Hugo Philipp Balzer (* 17. April 1894 in Meiderich; † 3. April 1985 in Hösel)Die Lebensdaten werden auch so von LCNN angegeben. war ein deutscher Dirigent.
Leben Balzer studierte an den Konservatorien in Duisburg und Köln. Er wirkte als Kapellmeister zunächst in Koblenz und Essen. 1929 ging er als Generalmusikdirektor nach Freiburg im Breisgau und 1933 in gleicher Stellung nach Düsseldorf. Unter dem Kulturdezernenten Horst Ebel war er 1934 an der Gründung und im Januar 1935 an der feierlichen Eröffnung des Robert-Schumann-Konservatoriums beteiligt.Yvonne Wasserloos, 2010. Das Konservatorium bezog die Villa Hüllstrung in der Inselstraße 27, in der bis 1938 die SA-Standarte 39 „Schlageter“ ihren Sitz hatte. Am 1. Dezember 1937 beantragte Balzer die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 5.973.664).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/1341264Fred K. Prieberg: Handbuch Deutsche Musiker 1933–1945. CD-ROM-Lexikon, Kiel 2009, 2. Auflage, S. 261. 1939 wurde er am Konservatorium zum Professor ernannt; zusätzlich wurde ihm die Leitung der Lehranstalt übertragen. Als Leiter der Düsseldorfer Symphoniker „verfolgte Hugo Balzer eine opportunistische Programmpolitik, und das Orchester war zentraler Klangkörper bei den Reichmusiktagen 1938 und 1939.“ Seit 1946 war Balzer als Gastdirigent in Oper und Konzert vorwiegend in romanischsprachigen Ländern (Spanien, Italien, Brasilien) unterwegs, wobei er frühere Kontakte aktivierte.Vgl. den deutschsprachigen Wikipedia-Artikel Rosa Sabater i Parera, nach welchem diese bereits 1942 ihr Konzertdebüt als Pianistin unter Balzer in Barcelona gab. In seiner Düsseldorfer Zeit war er an mehreren Uraufführungen von Opern wie Enoch Arden oder Der Möwenschrei und Die Hexe von Passau, beide von Ottmar Gerster, beteiligt.Absatz nach Riemann Musik-Lexikon, 1959. Um 1935 schuf der Bildhauer Fritz Moselage im Auftrag der Stadt Düsseldorf eine Bronzebüste des Generalmusikdirektors und Gründers des Konservatoriums. 1981 übergab das Stadtmuseum der Robert Schumann Hochschule die Büste Balzers, welche bis 2009 im Foyer des Unterrichtgebäudes stand.
Literatur
Balzer, Hugo, in: Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Frankfurt am Main : S. Fischer, 2007, ISBN 978-3-10-039326-5, S. 26 Fred K. Prieberg: Handbuch Deutsche Musiker 1933–1945. CD-ROM-Lexikon, Kiel 2009, 2. Auflage, S. 261-65. online
Einzelnachweise
Kategorie:Dirigent Kategorie:Generalmusikdirektor Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1894 Kategorie:Gestorben 1985 Kategorie:Mann