Alfred Raupach (* 20. Februar 1906 in Gräbel im Kreis Bolkenhain; † 22. Mai 1975 in Hattingen) war ein deutscher Orgelbauer.

Leben Gustav Alfred Raupach war der Sohn des WeißgerbermeistersMusik und Kirche, 45 (1975), Nachruf S. 213. Gustav Heinrich Raupach. Er wurde in Gräbel, Kreis Bolkenhain in Schlesien 1906 geboren. Mit fünfzehn Jahren begann er eine Lehre bei Schlag & Söhne in Schweidnitz. Nach der Gesellenprüfung arbeitete er bei Furtwängler & Hammer bzw. Emil Hammer Orgelbau in Hannover, wegen seines hervorragenden Gehörs vor allem als Intonateur und Montagemeister. 1932 heiratete er in Hattingen Else Eisenblätter, blieb aber bis zum Kriegsausbruch in Hannover wohnen. Nach seiner Entlassung aus US-amerikanischer Kriegsgefangenschaft 1945 siedelte er nach Hattingen um und arbeitete häufig mit dem Orgelbaumeister Werner Bosch in Sandershausen bei Kassel zusammen, wiederum als Intonateur.

Alfred Raupach legte im Jahre 1951 vor der Handwerkskammer Osnabrück die Meisterprüfung im Orgelbauer-Handwerk mit der Note „sehr gut“ abHeimat am Mittag vom 22. Juni 1951. Er bediente von Hattingen aus vornehmlich einen Kundenstamm aus der näheren Umgebung. In der Hauptsache führte er Reparaturen und Umbauten aus. Daneben baute er auch einige neue elektrische und mechanische Schleifladenorgeln, meist in Zusammenarbeit mit der Firma Bosch in Kassel.

Viele Neubauten, Renovierungen und Umbauten insbesondere im Ruhrgebiet tragen seine „Handschrift“. In seinem Nachruf heißt es: „Die demütige und freudige Hingabe an seinen Beruf war unermesslich.“

Werke (Neubauten) mini|hochkant|Ehemalige Raupach-Fabritius-Orgel in Essen-Frillendorf 1950: Katholische Pfarrkirche der Heiligen Schutzengel in Essen-Frillendorf in Zusammenarbeit mit Albert Fabritius (2003 entkernt, Prospekt erhalten)Raupach-Fabritius-Orgel in Essen-Frillendorf auf Organ index. Abgerufen am 11. Juli 2024. 1954: Paul-Gerhardt-Haus in Hattingen-Welper 1956: Ev. Lutherkirche in Herne-Röhlinghausen 1956: Evangelische Matthäuskirche in Bochum-Weitmar 1958: Evangelische Kirche Hombruch in Dortmund 1960: Friedhofskapelle des städtischen Friedhofes in Hattingen-Welper, Bosch-Raupach-Orgel 1963: Katholische Pfarrkirche Sankt Johannes in Bochum-Wiemelhausen 1964: Lutherkirche in Herne 1965: Dreifaltigkeitskirche am Regenkamp in Herne, Bosch-Raupach-Orgel 1965: Ev. Martin-Luther-King-Haus in Dortmund-Lütgendortmund 1965: Auferstehungskirche in Bergkamen-Weddinghofen, Bosch-Raupach-Orgel 1966: Evangelische Kirche Winz-Baak in Hattingen, Bosch-Raupach-Orgel 1966: St. Barbara-Kirche in Ickern (Castrop-Rauxel), Bosch-Raupach-Orgel 1967: St. Peter und Paul, Hattingen, Orgelbaufirma Stockmann, Intonation Raupach 1968: St. Josef, Welper, Orgelbaufirma Stockmann, Intonation Raupach 1969: Evangelische Friedenskirche in Velbert, Bosch-Raupach-Orgel, II/P/20 1971: Orgelneubau in Bad Laasphe-Niederlaasphe durch Werner Bosch, Intonation: Alfred Raupach 1972: Lutherkirche in Bochum-Dahlhausen, Bosch-Raupach-Orgel 1972: Ev. Christuskirche in Castrop-Rauxel, Bosch-Raupach-Orgel 1975: Ev. Kirchengemeinde in Duisburg-Neudorf, Bosch-Raupach-Orgel 1978: St.-Vinzentius-Kirche in Bochum-Harpen, Bosch-Raupach-Orgel

Werke (Umbauten) 1946: St. Laurentius in Essen-Kettwig, Reparatur 1947: Ev. Stadtkirche Bad Hersfeld, Umbau der Orgel von Furtwängler & Hammer (1900) in Zusammenarbeit mit der Fa. Giesecke 1953: St. Mauritius, Hattingen-Niederwenigern, Austausch einiger Register 1954: Altenberger Domorgel (Ernst Seifert 1903), Renovierung und Erweiterung 1954: Kreuzkirche (Herne), Umbauten der Orgel von Johann Friedrich Schulze & Söhne 1954: Propsteipfarrei St. Ludgerus „Zur schmerzhaften Mutter Maria“ (Essen-Werden), Aufstellung der Meyer-Orgel aus der Pfarrkirche Dortmund-Brackel 1954: Katholische Pfarrkirche Liebfrauen, instand gesetzt und komplett neu intoniert und um 12 Register im neubarocken Sinne erweitert 1955: Ev. Kreuzkirche in Herne, Renovierung und Erweiterung der Walcker-Orgel von 1902 1956: St. Mauritius, Hattingen-Niederwenigern, Austausch einiger Register 1959: St. Georg (Hattingen), Restauration der Orgel von Christian Roetzel von 1826 1964: St. Georg (Hattingen) weitere Erneuerungsarbeiten 1966: Petrikirche in Bochum-Wiemelhausen, Neubau einer Zungenstimme für die Friedrich-Euler-Orgel (1951) 1967: Ev. Johanneskirche in Freudenberg-Oberfischbach Renovierung der Roetzel-Orgel (1820) 1973: St. Mauritius, Hattingen-Niederwenigern, Austausch einiger Register

Literatur Musik und Kirche, 45 (1975), S. 213. Zeitschrift für Instrumentenbau, Band 6 (1951), S. 8. Der Kirchenmusiker: Mitteilungen der Zentralstelle für evangelische Kirchenmusik, Bände 24–26 Ruhr-Nachrichten vom 24. September 1966 Stephan Pollok, Orgelbewegung und Neobarock im Ruhrgebiet zwischen 1948 und 1965, RUHR-UNIVERSITÄT BOCHUM, 2007 Martin Blindow, Orgelgeschichte der Stadt Dortmund, 2008 Gustav Kornelius Ommer, Neue Orgeln im Ruhrgebiet, 1984 Hannalore Reuter, Historische Orgeln in Westfalen-Lippe, 2006, Seiten 124, 149 und 155 Daniel Kunert – Musik-Medienhaus, Das Portal der Königin

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Einzelnachweise

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