träger des Vaterländischen Verdienstordens in Silber Kategorie:Träger der Johannes-R.-Becher-Medaille in Gold Kategorie:Person (Ministerium für Staatssicherheit) Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1926 Kategorie:Gestorben 1989 Kategorie:Mann