Presseck ist ein Markt im oberfränkischen Landkreis Kulmbach in Bayern.

Geografie Geografische Lage Die Gemeinde liegt etwa 15 km nordöstlich von Kulmbach im Naturpark Frankenwald auf der Gemarkung Presseck sowie auf einer Hochfläche zwischen den Tälern der Unteren Steinach und der Wilden Rodach. Der Ort Presseck befindet sich am Fuß des 690 m hohen Pressecker Knock. Durch Presseck verläuft der Fränkische Marienweg.

Gemeindegliederung

Es gibt 45 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Auf dem Gemeindegebiet liegen die Wüstungen Birken (Schlackenreuth), Güldenstein, Lautengrund und Teichbühl.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Heinersreuth, Köstenberg, Oberehesberg, Presseck, Reichenbach, Rodecker Forst-West, Schlackenreuth, Schnebes, Schwand (Gemarkungsteil 0), Wartenfels und Wildenstein.

Geschichte Bis zur Gemeindegründung 1362 wurde der Ort in einem Wegerechtsvertrag zwischen Fürstbischof Lupold von Bamberg und dem Ritter Hans von Waldenfels als „Pressek“ erstmals schriftlich erwähnt. Dem Ortsnamen liegt das slawische Wort presěka zugrunde, das Ausrodung bedeutet.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 179.

Von 1697 bis 1823 gehörte der Markt Presseck den Voit von Rieneck und war der Gerichtssitz der Herrschaft Wildenstein.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Presseck aus 101 Anwesen. Das Hochgericht übte die Herrschaft Wildenstein. Grundherren waren die Herrschaft Wildenstein (6 Höfe, 2 Halbhöfe, 2 Viertelhöfe, 10 Güter, 8 Drittelgüter, 1 Viertelgut, 2 Achtelgüter, 67 Tropfhäuser, 1 Wirtshaus), die Pfarrei Presseck (1 Pfarrgut) und die Schule (1 Haus).

Mit der Rheinbundakte kam der Ort 1806 zu Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde 1808 der Steuerdistrikt Presseck gebildet, zu dem Fürstenhof und Lautengrund gehörten. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Presseck, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Stadtsteinach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Stadtsteinach (1919 in Finanzamt Stadtsteinach umbenannt). Von 1816 bis 1823 war das Herrschaftsgericht Heinersreuth zuständig. 1818 kamen zum Steuerdistrikt folgende Orte hinzu: Neumühle, Papiermühle, Premeusel, Schlackenmühle, Schlopp, Waffenhammer und Wildenstein. Ab 1862 gehörte Presseck zum Bezirksamt Stadtsteinach (1939 in Landkreis Stadtsteinach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Stadtsteinach (1879 in Amtsgericht Stadtsteinach umgewandelt). Die Gemeinde hatte 1964 eine Fläche von 4,845 km².

Am 1. Juli 1972 kam Presseck durch die Auflösung des Landkreises Stadtsteinach zum Landkreis Kulmbach, zugleich auch an das Amtsgericht Kulmbach und das Finanzamt Kulmbach.

Eingemeindungen Am 1. Januar 1972 wurden die Gemeinden Köstenberg und Schlackenreuth eingegliedert. Am 1. Januar 1974 kamen Wildenstein und ein kleinerer Teil der aufgelösten Gemeinde Schwand dazu. Heinersreuth folgte am 1. Januar 1978. Den Abschluss bildete am 1. Mai 1978 der Markt Wartenfels mit der schon am 1. Januar 1976 eingegliederten Gemeinde Reichenbach.

Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 2313 auf 1783 um 530 bzw. um 22,1 %, das ist der deutlichste prozentuale Einwohnerrückgang im Landkreis im genannten Zeitraum. Am 31. Dezember 1992 hatte Presseck 2530 Einwohner.

