Larissa Iwanowna Kronberg, auch Larissa Kronberg-Sobolewskaja und Larissa Sobolewskaja (; 23. Mai 1929 in Pensa, Sowjetunion – 23. April 2017 in Moskau, Russland), war eine russisch-sowjetische Schauspielerin und Agentin des KGB.

Leben Kronberg wurde 1929 in Pensa als Tochter eines Soldaten geboren. Sie zog mit ihrem Vater zunächst nach Ufa, ihren Abschluss machte sie in Podolsk. Ihre Schauspielausbildung begann sie 1948 bei Sergei Gerassimow und seiner Frau Tamara Makarowa am Staatlichen All-Unions-Institut für Kinematographie. Sie unterbrach ihre Ausbildung, als sie einen Georgier heiratete und einen Sohn bekam, und nahm den Nachnamen Sobolewskaja an. Ihr einziges Kind wurde später drogenabhängig und starb jung. Kronbergs Ehe wurde vor ihrem 30. Lebensjahr wieder geschieden, 1954 schloss sie ihre Schauspielausbildung erfolgreich ab.Как советская актриса и бывший уголовник вербовали французского посла auf eg.ru, 2. Mai 2017, abgerufen am 17. Januar 2019 (russisch). Nach ihrem Abschluss war sie bis 1983 für Mosfilm tätig.Soviet actress Larisa Kronberg auf soviet-art.ru, abgerufen am 16. Januar 2019 (englisch).

Bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 1955 erhielt Kronberg für ihre Rolle als Sina Iwanowa als Teil des Gesamtensembles in Iossif Cheifiz’ Eine große Familie (Большая семья) den Preis als beste Darstellerin.Gone from the life of Larisa Kronberg auf capelino.com, abgerufen am 16. Januar 2019 (englisch).

Bekannt wurde Kronberg zudem durch die Beteiligung an einer im Jahr 1958 durch das KGB inszenierten Honeytrap, um den französischen Diplomaten Maurice Dejean zu einer Zusammenarbeit zu erpressen. Unter dem Decknamen Lora näherte sie sich ihm, erzählte ihm von ihrem grausamen Ehemann, der als Geologe auf Forschungsreisen in Sibirien unterwegs sei, und begann eine Beziehung mit ihm. Kronberg sorgte dafür, dass ihr vermeintlicher Ehemann, der ebenfalls ein KGB-Agent war, in ihre Wohnung einbrach und sie im Bett mit Dejean ertappte.Кто еще погорел на бабах auf expert.ru, 2010, abgerufen am 16. Januar 2019 (russisch).

Sie war ab Anfang der 1960er-Jahre mehrere Jahre lang mit dem siebeneinhalb Jahre jüngeren Schachweltmeister Michail Tal liiert, während er in Moskau lebte und noch mit seiner ersten Frau, Sally Landau, verheiratet war.Sally Landau: Checkmate! The Love Story of Mikhail Tal and Sally Landau. Elk and Ruby Publishing House, Moskau 2019, ISBN 978-5604176962. S. 129–149.Interview mit Larissa Kronberg auf fakty.ua, 9. November 2011, abgerufen am 16. Januar 2019 (russisch).Красавица-актриса, агент КГБ, Лариса Кронберг умерла в одиночестве и забвении auf ufa.bezformata.com, 29. April 2017, abgerufen am 16. Januar 2019 (russisch).

Kronberg galt als humorvolle und lebensfrohe Persönlichkeit, rauchte und trank viel. Ihre letzten Jahre verbrachte sie alleine und zurückgezogen in einer Wohnung in Moskau, wo sie am 23. April 2017 nach längerer Krankheit starb.

Filmographie 1954: Eine große Familie 1955: Zvezdy na krylyakh 1956: Poseyali devushki lyon 1957: Liebe und Examensnöte 1958: Feuriges Blut 1958: Das Mädchen mit der Gitarre 1960: Russkiy suvenir 1962: Noch bez miloserdiya 1966: Vystrel 1969: Kleiner Kranich 1971: Molodye 1974: Vozvrata net 1975: Harsnatsun hyusisits 1977: Priekhali na konkurs povara… 1978: Inkognito aus Petersburg 1978: Tryasina 1979: Zavtrak na trave 1981: Nemukhinskiye muzykanty 1983: Wer klopft an meine Tür? 1984: Smert na vzlyote 1986: Salon krasoty 1986: Vykup 1987: Veruyu v lyubov 1987: Litsom k litsu 1987: Ssuda na brak 1987: Proshchay, shpana zamoskvoretskaya 1991: Prestuplenie lorda Artura

Weblinks

Detaillierte Beschreibung der Agententätigkeit von Kronberg (S. 40) (englisch)

Einzelnachweise

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