mini|hochkant|Juan Guaidó (2019)rahmenlos|zentriert|hochkant|klasse=skin-invert-image notpageimage|Unterschrift
Juan Gerardo Guaidó Márquez [] (* 28. Juli 1983 in La Guaira, Vargas) ist ein venezolanischer Wirtschaftsingenieur und Politiker. Er war von Januar 2016 bis Januar 2021 Abgeordneter für den Bundesstaat Vargas in der Nationalversammlung von Venezuela und gehörte bis 2020 der Partei Voluntad Popular („Volkswille“) anhttps://www.reuters.com/article/us-venezuela-election-eu/eu-no-longer-acknowledges-venezuelas-guaido-as-interim-president-idUSKBN29B2A9https://www.infobae.com/america/venezuela/2020/01/06/juan-guaido-renuncio-a-su-partido-voluntad-popular-para-dedicarse-a-la-presidencia-interina-de-venezuela/. Vom 5. Januar 2019 bis zum 5. Januar 2020 war Guaidó Präsident der Nationalversammlung als bis dato jüngster Amtsinhaber. Am 23. Januar 2019 erklärte er sich selbst gemäß Artikel 233Justia Venezuela – Artículo 233 venezuela.justia.com, abgerufen am 5. Februar 2019 (spanisch) der venezolanischen Verfassung zum Interimspräsidenten Venezuelas und wurde von 54 Nationen als solcher anerkannt., whitehouse.gov vom 10. April 2019, abgerufen am 11. April 2019 Die laut Artikel 233 der Verfassung vorgesehenen, Artikel 233, S. 59, abgerufen am 14. März 2019 Neuwahlen binnen 30 Tagen konnten jedoch nicht stattfinden und die effektive Exekutivgewalt lag de facto weiterhin beim Ministerkabinett von Venezuela unter Nicolás Maduro. Infolge der Parlamentswahl in Venezuela 2020 entzogen ihm mehrere Staaten und überstaatliche Organisationen, darunter die Europäische Union, die Anerkennung als Interimspräsident. Am 30. Dezember 2022 wurde Guaidó von der Mehrheit der Mitglieder der IV Legislatura de la Asamblea Nacional de Venezuela, der im Dezember 2015 letztmals frei gewählten Nationalversammlung, mit Wirkung zum 5. Januar 2023 als Interimspräsident abgewählt.Opposition in Venezuela wählt Guaidó ab. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2. Januar 2023, S. 4.
Herkunft und Ausbildung Juan Guaidó ist Sohn der Lehrerin Norka del Valle Márquez und von Wilmer Guaidó Vidartedes, eines ehemaligen Piloten bei der Fluglinie AVENSA, der heute auf Teneriffa lebt.De piloto aéreo a taxista en España: La historia del padre de Juan Guaidó lafm.com.co, abgerufen am 5. Februar 2019 (spanisch)Madre de Guaidó: "Nos tomó por sorpresa" su juramentación como presidente encargado elcomercio.pr, abgerufen am 5. Februar 2019 (spanisch) Er hat einen Bruder und zwei Halbschwestern.The Tico Times: Who is Juan Guaidó, 31. Januar 2019 Aufgewachsen in einer bürgerlichen Umgebung in der Hafenstadt La Guaira an der Karibikküste, machte er im Jahr 2000 den Bachiller in Wissenschaften am Institut Los Corales seiner Heimatstadt. Nach der Schulausbildung zog er ins nahe Caracas, studierte an der Universidad Católica Andrés Bello (UCAB) Ingenieurwissenschaften und schloss 2007 mit dem Titel des Wirtschaftsingenieurs ab. voluntadpopular.com, abgerufen am 5. Februar 2019 (spanisch) Im Anschluss durchlief er als Postgraduales Studium das „Programm Governance und Politikmanagement 2007“ an der UCAB in Caracas in Kooperation mit der US-amerikanischen George Washington University, Washington, D.C.; „Schulungen vor Ort und Fernunterricht für Leiter und Unterstützungsteams der nationalen, subnationalen und zivilen Organisation“.Convenio UCAB - CAF George Washington University, sri.ucab.edu.ve, abgerufen am 19. März 2019 (spanisch) Ebenfalls studierte er in Caracas an der privaten Business School Instituto de Estudios Superiores de Administración (IESA). voluntadpopular.com, abgerufen am 23. Januar 2019 (spanisch)
Politische Standpunkte Guaidó war bis 2020 Mitglied in der Partei Voluntad Popular, die sozialdemokratisch bzw. zentristisch ausgerichtet ist. Er übernahm Barack Obamas Wahlslogan Yes We Can (Si, se puede!), nachdem er sich zum Interimspräsidenten ausgerufen hatte. Im Hinblick auf die US-amerikanischen Verhältnisse sagte Guaidó: „Was man in den Vereinigten Staaten als Sozialist bezeichnet, nennt man hierzulande einen Sozialdemokraten.“ Von den Anhängern Maduros wird er als Vertreter der „extremen Rechten“ bezeichnet, da er vor allem Unterstützung durch rechtsgerichtete und konservative Staatschefs Lateinamerikas wie Iván Duque oder Sebastián Piñera sowie der US-Regierung von Donald Trump genießt.
