Der Pass ist eine deutsch-österreichische Krimi-Fernsehserie von Cyrill Boss und Philipp Stennert mit Julia Jentsch und Nicholas Ofczarek in den Hauptrollen. Nach Babylon Berlin und Das Boot ist dies die dritte Eigenproduktion von Sky Deutschland. Die Serie besteht aus drei 8-teiligen Staffeln, die von 2019 bis 2023 erschienen.Sky: Der Pass. Abgerufen am 21. Januar 2019.
Handlung Staffel 1 Auf einem Bergpass wird eine in bizarr arrangierter Position über einem Grenzstein der deutsch-österreichischen Grenze liegende Leiche gefunden. Die deutschen Ermittlungsbehörden entsenden die engagierte Kriminalpolizistin Ellie Stocker aus Berchtesgaden. Doch ihr Gegenüber aus Österreich, der zynische und wenig engagierte Inspektor Gedeon Winter, zeigt zunächst wenig Interesse an einer Zusammenarbeit.
Als bald darauf weitere symbolisch arrangierte Leichen gefunden werden, wird klar, dass es sich um einen Serientäter handelt. Bei seinen Opfern hinterlässt er die Botschaft Die rote Jahreszeit kommt und stilisiert sich als Krampus, der die Gesellschaft für ihre Sünden bestrafen muss. Der Täter will Zeichen setzen und versteht seine Untaten als Werk, das wie ein Weckruf wirken soll. Zu den Opfern zählen daher auch ein bulgarischer Schlepper, der den Tod vieler in einem Lastwagen eingesperrter Flüchtlinge zu verantworten hat, und der Manager einer Stiftung, der in großem Stil betrogen hat.
Der Druck auf Stocker und Winter, den Täter zu stoppen, erhöht sich mit jedem neuen Opfer. Bei ihren Ermittlungen dringen die beiden Ermittler immer tiefer in die dunklen Täler, die archaischen Bräuche der Region und die wahnhafte Welt des Mörders ein.fernsehserien.de: Der Pass. Abgerufen am 21. Januar 2019. Über ein Onlineportal gelingt es den Ermittlern, mit dem Täter in Kontakt zu treten. Sie hoffen, ihn so identifizieren oder wenigstens ihm eine Falle stellen zu können. Doch dieser dreht den Spieß um und vernetzt sich in die Wohnung der Kommissarin Stocker, während sie und Winter denken, ihn gerade zu stellen. So ist der Täter immer informiert und der Polizei stets einen Schritt voraus. Insgeheim hat er sich sogar in die Kommissarin verliebt und genießt die Aufnahmen von ihr. Da es inzwischen einen Trittbrettfahrer gibt, fällt die Polizei auf diesen herein und macht ihn für die „Krampusmorde“ verantwortlich.
Zwischen den Ermittlungen wird Gedeon Winter immer wieder von seiner Vergangenheit als korrupter Drogenermittler eingeholt. Er liefert Informationen zu aktuellen Fällen an die „Califati“. Auf diese wird nicht näher eingegangen, jedoch scheint Gedeon in deren Schuld zu stehen, zumindest kann er nicht einfach aufhören. So muss er als „Tatortreiniger“ ein Messer verschwinden lassen, mit dem der Califati-Sohn einen Mord beging. Gedeon wird von Califati gewarnt, dass man von seiner Vorladung zu dem Fall weiß. Er schwört, dass er nichts sagen wird und das Messer schon hat verschwinden lassen.
Gedeon Winter wird auf Grund seiner alternativen Ermittlungen sowie der öffentlichen Aussage, dass die Polizei nur einen Nachahmer gefasst hat, vom Dienst suspendiert.
