Erinna König (* 19. August 1947 in Warstein; † 6. Oktober 2021)Nachruf zum Tod der Künstlerin von Christiane Fricke im Handelsblatt, abgerufen am 17. Oktober 2021 war eine deutsche Künstlerin, die die Farbe auf gefundene (Teil-)Gegenstände ausdehnte, selten auf Leinwand malte. Sie erweiterte damit ihre bildnerischen Möglichkeiten: z. B. nehmen abstrakte Anmutungen Bedeutung an.

Leben Erinna König studierte von 1967 bis 1976 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Teo Otto (Bühnenkunst), Dieter Roth und bei Joseph Beuys. Beeinflusst von antiautoritären Aktionen, Fluxus und dem „erweiterten Kunstbegriff“ ihres Professors Beuys, versuchte sie in den 1970er Jahren Kunst und Politik zu verbinden. Sie engagierte sich politisch, leitete das Studentenparlament an der Kunstakademie, betrieb 1970 bis 1972 mit Henning Brandis, Chris Reinecke und Jörg Immendorff das „Büro Olympia“ in der Neubrückstraße 14 und war 1970 Mitbegründerin der „Roten Zelle Kunst“. 1971 wurde sie Meisterschülerin von Joseph Beuys und wechselte 1973 in die Filmklasse von Dozent Ole John Povlsen, an deren Gründung sie beteiligt war.

Von 2006 bis 2008 hatte Erinna König eine Professur in Vertretung an der Kunsthochschule Kassel. Sie lebte und arbeitete in Düsseldorf.Artikel über Erinna König Handelsblatt. Abgerufen am 18. Januar 2019.

Werk Bis zum Beginn der 1970er Jahre entstanden minimalistische und teils konzeptuelle Arbeiten. In diesen Jahren experimentierte Erinna König mit Foto und Film sowie den Ausdrucksmitteln der Pop Art. Diese Phase endete 1979/1980 mit der Gruppenarbeit von Großfotos Diazentrale-Ost, ausgestellt in der Galerie Denise René und Hans Meyer in Düsseldorf. Beeinflusst durch längere Aufenthalte auf Kreta und in Afrika fand sie ab 1981 zu einem minimalistischen Ausdruck mit Fundstücken aus Sperrmüll der Großstädte zurück. Erinna König gilt als Vertreterin des Rheinischen Postminimalismus.Vita Erinna König PDF-Download Galerie Grieder. Abgerufen am 18. Januar 2019.

Auszeichnungen 1974: Förderpreis der Gesellschaft von Freunden und Förderern der Staatlichen Kunstakademie DüsseldorfErinna König auf der Website der TU Dortmund. Abgerufen am 18. Januar 2019. 1983: Arbeitsstipendium des Kunstfonds Bonn

Ausstellungen Einzelausstellungen (Auswahl) 2023: „Erinna König“, Von der Heydt-Museum, Wuppertal 2020: Skulpturenhalle der Thomas Schütte Stiftung, Neuss in der Skulpturenhalle Thomas-Schütte-Stiftung. Abgerufen am 1. September 2020. 2003: Installation vor dem K20, Düsseldorf 2002: „Lax“, Galerie Erhard Klein, Bad Münstereifel 1998: „Klein & Wagner“, Galerie Hubertus Wunschik, Mönchengladbach 1992: Galerie Erhard Klein, Bonn 1990: „Narrata und Errata“, Galerie Achim Kubinski, StuttgartKatalog zur Ausstellung „Narrata & Errata“, Galerie Kubinski, 1990, Stuttgart/Köln 1990: „Das weiße und das schwarze Auge“, Galerie Erhard Klein, Bonn 1984: „Rituale“ und „Bis zum Tezet“, Galerie Beyerenzel, Düsseldorf 1980: „Diazentrale-Ost“, Galerie Denise René & Hans Mayer, Düsseldorf (mit Bärbel Freund und Iris Teriet)

Gruppenausstellungen (Auswahl) 2016: „Do you get what you see?“ Grieder Contemporary, Zürich, CH 2015: „Ruhe vor dem Sturm – postminimalistische Kunst aus dem Rheinland“, Museum Morsbroich, Leverkusen 2014: „Skulpturen und Objekte von Künstlerinnen aus der Sammlung Moderne“, Museum Kunstpalast, Düsseldorf 2013: „Sieht man ja, was es ist“, Bonner Kunstverein 2011: „Die Erfindung der Wirklichkeit – Photografie an der Kunstakademie Düsseldorf von 1970 bis heute“, Akademie-Galerie, Düsseldorf 2011: „Große Kunstausstellung NRW“, Museum Kunstpalast, Düsseldorf 2010: „Der Westen leuchtet“, Kunstmuseum Bonn 2008: „Große Kunstausstellung NRW“, Museum Kunstpalast, Düsseldorf 2006: „Tierarten“, Stadtmuseum Oldenburg 2000: „Dia/Slide/Transperency“, Neue Gesellschaft für bildende Kunst e.V., Berlin 2000: „Papierarbeiten“, Galerie Erhard Klein, Bad Münstereifel 1999: „Erotik“, Galerie Erhard Klein, Bad Münstereifel 1996–1997: „Art is not enough“, Shedhalle Zürich 1995: Zeichnungen von Künstlern der Galerie, Galerie Erhard Klein, Bad Münstereifel 1994: „Dagegen – dabei“, Kunstverein Hamburg 1994: „Josef Beuys und seine Schüler …“, Sammlung Erhard Klein in Moderna Galeria, Ljubljana, Slowenien 1994: „Kunst <=> Text“, Galerie Erhard Klein, Bad Münstereifel 1993: „max.3Arb.“, WP8, Düsseldorf 1992: „Mit Haut und Haaren“, Kunsthalle Düsseldorf 1991: „Brennpunkt II, die siebziger Jahre, Entwürfe“, Kunstmuseum Düsseldorf 1983 „Typisch weiblich“, Galerie Magers, Bonn 1979 „Schlaglichter“, Rheinisches Landesmuseum Bonn 1977: „Künstlerinnen international 1877–1977“, Schloss Charlottenburg, Berlin 1976: „Mit, neben, gegen – Beuys und seine Schüler“, Kunstverein Frankfurt 1974: Teilnahme am deutschen Programm der Oberhausener Kurzfilmtage mit dem Film „Oskar B. oder der Imperialismus“ 1973: „between“, Kunsthalle Düsseldorf 1970: „Jetzt – Künste in Deutschland heute“, Kunsthalle Köln

