Biederitz ist eine Einheitsgemeinde im Landkreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt.
Geographie mini|Steinerne Brücke bei Gübs mini|Brücke über das Umflutgelände in Heyrothsberge Die Gemeinde Biederitz ist nur wenige Kilometer von Magdeburgs östlicher Stadtgrenze entfernt. Die Trennlinie bildet der so genannte Umflutkanal, über den die „Schweinebrücke“ beide Orte miteinander verbindet. Die Kreisstadt Burg ist rund 20 Kilometer entfernt.
Gemeindegliederung Zur Gemeinde Biederitz gehören seit dem 1. Januar 2010 folgende Ortsteile: Biederitz Gerwisch Gübs Heyrothsberge Königsborn Woltersdorf (mit Bruch)
Geschichte Die ehemalige Verwaltungsgemeinschaft Biederitz bestand aus den Gemeinden Biederitz (Heyrothsberge), Gerwisch, Gübs, Königsborn, Menz, Nedlitz, Wahlitz und Woltersdorf und lag im sachsen-anhaltischen Landkreis Jerichower Land. Verwaltungssitz war Biederitz.
Am 1. Januar 2005 wurde die Verwaltungsgemeinschaft mit der Verwaltungsgemeinschaft Möser zur neuen Verwaltungsgemeinschaft Biederitz-Möser zusammengelegt. Die Gemeinden Menz, Nedlitz und Wahlitz wurden dagegen in die Stadt Gommern eingemeindet.
Am 1. Januar 2010 schlossen sich die Gemeinden Biederitz mit dem Ortsteil Heyrothsberge, Gerwisch, Gübs, Königsborn und Woltersdorf zur neuen Einheitsgemeinde Biederitz zusammen. Der frühere Ortsteil Heyrothsberge ist heute eine gleichwertige Ortschaft. Der Sitz der Verwaltung befindet sich in Heyrothsberge.
Endstation für u. a. Adolf Hitlers Leichnam
Nach der endgültigen Vernichtung der menschlichen Überreste in Schönebeck (Elbe) wurde am 5. April 1970 nach einer jahrzehntelangen Odyssee die Asche von Adolf und Eva Hitler, der Familie Goebbels und des Generalstabschefs des Heeres, Hans Krebs, von der Schweinebrücke in die Ehle entsorgt.Harald Sandner: Vom Führerbunker zur Schweinebrücke, Shaker Media, Düren 2023, ISBN 978-3-95631-949-5, S. 188–202
Bevölkerung Jahr Einwohner 1990 3.163 2005 4.652 2010 8.453 2015 8.479 2020 8.590 Jahr Einwohner 2021 8.616 2022 8.582 2023 8.536 2024 8.508 2025 8.458
Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Der starke Anstieg der Einwohnerzahl zwischen 2005 und 2010 ist auf Eingemeindungen zurückzuführen.
Religion Die Volkszählung in der Europäischen Union 2011 zeigte, dass von den 8.494 Einwohnern der Gemeinde Biederitz 11,7 % der evangelischen Kirche und 3,5 % der römisch-katholischen Kirche angehörten. Die Mehrzahl der Einwohner gehörte keiner Religionsgemeinschaft an.
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat von Biederitz besteht aus 20 Mitgliedern und dem Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 67,3 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024
Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Aktiv für Bürger 30,0 % 6 26,8 % 5 CDU 30,4 % 6 25,2 % 5 AfD – – 16,9 % 4 SPD 16,3 % 3 12,5 % 3 Gemeinde mit Zukunft – – 5,9 % 1 Die Linke 11,0 % 2 5,8 % 1 Bündnis 90/Die Grünen 6,9 % 2 5,6 % 1 Unabhängige Wählergemeinschaft Biederitz (UWG) 5,5 % 1 1,3 % – Insgesamt 100 % 20 100 % 20
Bürgermeister mini|Verwaltungssitz in Heyrothsberge
seit 2010: Kay Gericke (bis 2024 SPD jetzt Freie Wähler)
Gericke wurde bei der Bürgermeisterwahl am 16. Oktober 2016 wiedergewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 16. Oktober 2016 Er wurde am 17. September 2023 mit 57,1 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 17. September 2023 Seine Amtszeit beträgt sieben Jahre.Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, § 61
Wappen Das Wappen wurde am 12. Oktober 2010 durch den Landkreis genehmigt.
Blasonierung: „Geviert von Grün und Silber; Feld 1 und 3: drei silberne Eicheln (2:1), Feld 2 und 4: ein blauer Wellenbalken.“
Das Wappen wurde vom Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet und ins Genehmigungsverfahren geführt. Dem ging der Beschluss des Gemeinderates voraus, die sechs der Gemeinde angehörenden Orte durch sechs Eicheln und die Flüsse Elbe und Ehle durch Wellenbalken im Wappen zu symbolisieren.
Die Farben der Gemeinde sind Grün - Weiß.
Flagge Die Flagge ist grün-weiß-grün (1:4:1) gestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.
