Bero Rigauer (* 30. Oktober 1934 in Wilhelmshaven; † 19. Juni 2026) war ein deutscher Sportsoziologe und Hochschullehrer. Er spielte auf Leistungsebene Basketball.Portrait: Bero Rigauer. Velbrück Wissenschaft. Abgerufen am 27. Juni 2026.
Leben Bero Rigauer studierte Sportwissenschaft sowie Soziologie am Institut für Sozialforschung der Universität Frankfurt u. a. bei Theodor W. Adorno und Max Horkheimer. Seine Diplomarbeit Sport und Arbeit wurde 1969 in der Edition Suhrkamp herausgebracht und 1981 in der Columbia University Press auf Englisch veröffentlicht.
Von 1969 bis 1975 war Rigauer wissenschaftlicher Assistent am Institut für Sportwissenschaft der Universität Tübingen (Arbeitsgebiete: Sportsoziologie, Theorie/Praxis der Sportspiele). 1977 folgte die Promotion zum Dr. rer. soc. an der Universität Tübingen, ab 1975 war er an der Universität Oldenburg Deutschlands erster Professor für Sportsoziologie.„Irgendwann bin ich auf die Idee gekommen, mich als Gesellschaftsmechaniker vorzustellen.“ Interview mit Bero Rigauer anlässlich seines 90. Geburtstages. In: Sport und Gesellschaft. 2024, Nr. 21 (Abstract des Autors im Sportinformationsportal des Bundesinstituts für Sportwissenschaft).
Ab 1969 veröffentlichte Rigauer zahlreiche deutsch- und englischsprachige sportsoziologische Einzelbeiträge zu Themen der gesellschaftlichen Sportentwicklung sowie zu den wissenschaftlichen Grundlagen der Sportsoziologie. 1982 kam sein Werk Sportsoziologie im Rowohlt-Verlag heraus. Rigauer übernahm Lehraufträge an deutschen und internationalen Universitäten, u. a. eine Gastprofessur an der britischen University of Leicester (Centre for Research into Sport and Society).
An der Universität Oldenburg hatte er die Professur für Sportsoziologie bis 2000 inne. Nach seiner Pensionierung blieb er an der Universität Oldenburg als Lehrbeauftragter für Sportsoziologie sowie in der Forschung tätig. Er veröffentlichte mit Nils Robbert im Jahr 2000 das Werk Soziodynamische Prozesse in Sportspielen. 2017 erschien Das Spiel des Sports. In sportgeschichtlicher Hinweis arbeitete er mit Fred Gras und Klaus Rohrberg zusammen, betrachtete im 2007 veröffentlichten Werk „Sportsoziologie und Sportpraxis in der DDR und der BRD. Eine vergleichende Studie“ die Sportsoziologie in den beiden deutschen Nachkriegsstaaten.
Rigauer war Mitglied der Sektion „Soziologie des Sports“ in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie sowie in der Sektion „Sportsoziologie“ der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft.
Veröffentlichungen (Auswahl) Sport und Arbeit. Soziolog. Zusammenhänge und ideologische Implikationen. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1969. Warenstrukturelle Bedingungen leistungssportlichen Handelns. Ein Beitrag zur sportsoziologischen Theoriebildung. Achenbach, Lollar/Lahn 1979, ISBN 978-3-87958-951-7. Mit Jürgen Koch und Herbert Maier: Integrative Körper- und Bewegungserziehung und sportliches Verhalten. Studientexte aus Theorie und Praxis. Universität Oldenburg, Oldenburg 1980. Sportsoziologie. Grundlagen, Methoden, Analysen. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1982, ISBN 978-3-499-17045-4. Soziodynamische Prozesse in Sportspielen. Eine feld- und figurationssoziologische Untersuchung und Theoriebildung. Sport und Buch Strauß, Köln 2000, ISBN 978-3-89001-344-2. Das Spiel des Sports. Ein soziologischer Entwurf. Velbrück Wissenschaft, Weilerswist 2017, ISBN 978-3-95832-134-2.
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