mini|Fohramoos im Frühjahr 2006 mini|Fohramoos im Winter 2017 Das Europaschutzgebiet Fohramoos (Natura-2000-Gebiete) liegt unterhalb des Losenpasses (Bödele) in den Gemeinden Dornbirn und Schwarzenberg, in Vorarlberg, Österreich. Es umfasst Wald, einzelne Bäume und kleine Baumgruppen sowie ein ausgedehntes Hochmoor.
Zweck des Europaschutzgebietes Fohramoos ist der Schutz hier lebender gefährdeter wildlebender heimischer Pflanzen- und Tierarten und ihrer natürlichen Lebensräume sowie der Erhalt des Jahrhunderte alten Kulturlandes.
Rechtliche Grundlage Das Europaschutzgebiet Fohramoos wurde gemäß Vorarlberger NaturschutzverordnungLGBl.Nr. 36/2003, Anlage 1, FFH-Schutzgebiete, Zif. 3. als solches mit einem einfachen Landesgesetz ausgewiesen. Grundlage für die Unterschutzstellung ist die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie 92/43/EWG (FFH-Richtlinie) der Europäischen Union. Bereits seit 1974 hat das Fohramoos den Schutzstatus als Landschaftsschutzgebiet.Verordnung LGBl. Nr. 27/1974, ID 8007.
Topografie Das Europaschutzgebiet Fohramoos liegt westlich unterhalb des Losenpasses (Bödele) auf dem Gemeindegebiet von Dornbirn und Schwarzenberg.Siehe zeichnerische Darstellung des Amtes der Landesregierung 2. Mai 2003, Zl. 106.00. Das gesamte Gebiet hat nur wenig Gefälle und liegt in einer Höhe von etwa bis mit einer Fläche von etwa 55 Hektar.
Schutzzweck und -umfang Im Sinne der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (Anhänge I und II der FFH-Richtlinie) sind für dieses Schutzgebiet folgende Besonderheiten maßgebend und geschützt: Prioritärer Lebensraum Moorwälder, lebende Hochmoore, Artenreiche montane Borstgrasrasen (submontan auf dem europäischen Festland) auf Silikatböden. Weiters montane bis alpine bodensaure Fichtenwälder (Vaccinio-Piceetea), renaturierungsfähige degradierte Hochmoore, Übergangs- und Schwingrasenmoore, Torfmoor-Schlenken (Rhynchosporion) kalkreiche Niedermoore, Pfeifengraswiesen auf kalkreichem Boden, torfigen und tonig-schluffigen Böden (Molinion caeruleae) feuchte Hochstaudenfluren der montanen bis alpinen Stufe.Aufzählung gemäß Vorarlberger Naturschutzverordnung, LGBl.Nr. 36/2003, Anlage 1, Zif. 3.
Flora und Fauna Es finden sich hier z. B. verkrüppelte Moor-Birken niederwüchsige Bergkiefern und Krüppelkiefern (Latschen), teilweise auch Rotfichten., Webseite: voradelberg.at. Die Moorwälder und Baumgruppen bedecken etwa 40 % der Fläche des Europaschutzgebiets Fohramoos. Diese wachsen in Verbindung mit Moorgewächsen, Moortümpeln und Zwergsträuchern und angepassten Pflanzen (z. B. Rundblättriger Sonnentau, Rosmarinheide, Fieberklee) und Tiere (z. B. Hochmoor-Perlmuttfalter, Hochmoorgelbling, Mooreidechse) etc. Die Torfschicht ist bis zu vier Meter dick.Fohramoos, Webseite Naturvielfalt.at, Land Vorarlberg., Webseite: inatura.at.Alexander Rief: Pseudoskorpione (Arachnida: Pseudoscorpiones) im Natura-2000-Gebiet Fohramoos (Österreich, Vorarlberg).Peter Huemer: Biodiversitat von Schmetterlingen (Lepidoptera) in Hochmooren Vorarlbergs am Beispiel des Natura 2000-Gebietes Fohramoos (Dornbirn – Schwarzenberg, Vorarlberg, Osterreich). Neben den bereits erwähnten Arten kommen auch die stark gefährdete Blasensimse, die Weiß-Tanne, verschiedene Seggen, Schwalbenwurz-Enzian, Sumpf-Läusekraut, Weiße Schnabelbinse, Ohr-Weide, Alpen-Haarbinse, Arnika, Scheiden-Wollgras, Grünliche Waldhyazinthe, Mehl-Primel und Trollblume vor.