Ellie Stocker kauft sich ein Haus am See und geht ihrer normalen Arbeit nach. Die Sonderkommission wird aufgelöst, und da es nun tatsächlich schon ein Jahr lang keine Morde mehr gibt, scheint die Welt wieder in Ordnung. Dass dies ein Trugschluss ist, davon ist Kommissar Winter überzeugt, als man zufällig im Wald vergrabene Leichenteile findet, die dort seit mindestens einem Jahr „zugebracht“ haben. Winters Ehrgeiz ist geweckt, den wahren Täter zu finden, und er versucht Ellie Stocker davon zu überzeugen, dass der „Krampusmörder“ noch immer auf freiem Fuß ist. Er selbst übergibt das doch nicht versteckte Messer an den Staatsanwalt und bekommt seinen Polizeiausweis zurück. Nach anfänglichem Zögern recherchiert Ellie Stocker nach allen Vermisstenfällen der vergangenen Jahre in der Hoffnung, Anhaltspunkte zu der letzten Frauenleiche zu finden. Ihre Suche führt sie bis ins Ausland, wo sie eine Frau ausfindig machen kann, die seit zwei Jahren ihre Schwester vermisst. Nachdem sich Stocker sicher ist, dass es sich bei der Toten um die vermisste junge Frau handelt, lässt sie sich von deren Schwester die letzten Handyfotos schicken, die sie in einem Gebirge zeigen. Mit Winters Hilfe können sie darauf das Waldgasthaus ausmachen, in welchem die junge Frau als Köchin gearbeitet hatte, bis sie dann vor einem Jahr plötzlich verschwunden war. Nach einer Zeugenaussage wurde sie öfter in der Nähe einer Hütte gesehen, wo ein junger Mann gewohnt hatte. So gelingt es Winter, Gregor Ansbach als letzten Nutzer der Hütte zu ermitteln. Auf der Suche nach ihm muss Winter erkennen, dass Ansbach seit einiger Zeit in unmittelbarer Nachbarschaft von Ellie Stocker wohnt, da er der Vermieter des Hauses am Sees ist. Als Winter Stocker warnen will, ist Ansbach, da er durch seine Überwachungsaktionen vom Ermittlungsstand gegen ihn informiert ist, bereits bis zu Stocker vorgedrungen und bringt sie dazu, mit ihm zusammen etwas zu trinken. Er zeigt sich nicht weiter darüber verwundert, dass seine Verhaftung nun kurz bevorsteht. Seiner Angebeteten erklärt er, dass er immer wusste, dass dieser Tag kommen würde und er bereit sei. Er bedroht sie mit dem Messer und zwingt sie zu einem Kuss, den sie widerwillig zulässt. Danach lässt er von ihr ab. Als Winter und das SEK eintreffen, lässt er sich widerstandslos festnehmen. Beim ersten Verhör meint er zu Winter, dass ihn Ellie gerettet habe und er nun für immer mit ihr verbunden sei. Was Ansbach damit meinte, zeigt sich am nächsten Tag, als Ellie Stocker mit akuten Vergiftungserscheinungen zusammenbricht und nur durch Winters schnelles Eingreifen dem Tod entgeht. Zur gleichen Zeit stirbt Ansbach unbemerkt in seiner Untersuchungszelle – durch das gleiche Gift, welches er dem Getränk bei Stocker beigemischt hatte.
In der Schlussszene der ersten Staffel wird Kommissar Winter von Unbekannten angeschossen, als er in seinem Wagen an einem Bahnübergang wartet. Da Winter von Califati informiert wurde, dass man von seiner Übergabe des Messers an den Staatsanwalt und den Ermittlungen sowie der Festnahme des Sohnes weiß, kann es eigentlich nur im Auftrag von Califati erfolgt sein.
Ob Kommissar Winter überlebt, bleibt vorläufig offen.
Staffel 2 Ellie Stocker leidet psychisch immer noch unter den Erlebnissen, die sie in der Gewalt des Krampusmörders hatte. Beim Einsatz eines SEK in einem Kieswerk wird sie von einem Flashback heimgesucht, der darin endet, dass sie den aus der Ferne auf sie zukommenden Einsatzleiter nur noch als dunkle, bedrohliche Gestalt schemenhaft wahrnimmt. Sie bedroht ihn daher mit ihrer Dienstwaffe, obwohl sie von mehreren Kollegen angesprochen wird. Infolgedessen wird Ellie für mehrere Monate suspendiert. Der orientierungslose Salzburger Unternehmersohn Alexander („Xandi“) Gössen erfährt währenddessen einen Misserfolg, als er beim Vorspielen für die Aufnahmeprüfung am Mozarteum abgelehnt wird. Seinen abartigen Neigungen folgend misshandelt der Hobbyjäger zunächst eine angeschossene Rothirschkuh und begeht wenig später seinen ersten Mord. Er tötet eine junge Touristin, die er zuvor als Anhalterin mitgenommen und über längere Zeit hinweg beobachtet hatte.
Da die Getötete aus Deutschland stammte, greift die Salzburger Polizei erneut auf die Mithilfe der Bayerischen Polizei zurück. Die junge, eifrige Ermittlerin Yela Antic lässt sich entsenden, nachdem sie der ranghöheren Ellie Stocker hierbei kaum eine andere Wahl lässt. Als Zeugin bei dem Vorfall im Kieswerk gibt sie Ellie zu bedenken, dass ihr Bericht über den Vorfall noch nicht geschrieben sei und sie gerne den Salzburger Fall übernehmen würde.
