Die Deutsche Konsum Real Estate AG („DKR“) ist ein börsennotiertes deutsches Immobilienunternehmen mit Geschäftssitz in Potsdam. Registriert ist die DKR beim Amtsgericht Rostock mit Unternehmenssitz in Broderstorf (Mecklenburg-Vorpommern). Es ist Eigentümerin von derzeit 149 Immobilien in Deutschland mit einem Bilanzwert von rund 775 Millionen Euro und einer Jahresmiete von rund 66 Millionen Euro. Die Bilanzsumme des Unternehmens beträgt aktuell rund 817 Millionen Euro (Stand: 31. Dezember 2025).
Geschichte Gegründet wurde die Gesellschaft von Rolf Elgeti zunächst als Stafford Grundbesitz GmbH im Oktober 2008. Im Jahr 2014 nahm sie ihre operative Geschäftstätigkeit unter der Firma Deutsche Konsum Grundbesitz AG auf.
Mit Aufnahme des Börsenlistings und der Beantragung des REIT-Status firmierte sie dann ab 2016 unter dem Namen Deutsche Konsum REIT-AG.
Seit 2017 wurde die Gesellschaft dann zusammen mit den Vorstandsmitgliedern Alexander Kroth (CIO) und Christian Hellmuth (CFO) maßgeblich aufgebaut. Zwischenzeitlich umfasste das Immobilienportfolio 186 Einzelhandelsimmobilien in Deutschland und wurde mit über 1 Milliarde Euro bewertet.
Rolf Elgeti legte mit der Hauptversammlung 2023 sein Vorstandmandat nieder. Die Vorstandsmitglieder Hellmuth und Kroth schieden 2024 und 2025 aus dem Vorstand aus.
Mit Beschluss der außerordentlichen Hauptversammlung am 4. Dezember 2025 wurde der REIT-Status aufgegeben und die Firma in Deutsche Konsum Real Estate AG umbenannt.
Börsenlisting Das Börsenlisting in Deutschland erfolgte zunächst an der Börse Berlin im Dezember 2015 per einfacher Handelsaufnahme ("Cold IPO") ohne Kapitalerhöhung. Seit März 2017 ist die Aktie der Deutsche Konsum REIT-AG im Prime Standard der Deutschen Börse.
Die Gesellschaft führte bis 2020 verschiedene Kapitalerhöhungen durch. Durch das Wachstum auf der Asset- und Kapitalseite betrug die Marktkapitalisierung zeitweise bis zu rund 650 Millionen Euro im März 2020.
Die Gesellschaft hatte von März 2021 bis Dezember 2025 zusätzlich an der Johannesburg Stock Exchange (JSE) ein Zweitlisting.
REIT-Status Seit Januar 2016 besaß die Gesellschaft den Status eines REIT ("Real-Estate-Investment-Trust") nach dem deutschen REIT-Gesetz. Damit war die Gesellschaft bei Einhaltung bestimmte Bedingungen und Bilanzkennzahlen (zum Beispiel einen Verschuldungsgrad von maximal 55 %) von der Körperschaft- und Gewerbesteuer befreit.
Im Ende 2022 veröffentlichte die DKR, dass das zuständige Finanzamt Potsdam nach einer Betriebsprüfung der zurückliegenden Jahre seit der Gründung der Gesellschaft den REIT-Status rückwirkend nicht anerkennt. Die Gesellschaft ging daraufhin juristisch gegen die Finanzverwaltung vor, da hier erhebliche rechtliche Zweifel an der Bewertung des Finanzamts Potsdam bestehen.
Mit Einladung zu einer außerordentlichen Hauptversammlung im Oktober 2025 kündigte die Gesellschaft an, den REIT-Status freiwillig aufgeben zu wollen und die jahrelange juristische Auseinandersetzung aufzugeben. Dies wurde in der außerordentlichen Hauptversammlung am 4. Dezember 2025 beschlossen.
Finanzielle und strukturelle Entwicklungen seit 2023
Rückwirkende Ertragsteuerzahlungen Anfang 2023 gab die Gesellschaft bekannt, dass das Finanzamt Potsdam den REIT-Status in Zweifel zieht und die DKR juristisch dagegen vorzieht. Eine Einspruchsentscheidung des Finanzamts Potsdam steht bislang aus. Die DKR hat die geforderten Steuerverbindlichkeiten in Höhe von 8,4 Millionen vorsorglich ausgeglichen.
Ausbleibende fristgemäße Rückzahlungen eines Gesellschafterdarlehens durch die Hauptgesellschafterin Am 2. Oktober 2023 teilte die Gesellschaft mit, dass die Hauptgesellschafterin Obotritia Capital KGaA ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von bis zu 62,5 Millionen Euro nicht wie geplant am 30. September 2023 an die DKR zurückgeführt hat. Zur Sicherung der ausstehenden Forderungen schloss der Vorstand der DKR ein umfassendes Sicherheitenpaket sowie eine Rückführungsvereinbarung ab. In der Folge führte die Obotritia dann sukzessive Rückführungen der Darlehensforderungen an die DKR durch, darunter 30,7 Millionen Eure am 31. Oktober 2024 sowie weitere 7,4 Millionen EUR am 31. Dezember 2024.Zum Jahresende 2025 bestanden noch offene Zinsforderungen in Höhe von 16,1 Millionen Euro.
Sanierungs- und Transformationsprozess Zu Beginn des Jahres 2025 hat die DKR einen umfassenden Sanierungs- und Transformationsprozess eingeleitet, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit und Finanzstabilität der Gesellschaft zu sichern. Die Sanierungsplanung läuft bis September 2028, die wesentlichen Sanierungsmaßnahmen sollen bis September 2027 abgeschlossen sein.
Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) als neue Großaktionärin Die VBL war bereits seit dem operativen Start der DKR Großgläubigerin verschiedener Anleihen und Wandelanleihen, mit denen die DKR während der Niedrigzinsphase ihr Wachstum finanzierte. Im Zuge der Unternehmenskrise wurden diese Anleihen fällig und konnten nicht wie vereinbart zurückgeführt werden. Insofern brachte die VBL ihre Forderungen im Rahmen einer Sachkapitalerhöhung und mit Beschluss der Hauptversammlung vom 4. Dezember 2025 in die DKR ein ("Debt-to-Equity-Swap"). Somit übernahm die VBL die überwiegende Kontrolle über die Gesellschaft. Bereits einen Tag zuvor wurde das Überschreiten der 50-%-Schwelle vermeldet.
Einzelnachweise
Kategorie:Unternehmen im CDAX Kategorie:Immobilienunternehmen (Brandenburg) Kategorie:Unternehmen (Potsdam) Kategorie:Unternehmensgründung 2008