Pamiers () ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) sowie Unterpräfektur und größte Stadt des Départements Ariège in der Region Okzitanien.
Lage und Klima Die ca. hoch gelegene Stadt Pamiers liegt knapp 70 km (Fahrtstrecke) südlich von Toulouse am nach Nordwesten fließenden Fluss Ariège, der hier sein Quellgebirge, die Pyrenäen, verlässt und nun relativ flach bis zu seiner Einmündung in die Garonne fließt; am Ostrand der Stadt verläuft sein Nebenfluss Crieu, an der westlichen Gemeindegrenze die Estrique. Das Klima ist mild bis warm; der vergleichsweise üppige Regen (ca. 1280 mm/Jahr) fällt übers Jahr verteilt.
Wirtschaft In Pamiers befindet sich ein großes Eisenwerk der Firma Aubert & Duval.www.aubertduval.com
Bevölkerungsentwicklung Jahr 1800 1851 1901 1954 1999 2019Einwohner 6.174 7.770 10.886 12.822 13.417 15.659 Quellen: Cassini und INSEEPamiers – Karte und Fakten Seit Beginn der statistischen Erhebungen ist die Einwohnerzahl der Stadt durch Zuwanderung aus den ländlichen Gebieten in der Umgebung stetig gewachsen.
Geschichte Münzfunde und ein Sarkophag weisen auf römische bzw. frühchristliche Aktivitäten hin. Die Stadt wurde offiziell im Jahr 1111 von Roger II. von Foix gegründet und ist seit dem Mittelalter Sitz des Bistums Pamiers. Während der Hugenottenkriege (1562–1598) wurden sämtliche Kirchen schwer beschädigt. Im Jahr 1629 zerstörten die Truppen des Prinzen von Condé die Stadt. Pamiers war die dauernde Rivalin der Stadt Foix, die kleiner, aber immer mächtiger war und während der französischen Revolution zur Hauptstadt des Départements gewählt wurde.Pamiers – Geschichte
Als sich Frankreich im Zweiten Weltkrieg unter deutscher Besatzung befand, wurde Pamiers am 18. August 1944 von Résistancekämpfern der Francs-tireurs et partisans (FTP) kampflos befreit. Ein selbstorganisiertes Volksgericht entschied in einem Schnellverfahren auf Hinrichtung von (vermutlichen) Kollaborateuren. Die Zahl der hingerichteten Personen liegt nach Stand der vorhandenen Archivquellen zwischen 42 und 55.
Sehenswürdigkeiten Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Pamiers sind die Kathedrale Saint-Antonin mit ihrem achteckigen Turm, die Kirche Notre-Dame-du-Camp (beide als Monument historique klassifiziert) und der Karmelitinnenkonvent.
Neben den sakralen Gebäuden gibt es noch weitere Überreste aus vergangenen Zeiten, wie z. B. die Porte Nerviaux oder die Türme Des Monnaies und Des Cordeliers (dieser ebenfalls achteckig).
Persönlichkeiten Antoninus von Pamiers (5./6. Jh.), Heiliger Marc Guillaume Alexis Vadier (1736–1828), Revolutionär Gabriel Fauré (1845–1924), Komponist Théophile Delcassé (1852–1923), führender Staatsmann der Dritten Französischen Republik Raymond Dominique Carrerot (1863–1933), Bischof von Porto Nacional in Brasilien Joseph-Paul Rambaud (1879–1944), Politiker und Résistant, langjähriger Bürgermeister Auguste Caralp (1892–1981), Autorennfahrer Jean-Marc Eychenne (* 1956), Bischof von Grenoble-Vienne Alain Fauré (1962–2018), Politiker
Städtepartnerschaften Crailsheim, Baden-Württemberg, Deutschland (seit 1969) Terrassa, Katalonien, Spanien (seit 1991)
Weblinks
Pamiers – Fotos + Infos (französisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Okzitanien Kategorie:Unterpräfektur in Frankreich
Kategorie:Gegründet 1111 Kategorie:Stadt in Frankreich Kategorie:Ort an der Ariège