Ernst Ammer (* 11. April 1877 in Reutlingen; † 6. Januar 1963In der Literatur findet sich auch das abweichende Todesjahr 1954.) war ein deutscher Unternehmer. Er gilt als einer der großen Köpfe der Lederindustrie.Die großen Köpfe der Lederindustrie
Leben Er war der Sohn von Ernst Ammer aus Reutlingen und dessen Ehefrau Susanne geborene Gund aus Avignon. Nach dem Besuch der Oberrealschule in Reutlingen schloss Ernst Ammer eine dreijährige kaufmännische Lehre ab. Danach war er zunächst in der französischsprachigen Schweiz und im Anschluss im Ausland tätig. Im Anschluss trat er in das 1876 gegründete väterliche Geschäft als Lederfabrikant ein. Er wurde Senator der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, Leiter der Wirtschaftsgruppe Lederindustrie und der Fachgruppe ledererzeugende Industrie. Ferner wurde er zum Vizepräsidenten der württembergischen Handelskammer in Reutlingen ernannt.
Im März 1938 wurde er vom Stürmer. Deutsches Wochenblatt zum Kampfe um die Wahrheit in der Öffentlichkeit angeklagt, dass er noch immer einen Juden mit der juristischen Vertretung seiner Firma beauftragt habe.Petra Bräutigam: Mittelständische Unternehmer im Nationalsozialismus, 1997, S. 263.
Im Januar 1942 übergab Ernst Ammer die Leitung der Wirtschaftsgruppe an Ludwig Cornelius von Heyl aus Worms.Anne Sudrow: Der Schuh im Nationalsozialismus, 2010, S. 493. Nach dem Zweiten Weltkrieg wirkte er im Vorstand des Zentralvereins der deutschen Lederindustrie.
Sein Sohn, Herbert Ammer, war von 1954 bis 1963 Vorsitzender der Westdeutschen Gerberschule.Zeitzeugin: Enkelin von Herbert Ammer.
Das Areal der ehemaligen Lederfabrik Ernst Ammer an der Albstraße in Reutlingen steht heute unter Denkmalschutz und wurde saniert.Neues Leben in alten Mauern der Lederfabrik
Ehrungen Im Mai 1952 erhielt Ernst Ammer das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.
Familie Ernst Ammer war mit der Tochter des Geheimen Kommerzienrates Dr. Jakob Kienzle verheiratet, Marie Ammer geb. Kienzle wurde 1883 geboren. Aus dieser Ehe gingen eine Tochter und zwei Söhne hervor.
Sein Sohn, Herbert Ammer, war der erste Präsident des Württembergischen Landessportbunds e.V.
Literatur Herrmann A. L. Degener: Degeners Wer ist’s?, Berlin 1935, S. 21. Handbuch des Aufbaus der gewerblichen Wirtschaft, Bd. 1: Reichgruppe Industrie. Reichgruppe Energiewirtschaft. Reichgruppe Banken. Reichgruppe Versicherungen. Lüthe, Leipzig 1936, S. 157ff. Karl Ritter von Klimesch (Hrsg.): Köpfe der Politik, Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft. Verlag Johann Wilhelm Naumann, Augsburg 1951, o. S.
Einzelnachweise
Kategorie:Unternehmer (Reutlingen) Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1877 Kategorie:Gestorben 1963 Kategorie:Mann