Gemeinde Presseck Jahr 1819 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2007 2010 2015 2019Einwohner 598 893 921 939 930 985 986 1031 1040 947 970 1047 1046 1074 935 917 915 816 1155 1142 1232 1173 2369 2041 1952 1869 1764HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 2019 wurden diese als Wohngebäude bezeichnet. 123 122 120 125 149 162 233 765 738 741 Quelle

Ort Presseck Jahr 1809 1818 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 565 598 925 969 1027 1042 911 1138 1230 1169 850Häuser 109 120 124 148 161 232 267Quelle

Politik Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit 2020 Christian Ruppert (CSU). Vorgänger waren Siegfried Beyer (CSU) ab 2008 und davor Erhard Hildner (CSU). Zweiter Bürgermeister ist Raimund Graß (CSU)

Gemeinderat Der Gemeinderat hat zwölf Mitglieder: CSU: fünf Freie Wähler: zwei SPD: zwei JU: zwei AfD: eins (Stand: Kommunalwahl 2026)

Wappen

Eine Gemeindeflagge hat Presseck nicht.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Der Marktplatz mini|Schloss Heinersreuth mini|Ministerhaus neben dem Schloss Heinersreuth Pressecker-Knock-Turm, ein 45 m hoher Aussichtsturm auf dem Pressecker Knock am östlichen Ortsrand in Richtung Helmbrechts.Pressecker-Knock-Turm auf der Webseite des Frankenwaldvereins e. V. Natur.Erlebnis.Wäldla: Das Projekt „Unser Wäldla“ ist eine gemeinsame Initiative der Kommunen Presseck und Marktrodach sowie der Stadt Wallenfels, die im Rahmen des Leader-Programms ins Leben gerufen wurde. Dabei entstanden in Presseck und Wartenfels mehrere Freizeit- und Erholungseinrichtungen. Dazu gehören in Presseck das Infozentrum, die Ganzjahres-Stockbahn, der Aussichtsturm am Pressecker Knock, ein Barfußpfad mit Niederseilklettergarten, das Fitness-Steigla sowie das Freizeit- und Erholungsgebiet Lautengrund mit Kneippanlage, Gradierwerk und 32-Meter-Rutsche. In Wartenfels findet man den Wasser- und Naturerlebnisspielplatz und den InfoPoint mit Grillplatz. Die evangelische Kirche Zur Heiligen Dreifaltigkeit neben dem Marktplatz mit Fresken von 1517 und schöner Bemalung des Holztonnengewölbes von 1650 gehört zu den ältesten Kirchen der Gegend. Schloss Heinersreuth ist im Privatbesitz von Ludwig Freiherr von Lerchenfeld. Erbaut wurde es um 1500 von den Freiherrn von Wildenstein. 1697 ging der Besitz an Carl Friedrich Freiherr Voit von Rieneck zu Trun- und Traustadt über, der daraufhin in den Grafenstand erhoben wurde. Das Schloss war Sitz des Patrimonialgerichts. 1823 verlieh König Maximilian I. Joseph das Lehen dem Freiherrn Maximilian Emanuel von Lerchenfeld, königlich bayerischer Minister. 1827 wurde das Ministerhaus neben dem Schloss errichtet.Schautafel vor dem Schloss Museum der Audiotechnik Museum Till Eulenspiegel in Waffenhammer an der Steinachklamm bei Wildenstein, (seit 2017 geschlossen)

Bau- und Bodendenkmäler

Burgruine Wartenfels Burg Wildenstein

Tourismus Presseck liegt auf dem Radfernweg Euregio Egrensis und am Frankenweg. Der benachbarte Mühlenweg bietet neben interessanten Informationen auf Tafeln über Geschichte und Brauchtum eine zauberhafte Natur.Infos zum Mühlenweg im Frankenwald

Verkehr Die Staatsstraße 2195 führt nach Unterzaubach zur Bundesstraße 303 (7,5 km südwestlich) bzw. über Schnebes und Heinersreuth nach Enchenreuth (5,2 km nordöstlich). Die Kreisstraße KU 24 führt über Kunreuth nach Reichenbach (4,1 km nordwestlich). Die Kreisstraße KU 25/KC 20 verbindet Presseck mit der Bundesstraße 173 bei der Neumühle (5,5 km nordwestlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Premeusel (1,5 km südlich) und nach Trottenreuth (1,7 km südöstlich). Ein Anliegerweg verbindet Presseck mit Schöndorf (1,2 km südwestlich).

Ansässige Unternehmen BOSCHAGROUP, Hersteller von Taschen und Lederwaren

Söhne und Töchter der Stadt Inge Aures (* 10. Juli 1956), Politikerin (SPD)

Literatur

Weblinks

Gemeinde Markt Presseck Die Geschichte von Presseck

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Kulmbach Kategorie:Ersterwähnung 1362 Kategorie:Markt in Oberfranken Kategorie:Gemeindegründung 1808