Projekte 1970: Mitbegründerin des „Büro Olympia“ Neubrückstraße 14 (H. Brandis, C. Göldenboog, J. Immendorff, C. Reinecke)Erinna König auf der Website des Biograph.de. Abgerufen am 18. Januar 2019. 1970: Mitbegründerin „Rote Zelle Kunst in Raum 13“, Düsseldorf 1974: Teilnahme am deutschen Programm der Oberhausener Kurzfilmtage mit dem Film „Oskar B. Oder der Imperialismus“ auf Düsseldorf-Art. Abgerufen am 18. Januar 2019. 1979–1980: „Diazentrale-Ost“ (Betreiberinnen: Erinna König, Iris Teriet, Bärbel Freund)Diazentrale Ost auf Kunstaspekte.de 1981–1982: Fotostills zum Film „Tropiafric Grüße aus der Wildnis“, Kenia, Afrika, Regie Karol Schneeweiß und Maria Fisahn, in Cooperation mit dem ZDF

Arbeiten in öffentlichen Sammlungen Sammlung Museum Kunstpalast, Düsseldorf Ruth & Marvin Sackner Archive, Miami BeachRuth & Marvin Sackner Archive auf der Website von Kunstaspekte.de. Abgerufen am 18. Januar 2019. Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland (Bundeskunstsammlung)

Vorträge und Interviews Vortrag „Zwischenlandung“ an der TU Dortmund am 24. Mai 2012 „Grosse Kunstausstellung 2011, Erinna König im Gespräch“Grosse Kunstausstellung 2011 auf YouTube. Abgerufen am 18. Januar 2019. Vortrag Erinna König zu Japonismus in der Deutsch Japanischen GesellschaftJaponismus auf CultrD-TV. Abgerufen am 18. Januar 2019. „Erinna König: Zwischen Seele & Schönheit“Erinna König: Zwischen Seele & Schönheit auf YouTube. Abgerufen am 16. März 2021.

Literatur (Auswahl) Erinna König, Thomas Schütte Stiftung 2020, ISBN 978-3-9818083-8-4. Ruhe vor dem Sturm – Postminimalistische Kunst aus dem Rheinland. Museum Morsbroich, Leverkusen 2015, ISBN 978-3-86206-502-8, S. 22, 23, 26, 27, 28, 29, 61. Die große Kunstausstellung NRW. Hrsg. Verein zur Veranstaltung von Kunstausstellungen e.V., Düsseldorf 2011, S. 228, 229, Christiane Fricke: Selbstvermarktung einer erfahrenen Klassenkämpferin. In: Handelsblatt. 14. August 2010. Und der Westen leuchtet doch. In: Welt am Sonntag. 13. Juli 2010. n.-paradoxa. In: international feminist art journal volume. 22, KT press, 2008, . Ulrike Groos (Hrsg.): Meuser – Die Frau reitet und das Pferd geht zu Fuß. Kunsthalle Düsseldorf, 2008, ISBN 978-3-936859-87-4, S. 120. Der ganze Riemen Joseph Beuys – der Auftritt als Lehrer an der Kunstakademie Düsseldorf 1966–1972. Verlag Walther König, Köln 2008, ISBN 978-3-86560-306-7, S. 326, 382, 580, 585, 892. Die große Kunstausstellung NRW. Hrsg. Verein zur Veranstaltung von Kunstausstellungen e.V., Düsseldorf 2008, Petra Richter: Mit, neben, gegen. Die Schüler von Joseph Beuys. Richter Verlag, Düsseldorf 2000, ISBN 3-933807-07-7, S. 18/19, 26, 43, 55, 61, 76, 104, 161/162, 166–170, 176, 177, 180/181, 184–189, 278, 292–297. Typisch Frau. Ausstellungskatalog. Hrsg. Bonner Kunstverein, Galerie Philomene Magers. Bonn 1981, S. 96/97. Johannes Stüttgen (Hrsg.): Joseph Beuys zum 60. Geburtstag. Du Mont Verlag, Köln 1981, ISBN 3-7701-1344-6, S. 138, 139. Künstlerinnen international 1877–1977. Ausstellungskatalog. Hrsg. Arbeitsgruppe Frauen in der Kunst. NGBK, Berlin 1977, S. 267.

Weblinks Offizielle Website von Erinna König

Einzelnachweise

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