Gustav Schlimbach (* 13. November 1818 in Bad Königshofen; † 7. April 1894 in Heidelberg)Musik und Musiker am Mittelrhein, abgerufen am 31. August 2022. war ein deutscher Orgelbauer.Hermann Fischer, Theodor Wohnhaas: Lexikon süddeutscher Orgelbauer. Noetzel, Wilhelmshaven 1994, S. 356.

Leben Gustav Schlimbach, Sohn des Orgel- und Klavierbauers Johann Caspar Schlimbach aus Bad Königshofen, kam 1844 nach Speyer und heiratete dort 1846 Henriette Mayer. Aus seiner Werkstatt gingen bis 1887 mehr als fünfzig Orgeln hervor.Bernhard Hörler: Orgelbau Goll, Luzern. Ein Stück europäischer Orgelbaugeschichte. Band 5. Die Angestellten und die Experten 1868–1927 (1947). Luzern 2022. pdf S. 480. Ab 1853 baute er Orgeln mit Kegelladen, griff aber auch später immer wieder auf Schleifladen zurück. Sein Bruder war der Würzburger Orgelbauer Balthasar Schlimbach (1807–1896).

Sein ältester Sohn Friedrich (1848–1877) starb früh. Der zweite Sohn Hermann (1850–1930) übernahm 1880 die Leitung der Firma,Bernhard Hörler: Orgelbau Goll, Luzern. Ein Stück europäischer Orgelbaugeschichte. Band 5. Die Angestellten und die Experten 1868–1927 (1947). Luzern 2022. pdf S. 480. die sich dann Schlimbach & Söhne nannte, verkaufte aber 1889 die Werkstatt, die als C. O. Rees & Co. (Schlimbachs Nachfolge) weitergeführt wurde.Bernhard H. Bonkhoff: Historische Orgeln im Saarland. Regensburg 2015. S. 287. Ein weiterer Sohn, Adolph Schlimbach (1854–1870), wurde ebenfalls Orgelbauer, starb aber ebenfalls bereits in jungen Jahren.Speyerer Tagblatt. 1870, 1./6, abgerufen am 31. August 2022. 1887 gründete Schlimbach in Heidelberg ein Handelsgeschäft mit Musikinstrumenten, mit dem er unverschuldet in Insolvenz geriet. Sein Neffe Martin Joseph Schlimbach rettete die Firma durch finanzielle Beteiligung.

Gustav Schlimbachs Nachfolger Hermann Schlimbach wanderte vermutlich 1888, spätestens aber 1891 nach Luzern ausBernhard Hörler: Orgelbau Goll, Luzern. Ein Stück europäischer Orgelbaugeschichte. Band 5. Die Angestellten und die Experten 1868–1927 (1947). Luzern 2022. pdf S. 481. und arbeitete als Orgelbauer bis etwa 1898 bei Friedrich Goll. Anschließend war er als Klavierstimmer tätig. Er starb am 26. Dezember 1930 in Luzern.Bernhard Hörler: Orgelbau Goll, Luzern. Ein Stück europäischer Orgelbaugeschichte. Band 5. Die Angestellten und die Experten 1868–1927 (1947). Luzern 2022. pdf S. 482.