Politische Laufbahn
Als Student motivierten ihn die Erlebnisse der Erdrutschkatastrophe von Vargas im Dezember 1999 mit Zehntausenden Toten und dem unzureichenden Wiederaufbau in den Folgejahren.Juan Guaidó, el líder que resucitó la esperanza en Venezuela, El Tiempo vom 28. Januar 2019, abgerufen am 20. März 2019 2009 gehörte er zu einer Gruppe um den Oppositionspolitiker Leopoldo López, der die Movimento Voluntad Popular (MVP) gründete, die später als Partei Voluntad Popular (VP) zugelassen wurde. Guaidó gilt als politischer Ziehsohn von López.Duell in Caracas sueddeutsche.de vom 24. Januar 2019 Laut Angaben der Website Voluntad Popular wurde Guaidó in seinem Heimatbundesstaat Vargas zunächst innerhalb der Partei Koordinator dieses Wahlkreises und war national für die Organisation verantwortlich., abgerufen am 16. März 2019
Im Mai 2010 wurde Guaidó vom Wahlbündnis Mesa de la Unidad Democrática (MUD) im Bundesstaat Vargas als Parteimitglied der Voluntad Popular auf den MUD-Listenplatz 2 zur Wahl der Nationalversammlung 2010 am 26. September 2010 gesetzt., noticias24.com vom 20. Mai 2010 Der vom Wahlbündnis in Vargas auf Listenplatz 1 gesetzte Bernado Guerra (Acción Democrática, AD) gewann dann einen Sitz in der III. Legislaturperiode der Nationalversammlung von Venezuela und Guaidó – die VP erhielt damals 0,37 % der StimmenDivulgación Elecciones Parlamentarias. Estado: Vargas, Resultados Electorales. Diputado o Diputada Nominal a la Asamblea Nacional. Voto lista AD. Bernado Guerra Cardenas, cne.gob.ve vom 26. September 2010, abgerufen am 16. März 2019 – wurde dessen Stellvertreter („Suplente“).Elecciones Parlamentarias 2010. Estado: Varga. Diputado o Diputada Lista a la Asamblea Nacional cne.gob.ve vom 12. August 2010Lista de diputados(as) a la Asamblea Nacional por Estado, Circuitos, Listas, Parlatino y Representación Indígena, aporrea.org vom 23. September 2010, abgerufen am 16. März 2019
2012 kandidierte er für den Gouverneursposten im Bundesstaat Vargas. Im Wahlkampf warb er für eine Hochbahn zwischen der Hafenstadt La Guaira und Caracas entlang der Autobahnbrücken Caracas – La Guaira., noticias24.com vom 25. Januar 2012, abgerufen am 17. März 2019. Guaidó schied jedoch bereits bei der Vorwahl aus.http://static.eluniversal.com/2012/02/13/12Fgobernaciones.pdfhttp://www.cne.gob.ve/resultado_regional_2012/r/0/reg_240000.html DIVULGACIÓN REGIONALES 2012. Pais: Venezuela - Estado: Edo. Vargas, cne.gob.ve, vom 16. Dezember 2012, abgerufen am 16. März 2019.