In Österreich stößt Antic auf Grund ihres Alters bei den ortsansässigen Beamten zunächst auf Vorbehalte. Sie kann dort jedoch schnell mit ihren Fähigkeiten überzeugen. Beeindruckt vom Krampusmörder-Fall sucht sie den Rat von Gedeon Winter. Dieser befindet sich seit langem dienstunfähig auf Rehabilitation und leidet vor allem darunter, dass ein Projektil in seinem Kopf verblieben ist und sich bisher kein Chirurg zutraut, es zu entfernen. Der Califati-Clan hat mitbekommen, dass Winter den Anschlag auf ihn überlebt hat. Da man in der Califati-Familie gläubig ist, kann er nur überlebt haben, weil er ein Bündnis mit dem Teufel eingegangen ist. Man verschwendet keine Kugel mehr an ihn, da das viel schlimmer sei als alles andere.
Nach anfänglicher Skepsis lernt Winter die Kollegin schnell zu schätzen und erkämpft sich mit ihrer Hilfe eine inoffizielle Beratungsfunktion in der Mordkommission. Antic bemerkt bei einer Tatortbegehung einen benachbarten Jägerstand. In der Annahme, dass der Mörder das erste Opfer von dort aus beobachtet hat, begutachtet sie den Jägerstand und malt sich in ihr Notizbuch ein dort befindliches Logo ab.
Folge 4: Ein Jahr vergeht und Alexander tötet eine weitere Frau, nachdem der befreundete Tierpräparator Manfred Kroiß ihm die inzwischen ausgestopfte Hirschkuh vorbeigebracht hatte. Auf einem einsamen Parkplatz lauert Alexander der Langläuferin Miriam Zänger auf. Seinem älteren Bruder Wolfgang ist klar, wer für die Morde verantwortlich ist. Offenbar wusste Wolfgang von Alexanders Neigungen. Auch vor dem Jagdausflug, der seine Idee war, hatte Wolfgang entsprechende Andeutungen gemacht und Alexander in auffälliger Weise mit der Hirschkuh alleine gelassen.
Als skrupelloser Bauunternehmer hat er eine Anwältin, die ihm umfangreiche Polizei-Interna beschafft. Der korrupte Leiter der Mordkommission Manuel Riffeser versorgt sie über einen Mittelsmann mit sämtlichen Ermittlungsakten -- zunächst ohne sich Gedanken darüber zu machen, bei wem die Informationen landen und dass er damit seiner eigenen Arbeit jede Aussicht auf Erfolg nimmt. Da Alexander der Langläuferin gemäß einer alten Jagdtradition einen Fichtenzweig in den Mund steckt, fällt der Verdacht schnell auf alle ortsansässigen Jäger.
Wolfgang rät seinem Bruder, sich bei einer telefonischen Beratung anonyme Hilfe zu besorgen. Er beschließt, Kroiß die beiden Taten anzuhängen. Hierzu sucht er heimlich Kroiß' Tierpräparations-Werkstatt auf, um dort den Ehering der Langläuferin zu verstecken. Er entscheidet sich jedoch um und verlässt die Werkstatt unverrichteter Dinge. Später ruft Wolfgang anonym bei der Polizei an, um Kroiß der Taten zu bezichtigen. Als dieser die Polizei bei sich zu Hause anrücken sieht, ruft er panisch bei Wolfgang an, um Hilfe von ihm zu bekommen. Wie sich erst nach und nach herausstellt, hatte Kroiß Jahre zuvor Laura Berger beim Eislaufen auf einem einsamen See umgeschubst. Dabei zog sie sich eine Hirnblutung zu, in Folge derer sie am Tag darauf ins Wachkoma fiel. Einige Jahre zuvor hatte Berger mit einer Jägervereinigung, der die Gössen-Brüder und Kroiß angehörten, wilde Partys gefeiert. Dabei war sie eines Tages von Alexander brutal vergewaltigt worden. Sie wandte sich aber danach nicht an die Polizei, sondern beschloss, die Gössen-Brüder mit einem Video zu erpressen, auf dem Wolfgang über getätigte Bestechungs-Zahlungen spricht, mit denen er Änderungen im Baurecht erwirkt hatte. Kroiß, der den Gössens gegenüber krankhaft loyal ist, hatte danach versucht, Berger davon abzubringen, wobei es zu dem Unfall auf dem Eis kam. Angesichts dieses Geheimnisses und der bevorstehenden Festnahme sieht Kroiß sich in einer verzweifelten Situation. Wolfgang gibt Kroiß zu verstehen, dass er ihm nicht helfen würde, und treibt ihn so in den Tod, wie er selbst es seinem Bruder später vorhält. Einige Zeit zuvor hatte Kroiß Wolfgang gegenüber versichert, dass er lieber sterben würde als die Gössens bei irgendetwas zu verraten. Während die Polizei sich bereit für den Zugriff macht, ruft Gedeon Winter Yela Antic an, um zu melden, dass Manfred Kroiß ein sicheres Alibi durch seine Exfrau hat. Noch bevor die Polizei das Haus betritt, schickt Kroiß jedoch seinen fünfjährigen Sohn aus dem Haus und schneidet sich die Pulsadern auf.