Partnergemeinden seit 1990: Vechelde in NiedersachsenEintrag über die Partnerstädte und - gemeinden auf der Homepage der Gemeinde Vechelde Aufgerufen am 11. Mai 2019, 20:11
seit 2001: Lemwerder in Niedersachsen. Mit dem Zusammenschluss zur Einheitsgemeinde Biederitz wurde die Partnerschaft übertragen und fortgeführt.
Sehenswürdigkeiten und Kultur
Biederitzer Musiksommer Seit 1990 gibt es den Biederitzer Musiksommer. Er wurde von Kantor Michael Scholl ins Leben gerufen und hat überregionale Bedeutung. Die Konzerte finden sowohl in Biederitz, als auch im Jerichower Land und im Magdeburger Umland statt. Hauptakteur des Musiksommers ist die Biederitzer Kantorei. Für Konzerte wie die Biederitzer Tastennacht oder auch Blech am Fluss, dem Freiluftkonzert an der Ehle, gastieren regelmäßig national und international bekannte Künstler in Biederitz.
Biederitzer Ehlefest Das Biederitzer Ehlefest findet seit Anfang der 1980er Jahre statt. Es wird in der Ortsmitte auf der Kantorwiese gefeiert.
Dorf- und Reitfest Königsborn Das Dorf- und Reitfest in Königsborn findet jedes Jahr auf dem Reitplatz, der Dressuranlage und im Königsborner Park statt. Es geht von Freitag bis Sonntag und findet meistens im Mai statt. Freiwillige Bäcker in Königsborn versorgen die Besucher mit Kaffee und Kuchen und auch die Ortsfeuerwehr Königsborn ist an den Festivitäten beteiligt. Aktivitäten für Kinder werden auch angeboten wie z. B. eine Hüpfburg. Hauptaugenmerk liegt aber beim Reitsport. Es finden mehrere Wettbewerbe wie Springen, Dressur oder Reitprüfung statt. Auch wird jedes Jahr ein Schauprogramm vorbereitet.
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Seit der Wende und Wiedervereinigung 1989 haben sich die sechs Ortschaften der Einheitsgemeinde Biederitz zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort und Wohngebiet entwickelt. Kleine Handwerksbetriebe, zahlreiche mittelständische Unternehmen und Firmen, Einzelhändler, Agrargenossenschaften, sowie selbstständige Rechtsanwälte, Apotheker und Ärzte sind in der Einheitsgemeinde ansässig. Im Gastronomiesektor findet man mehrere Restaurants mit regionaler Küche und auch zwei griechische Gaststätten. Zwei Hotels in Biederitz und in Heyrothsberge und mehrere in der Einheitsgemeinde verteilte Pensionen bieten Übernachtungsmöglichkeiten.
Derzeit existieren drei große Gewerbegebiete in der Gemeinde. Eines ist in Biederitz am Parkweg, ein Gewerbegebiet ist in Gerwisch und das Dritte befindet sich in Heyrothsberge Am Fuchsberg.
Verkehr Die B1 stellt die Hauptverkehrsader für die Gemeinde dar. Sie verläuft durch die Ortschaften Gerwisch, Heyrothsberge und verbindet die Gemeinde mit Magdeburg und Burg über Möser. Die Auffahrten Lostau und Burg-Zentrum bilden die beste Möglichkeit, um von der A2 aus nach Biederitz zu gelangen. Die B184 führt von Heyrothsberge aus über Königsborn in Richtung Gommern.
Die Buslinien 51 (Magdeburg–Heyrothsberge–Biederitz) und 708 (Burg–Gommern) verlaufen durch das Gemeindegebiet.
Der Keilbahnhof Biederitz liegt am Abzweig der Bahnstrecke Biederitz–Trebnitz(–Dessau–Leipzig) von der Bahnstrecke Berlin–Magdeburg. Die Bahnstrecke Biederitz–Altengrabow wird seit 2011 vom Personenverkehr nicht mehr bedient.
Die B1 hat anliegend einen Fahrradweg und auch der bekannte Elberadweg von Tschechien nach Hamburg führt an den Ortschaften Biederitz und Gerwisch vorbei.
Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Johann Gottfried Tympe (1699–1768), orientalischer Philologe Friedrich Elchlepp (1924–2002), Konteradmiral der Volksmarine der DDR Gustav-Adolf „Täve“ Schur (* 1931), Radrennfahrer, in Heyrothsberge geboren Horst Strobel (1936–2023), Professor für Verkehrsautomatisierung, in Woltersdorf geboren Christiane Nüsslein-Volhard (* 1942), Biochemikerin, Nobelpreisträgerin für Medizin
Mit Biederitz verbundene Persönlichkeiten Carl Leberecht Meßow (1759–1825), Superintendent und Schulinspektor in Biederitz Friedrich Wilhelm Elchlepp (1897–1956), Leiter der Hartsteinwerke Heyrothsberge 1923 bis 1929 Susi Spiegel (* 1932), Badmintonmeisterin, lebt in Heyrothsberge Eva Wybrands (* 1951), Politikerin (CDU), lebt in Biederitz
Weblinks
Gemeinde Biederitz
Einzelnachweise
Kategorie:Ersterwähnung 938 Kategorie:Ort im Landkreis Jerichower Land Kategorie:Deutscher Ortsname slawischer Herkunft