Marshall Allen Flaum (* 13. September 1925 in Brooklyn, New York City; † 1. Oktober 2010 in Los Angeles, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Produzent von Dokumentarfilmen.
Leben Marshall Flaum wurde im Brooklyner Viertel Bensonhurst geboren und wuchs in der Stadt Union City im US-Bundesstaat New Jersey auf. Nachdem er im Zweiten Weltkrieg als Soldat gedient hatte, studierte er Schauspiel an der University of Iowa, wo er 1948 seinen Bachelor-Abschluss erlangte. In: The Los Angeles Times, 6. Oktober 2010. Er erhielt Unterricht von Lee Strasberg und spielte kleine Rollen in den Broadway-Stücken Julius Caesar (1950) am Arena Theatre und Romeo and Juliet am Broadhurst Theatre (1951), Abgerufen am 13. Januar 2019. schlug aber letztlich keine Schauspielerkarriere ein.
Stattdessen begann er 1957 als Autor und Co-Produzent an der CBS-TV-Doku-Show The Twentieth Century mitzuarbeiten. Die Sendung präsentierte Filme über bedeutsame Ereignisse des 20. Jahrhunderts und wurde von Walter Cronkite moderiert. Flaum war an den Episoden The Red Sell: The Propaganda Mill und The Red Sell: Report from the Targets beteiligt, einem zweiteiligen Special über gegen die Vereinigten Staaten gerichtete, sowjetische Propaganda.
1962 zog Flaum nach Los Angeles. Dort arbeitete er mit dem Produzenten David L. Wolper (Wolper Productions) zusammen. Seine Dokumentation The Yanks Are Coming über den Einsatz der US-amerikanischen Streitkräfte im Ersten Weltkrieg war bei der Oscarverleihung 1964 in der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“ nominiert.The 36th Academy Awards, 1964 oscars.org; abgerufen am 13. Januar 2019. Eine weitere Oscar-Nominierung in dieser Kategorie brachte ihm 1966 Let My People Go: The Story of Israel ein, ein Film über die Geschichte der Juden von Anfang des 20. Jahrhunderts bis zur Gründung Israels 1948.The 38th Academy Awards, 1966 oscars.org. Abgerufen am 13. Januar 2019.
Flaum war an einer Reihe von TV-Dokumentationen zum Thema Natur beteiligt, häufig an Specials oder Folgen von Serien wie Jacques-Yves Cousteaus Geheimnisse des Meeres und The World About Us. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit war die Porträtierung von Hollywoodpersönlichkeiten wie Humphrey Bogart (Bogart, 1967), David O. Selznick (Hollywood: The Selznick Years, 1970) und Bing Crosby. Als Produzenten von Bing Crosby: His Life and Legend (1978) waren Flaum und Franklin Konigsberg für einen Emmy in der Kategorie „Outstanding Information Special“ nominiert.Outstanding Information Special - 1978 emmys.com. Abgerufen am 13. Januar 2019. Eine weitere Emmy-Nominierung in der Kategorie „Outstanding Children’s Program“ erhielt Flaum 1990 für eine Dokumentation über das amerikanische Animationsstudio Hanna-Barbera.Outstanding Children’s Program 1990 emmys.com. Abgerufen am 13. Januar 2019.
Marshall Flaum starb 2010 mit 85 Jahren im Cedars-Sinai Medical Center in Los Angeles an Komplikationen, die während einer Hüftoperation auftraten. Er hinterließ seine Frau Gita, geb. Miller, sowie seine Kinder Erica und Seth Flaum, die beide als Filmeditoren arbeiten.Douglas Martin: Marshall Flaum, Documentary Filmmaker, Dies at 85. In: The New York Times 8. Oktober 2010.
Filmografie (Auswahl) 1958: The Twentieth Century (Dokumentar-Fernsehserie, 2 Folgen) 1962: Hollywood The Fabulous Era 1963: Hollywood: The Great Stars 1963: The Yanks Are Coming 1963: Escape to Freedom 1963: Ten Seconds That Shook the World 1963: The American Woman in the 20th Century 1964: The Rise and Fall of American Communism 1964: Trial at Nuremberg 1964: December 7th – The Day of Infamy 1964: Berlin: Kaiser to Khruschchev 1964: The Battle of Britain 1965: Let My People Go: The Story of Israel 1967: Bogart 1970–1976: Geheimnisse des Meeres (Dokumentar-Fernsehserie, 20 Folgen) 1970: Hollywood: The Selznick Years 1973: Jane Goodall and the World of Animal Behavior: The Wild Dogs of Africa 1976: Lions of the Serengeti 1978: Bing Crosby: His Life and Legend 1982: Counterattack: Crime in America 1985: Dorothy Stratten: The Untold Story 1989: A Yabba-Dabba-Doo Celebration!: 50 Years of Hanna-Barbera 2003: The Desilu Story
Literatur Harris M. Lentz: Flaum, Marshall. In: Obituaries in the Performing Arts, 2010. McFarland, Jefferson 2011, ISBN 978-0-7864-4175-4, S. 134.
Weblinks
Nachruf in The New York Times (englisch) Michael Ray: Marshall Allen Flaum. In: Encyclopædia Britannica (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Dokumentarfilmer Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1925 Kategorie:Gestorben 2010 Kategorie:Mann