Werkliste (Auswahl) Von den mehr als fünfzig Instrumenten, die Gustav Schlimbach erbaute, sind knapp zwanzig z. T. mit stärkeren Veränderungen erhalten: Jahr Ort Gebäude Bild Manuale Register Bemerkungen1853AlsenzProtestantische KircheII/P18Kegelladen; 1928 aus dem Chor auf die Empore transloziert, 1962 demontiert und eingelagert; 1978 Wiederaufstellung durch Oberlinger, Einbau neuer Schleifladen und Erweiterung zu II/20Matthias Thömmes: Orgeln in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Trier 1981. S. 28. → Orgel 1857 Wolfersheim Protestantische Kirche zentriert|160x160px I/P 10 Schleifladen; 1960 Umbau durch Lotar Hintz, 1974 durch Walcker; 2003 Teilrestaurierung durch Walcker → Orgel1859LettweilerProtestantische KircheI/P10Kegelladen; 1892 renoviert von Karl Förster (Heimersheim) → Orgel1859AlbersweilerSt. StephanII/P16Kegelladen; 1959 Dispositionsänderung durch E.F. Walcker & Cie.Pfälzer Zeitung. 1859, [2 = Juli - Dez 1859], abgerufen am 31. August 2022.Bernhard H. Bonkhoff: Denkmalorgeln in der Pfalz. Speyer 1990. S. 288.1861FreimersheimProtestantische KircheI/P12Schleifladen (Manual) und Kegelladen (Pedal); 1977 von Werner Owart (Neuhofen) renoviert; 2021 von Peter Ohlert (Kirkel) restauriert → Orgel 1861 Ottweiler Mariä Geburt zentriert|160x160px II/P 17 1917 Abgabe der Prospektpfeifen (1928 ersetzt); 1970/71 Umbau und Erweiterung durch Hugo Mayer (Heusweiler); 2012 (nach einem verheerenden Kirchenbrand 2011) umfangreiche Erneuerungsarbeiten durch Dietmar Schömer (Bliesransbach) → Orgel1864SchifferstadtMartin-Luther-KircheI/P81989 restauriert durch Orgelmanufactur VleugelsBernhard H. Bonkhoff: Denkmalorgeln in der Pfalz. Speyer 1990. S. 198. 1867Obrigheim (Pfalz)Protestantische KircheI/P10Schleifladen (Manual) und Kegelladen (Pedal); 1953 von Walcker zu I/12 erweitert, 2006 von Andreas J. Schiegnitz (Albsheim/Grünstadt) restauriert → Orgel1867FeilbingertProtestantische KircheI/P10Kegelladen; 1976 durch Paul Zimnol aus Kaiserslautern renoviert.Bernhard H. Bonkhoff: Denkmalorgeln in der Pfalz. Speyer 1990. S. 206.1868Bechhofen (Pfalz)Protestantische KircheI/P12Kegelladen; das Instrument wurde ursprünglich für die katholische Kirche in Sondernheim erbaut; 1963 erfolgte ein Klangumbau durch Hugo Wehr; 1982 wurde das Instrument durch Gerhard Kuhn aus Esthal nach Bechhofen transferiert.Bernhard H. Bonkhoff: Die Orgeln des Kreises Pirmasens und der Stadt Zweibrücken. In: Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft für mittelrheinische Musikgeschichte. Mainz 1990 pdf S. 154.1870HerxheimweyherSt. AntoniusI/P111960 Klangumbau durch Hugo Wehr aus HaßlochBernhard H. Bonkhoff: Denkmalorgeln in der Pfalz. Speyer 1990. S. 252. 1874 St. Ingbert St. Engelbert zentriert|160x160px II/P 18 Kegelladen; 1950 zu II/P/23 umgebaut und erweitert; 1991 durch Hugo Mayer (Heusweiler) renoviert; 2018 von Klais restauriert → Orgel1874MarnheimProtestantische KircheI/P6Schleiflade (Maunal) und Kegellade (Pedal)Bernhard H. Bonkhoff: Denkmalorgeln in der Pfalz. Speyer 1990. S. 240.1877OttersheimSt. Amanduszentriert|160x160pxI/P9Kegelladen; 1960 erfolgten Klangveränderungen, 1982 wurde das Werk durch Paul Zimnol aus Kaiserslautern restauriert.Bernhard H. Bonkhoff: Denkmalorgeln in der Pfalz. Speyer 1990. S. 248.1877SchiersfeldProtestantische KircheI/P7Kegelladen; 1955 Klangumbau durch Oberlinger, 1984 Reinigung durch Gerhard KuhnBernhard H. Bonkhoff: Denkmalorgeln in der Pfalz. Speyer 1990. S. 252.1878TrippstadtSt. JosephI/P9Kegelladen; 1968 Klangumbau durch Paul Zimnol aus Kaiserslautern → Orgel1880 (ca.)Andrimont (Belgien)Église Saint-RochII/P12Schleifladen, das zweite Manual mit Schwellkasten → Orgel1887ElmsteinMariä Heimsuchungzentriert|160x160pxII/P13Kegelladen; zusammen mit seinem Sohn Hermann Schlimbach erbaut; 2002 durch Gerhard Kuhn (Esthal) restauriert → Orgel