Gewässer Das größte ruhende Gewässer im Europaschutzgebiet ist der nordöstlich gelegene, künstlich aufgestaute Bödelesee, der vom Losenbach und Winsauerbach gespeist wird (Gemeindegebiet Schwarzenberg). Der Bödelesee wird entwässert über den Winsauerbach, der später zum Stauderbach wird. Die südöstlichste und höchstgelegene Quelle des Stiglbachs (Gemeindegebiet Dornbirn) entspringt nahe unterhalb der Parzelle Fohramoos, auf etwa 1180 Höhenmetern. Dieser Bach bildet auch die westliche Grenze des Europaschutzgebietes. Der in der Nähe des Lank entspringende Rothenbach fließt quer durch das Fohramoos und be- bzw. entwässert dieses.
Touristische Nutzung Das Fohramoss wird von mehreren ausgeschilderten Wanderwegen nur tangiert bzw. wenig zerschnitten. Ein Rundweg dauert ca. eine Stunde.
Im Winter wird ein sehr kleiner Teil an der Oberlose für den Skibetrieb genutzt. Quer durch das Fohramoos wird eine Loipenspur gezogen.Schwarzenberg – Langlaufloipe Bödele, Webseite: bregenzerwald.at. Es wird auch Schneeschuhwandern angeboten, bei welchem das Fohramoos durchquert wird., Webseite schwarzenberg.at, Gemeinde Schwarzenberg.
Literatur Europaschutzgebiet Fohramoos, Amt der Vorarlberger Landesregierung, Bregenz. W. Niederer: Libellen (Insecta: Odonata) im Natura-2000-Gebiet Fohramoos (Vorarlberg, Österreich), inatura - Forschung, Dornbirn 2016 (online). J. Klarica, A. Eckelt, J. Schied, G. Degasperi, T. Kopf: Käfer (Coleoptera) der montanen Moorlandschaft im Fohramoos, Vorarlberg, inatura - Forschung, Dornbirn 2016 (online). A. Rief: Pseudoskorpione (Arachnida: Pseudoscorpiones) im Natura-2000-Gebiet Fohramoos (Österreich, Vorarlberg), inatura - Forschung (online). K. H. Steinberger, A. Rief: Ökofaunistische Untersuchungen an Spinnen (Arachnida: Araneae) im Natura-2000-Gebiet Fohramoos (Vorarlberg, Österreich), inatura - Forschung, Dornbirn 2015 (online). J. Schied: Die Tausendfüßer des montanen Moorkomplexes Fohramoos: Diplopoden aus einem Natura-2000-Gebiet in Vorarlberg, inatura - Forschung, Dornbirn 2015 (online). H. Schatz: Hornmilben (Acari, Oribatida) vom Fohramoos (Vorarlberg, Österreich), inatura - Forschung, Dornbirn 2015 (online). J. Klarica, F. Glaser: Ameisen (Hymenoptera: Formicidae) im Fohramoos, Vorarlberg: Arten und Lebensräume in einem montanen Moorkomplex, inatura - Forschung, Dornbirn 2015 (online). Peter Huemer: Biodiversität von Schmetterlingen (Lepidoptera) in Hochmooren Vorarlbergs am Beispiel des Natura 2000-Gebietes Fohramoos (Dornbirn – Schwarzenberg, Vorarlberg, Österreich), Vorarlberger Naturschau - forschen und entdecken, Dornbirn 2007, S. 9–58 ().
Weblinks
Europaschutzgebiete in Vorarlberg, Webseite: Vogis.at
Einzelnachweise
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