mini|Johann Georg von Lori(Kupferstich nach einem Gemälde von Johann Georg Edlinger, 1788) Johann Georg Lori, ab 1768 von Lori, (* 17. Juli 1723 in Prem; † 23. März 1787 in Neuburg an der Donau, Fürstentum Pfalz-Neuburg) war ein hoher bayerischer Beamter, Jurist und Historiker im Zeitalter der Aufklärung.
Leben Der Wirtssohn Lori wurde in Gründl, einem Ortsteil von Prem, geboren. In Steingaden ging er zur Elementarschule, bevor er an das Jesuitenkolleg St. Salvator in Augsburg wechselte.Roland Lory: Ein Staatsmann aus dem Pfaffenwinkel. In: Weilheimer Tagblatt, Wochenendausgabe vom 5./6. Dezember 2009, Lokales Seite 9 Ab 1740 nahm er das Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Dillingen auf, das er ab 1744 an der Universität Würzburg fortsetzte. Der wohlhabende Augsburger Patrizier und spätere Bürgermeister Jakob Wilhelm Benedikt von Langenmantel war einer der finanziellen Förderer seiner Ausbildung.Karl Alexander von Müller: Land und Volk, Herrschaft und Staat in der Geschichte und Geschichtsforschung Bayerns, Band 27 der Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte, Beck Verlag, 1964, Seiten 288 und 292; Ausschnitte aus der Quelle In Würzburg wurde Lori geprägt durch die neuen Ansichten der Aufklärung. 1748 schrieb er eine Dissertation, mit der er an der Universität Ingolstadt bei Johann Georg Weishaupt promovierte. 1749 wurde er dort zum Professor des Kriminalrechts und der Rechtsgeschichte ernannt. , Websitebetreiber: Bayerische Staatsbibliothek München, abgerufen am 14. Oktober 2016 Als Sympathisant der Philosophie des Aufklärers Christian Wolff geriet er in Ingolstadt mit den Jesuiten in Konflikt, woraufhin er 1752 als Hofrat am Münz- und Bergwerkskollegium nach München berufen wurde.Alois Schmid: Das Augustiner-Chorherrenstift Polling und die Gründung der Bayerischen Akademie der Wissenschaften 1759, in: Lech-Isar-Land 2005, Seite 14 Er war zunächst Mitglied der bayerischen Gelehrtengesellschaft Parnassus Boicus und betrieb danach in Zusammenarbeit mit Propst Franz Töpsl, Andreas Felix von Oefele und Johann Georg Dominicus von Linprun die Gründung der Kurfürstlichen Bayerischen Akademie der Wissenschaften, die vom Kurfürsten Maximilian III. Joseph 1759 vollzogen wurde. Nach der Akademiegründung bekleidete er dort bis 1761 die wichtige Position des Sekretärs.Unterkapitel: Die Sekretäre. In: Ludwig Hammermayer: Geschichte der bayrischen Akademie der Wissenschaften, Band 1: 1759–1769, ISBN 3-406-09671-9, S. 362 1768 wurde er zum Wirklichen Geheimen Rat und Referendar für Auswärtige Angelegenheiten. Loris politischer Berufsweg nahm Juni 1779 sein Ende. Weil er im Bayerischen Erbfolgekrieg auf der Seite der preußenfreundlichen „Patriotenpartei“ gestanden hatte, enthob ihn Kurfürst Karl Theodor seines Amtes und ließ ihn in die Verbannung nach Neuburg an der Donau bringen.mini|Gedenktafel am Lorihaus in Neuburg, Karlsplatz A 16 Politisch war er an den Friedensverhandlungen mit Preußen von 1762/63 und später, nach Aufhebung des Jesuitenordens, an der Verteilung des Ordensvermögens beteiligt.
Werke (Auswahl) Lori publizierte mehrere historische Werke. Von seiner Geschichte des Lechrains erschien 1765 nur der zweite Band mit einer bis heute nicht ersetzten Quellensammlung. Als Oberbergdirektor ließ Graf Sigmund von Haimhausen durch Lori die geschichtliche Entwicklung des bayerischen Bergrechts und Bergbaus verfassen.Hundert Jahre Kohlenbergwerk Peißenberg 1837 bis 1937, Hrsg.: Bayerische-Berg-Hütten- und Salzwerke, S. 8Josef Heinlein, Hubert Assum, Ludwig Stippel, Max Biller: Bergbau. In: Max Biller: Hohenpeißenberger Heimat-Lexikon, S. 50 Bedeutung hatte er außerdem in der bayerischen Außenpolitik.Biographisches Lexikon der Ludwig-Maximilians-Universität München, Teil 1: Ingolstadt-Landshut 1472–1826; Berlin 1998, S. 250–252 Chronologischer Auszug der Geschichte von Baiern. Fünfter Auszug: Nach Christi Geburt von 911 bis 1180. Erscheinungsjahr: 1782. (Online).
Literatur Lexika, Nachschlagewerke
Hans-Michael Körner (Hrsg.): Große Bayerische Biographische Enzyklopädie. De Gruyter Saur, Berlin/New York 2005, Reprint 2010, S. 1208
Andreas Kraus: Lori, Johann Georg (von). In: Laetitia Boehm et al. (Hrsg.): Biographisches Lexikon der Ludwig-Maximilians-Universität München, Teil 1: Ingolstadt-Landshut 1472–1826; Berlin 1998, ISBN 3-428-09267-8, S. 250–252 Weitere Werke Andreas Kraus: Johann Georg Lori. In: Der Welf. Historischer Verein Schongau, Jahrbuch von 1996/97, S. 182–207 Gudula Metze: Johann Georg von Lori. In: Wurst, Jürgen und Langheiter, Alexander (Hrsg.): Monachia. Städtische Galerie im Lenbachhaus, München 2005, ISBN 3-88645-156-9, S. 49. Markus Christopher Müller: Ein Gelehrter am Münchener Hof. Die Tagebücher des Andreas Felix von Oefele (= Münchener Historische Studien. Bd. 27). Laßleben, Kallmünz 2020, S. 424–435.
Einzelnachweise
Weblinks
Ausgewählte Werke von Johann Georg von Lori in der Bayerischen Landesbibliothek Online Besprechung seiner bayerischen Geschichte Nachlass von Johann Georg von Lori in der Bayerischen Staatsbibliothek
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