Oliver Schwabe (* 1966 in Hannover) ist ein deutscher Filmregisseur, Kameramann und Drehbuchautor.
Leben und Wirken Oliver Schwabe studierte von 1994 bis 1998 an der Kunsthochschule für Medien Köln bei Jürgen Klauke und absolvierte ein Auslandssemester an der New York University. Seine Diplom-Videoinstallation Verstärker/Intensifier vertrat 1999 die Kunsthochschule für Medien Köln im Rahmen der Ausstellung Digital Bauhaus am Intercommunication Center in Tokio.
2001 drehte er als Kameramann unter der Regie von Jan Krüger den Kurzfilm Freunde/The Whiz Kids, der auf den Internationalen Filmfestspielen von Venedig 2001 als bester Kurzfilm mit einem Silbernen Löwen ausgezeichnet wurde. Ebenfalls 2001 erhielt Oliver Schwabe den Spiridon Neven DuMont Preis.
2002 gründete er zusammen mit Christian Becker „field recordings“. Die Regisseure arbeiten unter diesem Label im Spielfilmbereich als Regie- und Autorenduo zusammen.
Ihr erster, von Wim Wenders produzierter Kinospielfilm Egoshooter, in dem Tom Schilling einen orientierungslosen Jugendlichen spielt, der ein Videotagebuch führt, kam 2005 in die Kinos. Ihr zweiter gemeinsamer Kinospielfilm Zarte ParasitenInterview mit 'Zarte Parasiten' Regisseure Schwabe & Becker, auf filmtogo.net mit Robert Stadlober in der Hauptrolle, erzählt die Geschichte eines Pärchens, welches sich als menschliche Dienstleister durchschlägt. Der Film feierte 2009 auf den Internationalen Filmfestspielen von Venedig 2009 seine Weltpremiere.
2007 gründete Oliver Schwabe zusammen mit Christian Becker die Field-Recordings Filmproduktion, die vorwiegend Dokumentarfilme produziert.
Von 1998 bis 2010 war Oliver Schwabe Herausgeber von insgesamt 12 Videotagebüchern in der Redaktion von Horst Königstein und seit 2005 realisiert er Dokumentarfilme mit hauptsächlich popkulturellen Themen. Sein Film Keine Atempause – Düsseldorf, der Ratinger Hof und die neue MusikDüsseldorf: Film über Punk, Punks und den Ratinger Hof, Westdeutsche Zeitung vom 29. Juni 2016 wurde 2016 für den Preis für Popkultur nominiert. Ebenfalls 2016 feierte sein Film Die Höhle von Eppendorf – Das legendäre Onkel Pö, auf filmfesthamburg.deWo Udo, Olli und Otto sich trafen, auf taz.de auf dem Hamburger Filmfest seine Premiere. 2017 kam sein von Bildersturm Filmproduktion und Arte co-produzierter Film Tokio Hotel – Hinter die WeltKritik: Tokio Hotel - Hinter die Welt (2017), auf spielfilm.de in die Kinos. 2018 wurde sein Film Asi mit Niwoh – Die Jürgen Zeltinger Geschichte auf dem Film Festival Cologne für den besten Dokumentarfilm NRW nominiert. Ebenfalls 2018 erhielt sein Film EXODUS – Berichte von vier unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen die Nominierung für den Deutschen Menschenrechts-Filmpreis. 2020 wurde sein Film Die Liebe Frisst Das Leben mit dem Deutschen Dokumentarfilmpreis ausgezeichnet.
2012 drehte er als Kameramann unter der Regie von Lars Jessen die Mockumentary Fraktus. 2014 übernahm er die Kameraarbeit in Was bin ich wert? von Peter Scharf. 2016 zeichnet er sich als Director of photography für das Kamerakonzept von Wellness für Paare von Jan Schütte verantwortlich. Der auf Improvisationen der Darsteller beruhende Fernsehfilm wurde mit 20 Kameras gedreht und erhielt 2017 den Ensemblepreis des Deutschen Schauspielerpreises 2017. 2018 drehte er in gleicher Konstellation unter der Regie von Jan Schütte Klassentreffen,Fernsehfilm „Klassentreffen“, auf tittelbach.tv Es folgen 2019 der Tatort: Das Team"Tatort" NRW: Anarchie ist hier das falsche Mittel, auf zeit.de und die Komödie „Das Begräbnis“ (2020).
Darüber hinaus arbeitet Oliver Schwabe seit Anfang der 1990er Jahre mit dem Architekturfotografen Hans-Georg Esch zusammen und war an der Konzeption der Buchveröffentlichung Cities Unknown beteiligt. Seit 2010 realisiert er zusammen mit Hans Georg Esch Architekturfilme.
Schwabe ist Mitglied der Deutschen Filmakademie, seit 2019 Vertretungsprofessor für Fernsehdramaturgie / kreative Fernsehproduktion mit dem Schwerpunkt Dokumentarfilm an der Kunsthochschule für Medien Köln, Köln (KHM) und seit 2021 Professor für Film an der FH Dortmund.