In der Parlamentswahl am 6. Dezember 2015 wurde Guaidó für die VP – unterstützt durch das Parteienbündnis MUD – und den Bundesstaat Vargas mit 26 Prozent der Stimmen gewählt und zog am 6. Januar in die Nationalversammlung von Venezuela ein.Electciones a la Asamblea Nacional 2015. Edo. Vargas. Juan Guaidó, cne.gob.ve vom 6. Dezember 2015, abgerufen am 20. März 2019Diputado Juan Guaidó ingresó al Palacio Federal Legislativo en compañía de su familia #5Ene, elimpulso.com vom 5. Januar 2019
Am 5. Januar 2019 wurde Guaidó zum Präsidenten der Nationalversammlung gewählt. Die Parteien des Oppositionsbündnisses vereinbarten, abwechselnd jemanden für jene Position zu stellen. Die Voluntad Popular nominierte Juan Guaidó, da der Parteivorsitzende López unter Hausarrest stand.The Tico Times: Who is Juan Guaidó, 31. Januar 2019
In einer parallel zur Regierung Maduro stattfindenden Abstimmung der Oppositionsgesetzgeber stimmten Guaidós Oppositionspolitiker am 22. Dezember 2022 mit überwältigender Mehrheit für die Beendigung der Übergangsregierung Guaidós.The Tico Times: Guaidó, the Face of Opposition in Venezuela, May Be on His Way Out, 22. Dezember 2022
Proklamation zum Interimspräsidenten mini|Juan Guaidó am 2. Februar 2019 in Caracas
Nachdem die Nationalversammlung am 15. Januar die Wiederwahl Nicolás Maduros für unrechtmäßig und künftige Regierungsentscheidungen für nichtig erklärt hatte,Nationalversammlung erklärt Maduros Wiederwahl für unrechtmäßig faz.net vom 16. Januar 2019 erklärte sich Guaidó am 23. Januar 2019 während einer Kundgebung vor Anhängern in der Hauptstadt Caracas zum Interimspräsidenten. Er berief sich auf Artikel 233Justia Venezuela – Artículo 233 venezuela.justia.com, abgerufen am 5. Februar 2019 (spanisch) der Verfassung, nach welcher der Parlamentsvorsteher übergangsweise die Exekutivgewalt übernehmen kann, wenn der Präsident dauerhaft abwesend ist. Das sei der Fall, da die Nationalversammlung Maduro die Legitimität abgesprochen habe.Euronews: Is it legal for Juan Guaidó to be proclaimed Venezuela’s interim president?, 27. Januar 2019
Seither wurde Guaidó in der von Zensur behinderten venezolanischen Berichterstattung totgeschwiegen. Ein Sender, der eine Rede übertrug, wurde gekappt, andere wurden durchsucht.Venezuela: Zensur auf neuem Höhepunkt, entwicklungspolitik online, 31. Januar 2019 „Keine Radiostation und kein Fernsehsender hat Guaidó, der sich zum Interimspräsidenten ausgerufen hat, je interviewt“, hielt der venezolanische Sozialwissenschaftler Roberto Briceño fest.Medienzensur in Venezuela - In Radio und Fernsehen ist der Name «Juan Guaidó» tabu, SRF, 2. Februar 2019 Wikipedia war Mitte Januar 2019 über den staatlichen Telekommunikationsanbieter CANTV, der 85 % der Internetanschlüsse Venezuelas kontrolliert, vorübergehend nicht mehr aufrufbar, nachdem Juan Guaidó dort als Präsident Venezuelas bezeichnet wurde. Die Regierung stritt eine Verantwortung für die Blockade ab und behauptete, dass Dritte eine DoS-Attacke durchgeführt hätten.
Guaidó stand ein Netzwerk von Wirtschaftsexperten zur Seite.Nichts zu essen, aber kostenlos Benzin, SPON, 5. Februar 2019 Darunter der Ökonom Ricardo HausmannMaduros Hassfigur, Guaidós Helfer, FAZ, 8. März 2019, abgerufen am 17. April 2019 , der die Interimsregierung seit März bei der Interamerikanischen Entwicklungsbank vertrat, um einen Plan zum wirtschaftlichen Wiederaufbau des Landes vorzustellen.
Im Januar 2019 kam es mehrfach zu großen Demonstrationen gegen die Bundesregierung. Guaidó stellte die Loyalität der Armee zur Regierung erstmals auf die Probe, als er die Bereitstellung von Hilfsgütern an den Grenzen zu Venezuela organisieren konnte; die Regierung ließ diese Hilfsgüter nicht ins unter einer katastrophalen Versorgungslage leidende Land, wo 97 Prozent der Befragten einer Umfrage die Situation negativ einschätzten.
Ende Februar 2019 wurde in einer Meinungsumfrage des Wahlforschungsinstitutes Datanálisis Guaidós Leistung „für das Wohl des Landes“ von 61,2 Prozent der Bevölkerung als positiv beschrieben im Vergleich zum in der Umfrage mit 14 Prozent am weitaus schlechtesten abschneidenden Präsidenten Maduro. In der gleichen Umfrage wurde auch abgefragt, wen die Venezolaner zu ihrem Präsidenten wählen würden, falls am kommenden Sonntag Wahlen anberaumt wären. Hier erreichte Guaidó 37,3 Prozent der Stimmen, Maduro 11,0 Prozent und Andere 8,9 Prozent, wobei 42,8 Prozent der Befragten unentschlossen waren oder keine Angabe machten.Guaidó es el líder político venezolano mejor valorado, mientras Maduro se hunde a mínimos históricos. Encuesta National Omnibus Feb.2019/Datanalisis, diariolasamericas.com vom 5. März 2019, abgerufen am 24. März 2019