Reichenwalde () ist eine Gemeinde im Landkreis Oder-Spree des Landes Brandenburg. Sie wird vom Amt Scharmützelsee mit Sitz in Bad Saarow verwaltet.

Geographie Reichenwalde liegt auf einem Höhenrücken zwischen dem Storkower See und dem Scharmützelsee.

Gemeindegliederung Nach ihrer Hauptsatzung hat die Gemeinde drei Ortsteile: Dahmsdorf (Damaćojce) Kolpin (Kółpin)Die Ortsnamen des Kreises Beeskow-Storkow. ISBN 3-515-08664-1, S. 226–228. Reichenwalde (Rychwałt)

Dazu kommen die Wohnplätze Neu Reichenwalde und Waldrandsiedlung.

1992 mit Beginn der Ämterverwaltung in Brandenburg schloss sich Reichenwalde mit acht anderen Gemeinden zum Amt Scharmützelsee zusammen, dessen Sitz sich in Bad Saarow befindet. Die Gemeinden Reichenwalde, Dahmsdorf und Kolpin schlossen sich zum 31. Dezember 2001 zur neuen Gemeinde Reichenwalde zusammen.

Geschichte Reichenwalde, Dahmsdorf und Kolpin gehörten seit 1836 zum Kreis Beeskow-Storkow in der Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Fürstenwalde (Dahmsdorf zum Kreis Beeskow) im DDR-Bezirk Frankfurt (Oder). Seit 1993 liegen die Orte im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1875 692 1890 669 1910 665 1925 692 1933 743 1939 697 Jahr Einwohner 1946 799 1950 822 1964 681 1971 659 1981 636 1985 572 Jahr Einwohner 1990 590 1995 604 2000 707 2005 1 097 2010 1 122 2015 1 115 Jahr Einwohner 2020 1 255 2021 1 266 2022 1 224 2023 1 230 2024 1 220 2025 1 223

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oder-Spree. S. 22–25Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022Bevölkerungsfortschreibung auf Basis Zensus 2022

Die Zunahme der Bevölkerungszahl 2005 ist auf den Zusammenschluss von Reichenwalde, Dahmsdorf und Kolpin zur neuen Gemeinde Reichenwalde im Jahr 2001 zurückzuführen.

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Reichenwalde besteht entsprechend der Einwohnerzahl der Gemeinde aus 10 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 68,4 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 SPD 31,7 % 3 29,1 % 3 Bauern-Jäger-Angler 9,2 % 1 14,5 % 1 Einzelbewerber Joachim Kettner 5,8 % 1 14,0 % – Einzelbewerber Roland Brendel 8,6 % 1 10,3 % 1 FDP 5,4 % – 9,4 % 1 Die Linke 7,5 % 1 8,5 % 1 Einzelbewerber Andreas Balke – – 8,4 % 1 Einzelbewerberin Marlies Becker – – 5,7 % 1 Einzelbewerberin Renate Nifke 17,3 % 1 – – CDU 6,1 % 1 – – Einzelbewerberin Gabriele Streichenbach 3,8 % – – – Einzelbewerberin Sibylle Tauchert 2,8 % – – – Einzelbewerber Daniel Losansky 1,8 % – – – Insgesamt 100 % 9 100 % 9

Bei der Wahl 2019 entfielen auf Nifke zwei Sitze, von denen einer unbesetzt blieb.

Bei der Wahl 2024 kandidierte Kettner sowohl als Gemeindevertreter als auch als Bürgermeister. Bei der Wahl zur Gemeindevertretung entfiel auf ihn ein Sitz. Da er die Wahl zum Bürgermeister annahm, bleibt ein Sitz unbesetzt.

Bürgermeister 1998–2008: Harry Schwarz (CDU) 2008–2015: Heinz Döbler (parteilos, für die SPD)Kommunalwahlen im Land Brandenburg am 28.09.2008. Bürgermeisterwahlen, S. 10 2015–2024: Mike Hemm (SPD) seit 2024: Joachim Kettner (parteilos)

Hemm wurde bei der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 mit 51,6 % der gültigen Stimmen wiedergewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019

Am 9. Juni 2024 wurde Kettner ohne Gegenkandidaten mit 75,1 % der gültigen Stimmen zu seinem Nachfolger gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 Seine Amtszeit beträgt fünf Jahre.Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)

Sehenswürdigkeiten mini|Dorfkirche Reichenwalde mini|Dorfkirche Dahmsdorf In der Liste der Baudenkmale in Reichenwalde und in der Liste der Bodendenkmale in Reichenwalde stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Dorfkirche Reichenwalde, wurde am Ende des 13. Jahrhunderts aus Feldsteinen errichtet. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erfolgten zahlreiche Umbaumaßnahmen. Dabei wurden unter anderem der Westturm um ein barockes Geschoss in Fachwerk aufgestockt sowie die spätgotischen Fenster vergrößert. Im Innern befinden sich ein Altarkreuz aus Reddern sowie eine Grüneberg-Orgel von 1864 mit einem dreiteiligen Prospekt.

Dorfkirche Dahmsdorf, Feldsteinkirche, gehört zu den ältesten Kirchen Brandenburgs, um 1241 errichtet, mit zwei Bronzeglocken, Kanzel und Gestühl aus dem 18. Jahrhundert, Altartisch mit Reliquienschrein, vorreformatorischen Malereien

Wirtschaft und Infrastruktur In der ehemaligen Schule des Ortes von 1813, die in den 1970er Jahren geschlossen wurde, befindet sich das Restaurant Alte Schule, das im Guide Michelin erwähnt wird.

Verkehr Reichenwalde liegt an der Landesstraße L 412 zwischen Storkow (Mark) und Bad Saarow.

Öffentliche Einrichtungen Auf dem ehemaligen Gut Reichenwalde befinden sich Wohnstätten für Menschen mit Behinderungen der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal sowie eine Werkstatt für Menschen mit Behinderungen.

Bildung Das Gebäude der Kindertagesstätte „Spatzennest“ wurde in ökologischer Bauweise gebaut und im Dezember 2004 eingeweiht. Träger der Einrichtung ist der Verein „Kindertagesstätte Reichenwalde e. V.“. Im Ortsteil Kolpin befand sich bis Anfang 2008 die Justizakademie des Landes Brandenburg.

Persönlichkeiten Didi Senft (* 1952), Fahrraddesigner, geboren in Reichenwalde

Weblinks

Gemeinde Reichenwalde beim Amt Scharmützelsee

Kirche Reichenwalde

Einzelnachweise Hauptsatzung der Gemeinde Reichenwalde vom 17. März 2009 Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg – Gemeinde Reichenwalde Bildung der Ämter Gartz/Oder, Bad Liebenwerda, Mühlberg/Elbe, Plessa, Märkische Schweiz, Premnitz, Rüdersdorf, Scharmützelsee, Steinhöfel/Heinersdorf Elsterland, Kleine Elster und Falkenberg Uebigau. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 21. Juli 1992. Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 3. Jahrgang, Nummer 54, 31. Juli 1992, S. 970/1. Bildung einer neuen Gemeinde Reichenwalde. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 14. Dezember 2001. Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 12. Jahrgang, Nummer 52, 27. Dezember 2001, S. 898 PDF.

Kategorie:Ort im Landkreis Oder-Spree