Filmografie (Auswahl) Fernsehfilme
Kinofilme 1996: Ein Wiegenlied die Welt zum Glühen bringt (Kurzfilm, Buch, Regie – zusammen mit Christian Becker, Kamera) 1997: Dont Bring a Dog (Dokumentarfilm, Regie, Buch, Kamera) 2001: Freunde/The Whiz Kids (Kamera, Regie Jan Krüger) 2003: Die Krokodile der Familie Wandaogo (Dokumentarfilm Kamera, Regie: Britta Wandaogo) 2004: Egoshooter (Spielfilm, Buch, Regie zusammen mit Christian Becker, Kamera) 2009: Zarte ParasitenKritik zu Zarte Parasiten, auf epd-film.de, abgerufen am 11. Februar 2021 (Spielfilm, Buch, Regie zusammen mit Christian Becker, Kamera) 2010: Sohnemänner (Spielfilm, Kamera, Regie Ingo Haeb) 2012: Fraktus (Spielfilm Regie Lars Jessen, Kamera) 2013: Von der Beraubung der Zeit, (Dokumentarfilm, Regie: D. Postrak, J. Neumann, Produzent, Schnitt) 2014: Was bin ich wert? (Dokumentarfilm: Kamera) 2015: Der Bruder (Kurzfilm, Regie, Buch – zusammen mit Christian Becker, Kamera) 2016: Exodus – Berichte von vier unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen (Dokumentarfilm Regie, Buch) 2017: Tokio Hotel – Hinter die Welt (Dokumentarfilm: Buch, Regie) 2018: Asi mit Niwoh – Die Jürgen Zeltinger Geschichte (Dokumentarfilm: Buch, Regie) 2019: Die Liebe frisst das Leben, Tobias Gruben, seine Lieder und die Erde (Dokumentarfilm: Regie, Buch) 2024: Die Grube (Kurzspielfilm, zusammen mit Christian Becker, Buch, Regie, Schnitt, Produzent)
Musikvideos 1997 Laub „Frei“ aus dem Album „Kopflastig“ (Kitty-Yo) 2012 Messer „Mutmaßungen über Hendrik“ aus dem Album „Im Schwindel“ (This Charming Man / Cargo) 2013 Messer „Neonlicht“ aus dem Album „Die Unsichtbaren“ (This Charming Man / Cargo) 2023 Abwärts „Superfucker“ aus dem gleichnamigen Album (Off Ya Tree Records) 2025 Pogendroblem „Great Resignation“ aus dem Album „Great Resignation“ (Kidnap Music)
Auszeichnungen 2001: Spiridon-Neven-DuMont-Preis für Oliver Schwabes Arbeiten an der Kunsthochschule für Medien Köln 2001: Silberner Löwe für Freunde/Whiz Kids, Bester Kurzfilm Internationale Filmfestspiele von Venedig 2001, Kamera Oliver Schwabe 2003: Deutscher Filmpreis 2003 / Sonderformate für Die Krokodile der Familie Wandaogo, Regie Britta Wandaogo, Kamera Oliver Schwabe 2003: 1. Preis für langen Dokumentarfilm für Die Krokodile der Familie Wandaogo, Regie Britta Wandaogo, Kamera Oliver Schwabe, Int. Filmfestival Bolzano, Italien 2005: Nominierung New Faces Award für Egoshooter, Beste Regie Newcomer (zusammen mit Christian Becker) 2005: Nominierung JJ Star Award für Egoshooter, Jeonju Film Festival, Korea 2016: Nominierung Best Short für Der Bruder, La Cabina – Festival international de mediometrajes de Valencia 2016: Nominierung Best Actor für Daniel Michel in Der Bruder, International Figari Film Fest 2016: Nominierung Best Short NRW Competition, für Der Bruder, Internationale Kurzfilmtage Oberhausen 2016: Nominierung Best Short für Der Bruder, 5th Festival Int'l de Cine de Hermosillo, Sonora, Mexico 2016: Nominierung Best Short für Der Bruder, Bamberger Kurzfilmtage 2016: Nominierung Preis für Popkultur 2016 Keine Atempause – Düsseldorf, der Ratinger Hof und die Neue Musik Kategorie Schönste Geschichte 2018: Nominierung Filmpreis NRW beim Film Festival Cologne für den Besten Dokumentarfilm Asi mit Niwoh – Die Jürgen Zeltinger Geschichte 2018: Nominierung Deutscher Menschenrechtsfilmpreis für Exodus – Berichte von vier unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen 2019: Nominierung Filmpreis NRW beim Film Festival Cologne für den Besten Dokumentarfilm Die Liebe frisst das Leben 2020: Deutscher Dokumentarfilmpreis für den Besten Musik-Dokumentarfilm Die Liebe frisst das Leben 2021: Nominierung Grimme-Preis 2021 / Wettbewerb Information & Kultur für den Dokumentarfilm Helga – Die Zwei Gesichter der Feddersen 2024: Best Director für DIE GRUBE, 15. Baku International Filmfestival 2024: Nominierung Best Experimental Short Film für Die Grube, Oslo Film Festival 2024: Nominierung Best International Short Film für Die Grube, 13th Mumbai Shorts International Film Festival
Weblinks
Website von Oliver Schwabe Oliver Schwabe im Interview, Spex 30. September 2009 Oliver Schwabe im Portrait, Stadtrevue 10/2018 Oliver Schwabe im Interview Deutschlandradio Oliver Schwabe im Interview mit dem WDR Rockpalast https://www.film-rezensionen.de/2022/01/das-begraebnis/
Einzelnachweise
Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Kameramann Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Filmproduzent Kategorie:Mitglied der Deutschen Filmakademie Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1966 Kategorie:Mann