Außerdem konnten folgende Neubauten von Schlimbach nachgewiesen werden:Vgl. Bernhard H. Bonkhoff: Denkmalorgeln in der Pfalz. Speyer 1990. S. 188.Vgl. Bernhard H. Bonkhoff: Historische Orgeln im Saarland. Regensburg 2015. S. 90.

1852 Speyer (Dom, Chororgel), Friedelsheim (protestantische Kirche), Ottersheim (prot.), Speyer (Synagoge)

1854 Bexbach (St. Martin, 13/I, 1910 ersetzt)

1855 Schwegenheim (Protestantische Kirche)

1856 Wachenheim (kath., 1926 ersetzt, Gehäuse erhalten),Orgel in Wachenheim, abgerufen am 1. September 2022. Saargemünd in Lothringen (kath., ca. 26/II, 1907 durch einen Neubau ersetzt),ASSECARM (Hrsg.): Orgues de Lorraine. Moselle. Mo à Sa. Metz 1997. S. 1909ff. Otterstadt (kath., 1929 ersetzt)Alfons Schreiner: Otterstadt. Die Geschichte eines Dorfes. Speyer 1981. pdf S. 164.

1857 Wachenheim (prot.)

1859 Lautzkirchen (kath., 15/II)Orgelgeschichte von Lautzkirchen, abgerufen am 31. August 2022.

um 1860 Horbach (Pfalz) (kath., 1971 ersetzt)Bernhard H. Bonkhoff: Die Orgeln des Kreises Pirmasens und der Stadt Zweibrücken. In: Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft für mittelrheinische Musikgeschichte. Mainz 1990 pdf S. 174.

1862 Neupotz (kath. St. Bartholomäus), Böhl (prot., 20/II, 1909 durch einen Neubau ersetzt),Beschreibung, abgerufen am 31. August 2022. Kronau (kath., 1959 durch einen Neubau ersetzt)Geschichte der Kirche, abgerufen am 1. September 2022.

1863 Brücken (Pfalz) (kath., 13/I, vor 1972 aufgegeben)Bernhard H. Bonkhoff: Die Orgeln des Kreises Kusel. In: Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft für mittelrheinische Musikgeschichte. Mainz 1981 pdf S. 104.

1864 Gönnheim (prot.)

1865 Sulzbach/Saar (evangelische Kirche, 16/II, 1905 durch einen Neubau ersetzt)Geschichte der Orgel in Sulzbach, abgerufen am 1. September 2022.

1867 Ensheim (St. Peter, 17/II), Niedergailbach (Bruder Klaus 8/I), Waldsee (Pfalz) (St. Martin)

1870 Neunkirchen (Saar) (ev. Pauluskirche, 17/II, 1945 zerstört)Orgel der Pauluskirche

1871 Oberndorf (Pfalz) (simultan)

1872 Altenglan (prot., 9/I, 1962 durch einen Neubau ersetzt)Bernhard H. Bonkhoff: Denkmalorgeln in der Pfalz. Speyer 1990. S. 232.

1873 Niederlustadt (prot.)

1874 Einöd (Apostelkirche, 9/I nicht erhalten)

1878 Berghausen (kath., Gehäuse erhalten)

1880 Neuleiningen (St. Nikolaus), Ruppertsberg (St. Martin, 11/II, 1968 durch einen Neubau ersetzt.)Bernhard H. Bonkhoff: Denkmalorgeln in der Pfalz. Speyer 1990. S. 260.

Undatierte Neubauten: Clausen (kath.), Hanhofen (kath.), Heiligenstein (kath.), Schifferstadt (kath.), Laumersheim (prot.), Neuhofen (Pfalz) (prot.)

Weblinks

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Einzelnachweise

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