miniatur|Zao Gongen Statue (Musée Guimet, Paris) miniatur|Eine der drei Zaō Gongen Statuen im Kimpusen-Tempel (Kimpusen-ji), Yoshino Zaō Gongen (jap. ) ist eine der wichtigsten Gottheiten der japanischen synkretistischen Religion des Shugendō. Sie gilt als Manifestation (Avatar = gongen ) dreier buddhistischer Gottheiten: des historischen Buddha Shaka-nyorai (), des Avalokiteshvara (Kannon Bosatsu, ) und des Maitreya (Miroku Bosatsu, ), d. h. der Buddhas der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Zaō Gongen ist zugleich die Schutzgottheit des heiligen Bergs Kimpu (Kimpusen, ). Andere Namensvarianten sind Kongō Zaō Gongen () und Kongō Zaō Bosatsu ().Yamabushi – Shugendō no honson Zaō Gongen nyūmon, S. 10–17。
Herkunft Zaō Gongen ist eine im Japan der Heian-Zeit erschienene Gottheit. Der im 11./12. Jh. entstandenen Legende des Kimpusen-Tempels (Kinpusen-ji ) in Yoshino (Präfektur Nara) zufolge suchte der im 7. Jh. lebende Asket En no Gyōja den Berg Kimpu auf, um um Hilfe zur Rettung der Lebewesen und zur Eindämmung der Dämonen und des Bösen zu bitten. Hierauf zeigten sich ihm die drei oben genannten buddhistischen Gottheiten, die zur Gestalt des Avatar Zaō verschmolzen und En no gyōja magische Kräfte verliehen. Anderen Legenden zufolge erschien zunächst Kshitigarbha (jap. Jizō Bosatsu), der wegen seiner ausgeprägten Milde abgewiesen wurde. Es folgten andere Gottheiten, die alle abgewiesen wurden, bis sich Zao Gongen in seiner zürnenden Gestalt zeigte.
Erscheinungsbild Die Statuen und Bilder des zuweilen dunkelblau gefärbten Zaō Gongen zeigen mit dem zürnenden Gesichtsausdruck und stehenden Haarschopf, mit der zum Schlag bereiten, ein Vajra haltenden rechten Hand und dem zum Fußstoß erhobenen rechten Bein eine enge Verwandtschaft zu den „Lichtkönigen“ (myōō, ) des Buddhismus. Die linke Hand an der Hüfte ist zum „Schwert-Mudra“ (tōin, , auch tōken-in, Da der Lichtkönig Gundari (Gundari Myōō) dasselbe Mudra zeigt, spricht man auch vom Gundari-in ().) geformt. Um die Hüfte ist er mit einem Löwenfell gegürtet. In dieser Gestalt vertreibt er die Dämonen des Universums. Manche Darstellung zeigen Flammen hinter dem Rücken als Symbol seiner Weisheit, die alles Böse verbrenne.Yamabushi – Shugendō no honson Zao Gongen nyūmon, S. 22–25.
Zaō Gongen in der Meiji-Zeit Während der Meiji-Restauration wurden im Zuge des Aufbaus des Staats-Shintō und der hierzu betriebenen Trennung von Buddhismus und Shintō (Shinbutsu Bunri) viele Verehrungsstätten des Zaō Gongen in Shintō-Schreine überführt und umgetauft. So entstand aus dem Tempel Zaō Daigongen-sha () im Zaō-Gebirge (Zaō Rempō, Präfektur Miyagi/Präfektur Yamagata) der Schrein Kattamine Jinja (). Und in mehreren Schritten wandelte sich die dort verehrte Gottheit vom buddhistisch-eklektischen Zaō Daigongen zur Shintō-Gottheit Ame no mikumari no kami (). Verbleibende Mönche waren fortan Shintō-Priester. Der Kimpusen-Tempel in Yoshino wiederum, noch heute der wichtigste Ort der Zaō-Verehrung, wurde für mehrere Jahre geschlossen, dann der buddhistischen Tendai-Schule unterstellt, von der er sich später wieder löste.
Wichtige Orte der Zaō-Verehrung Kimpusen-ji, Yoshino, Präfektur Nara () Nyoirin-ji, Yoshino, Präfektur Nara () Ishizuchi-san (). Der Berg selbst gilt als Zaō Gongen
Mantras (Shingon) Zaō Gongen: On bakiryu sowaka () Kongō Zaō Gongen: On basara kusha aranja un sowaka ()
Literatur Sō-honsan Kimpusen-ji: Yamabushi – Shugendō no honson Zao Gongen nyūmon. Kokusho Kankōkai, 2010 ()
Weblinks in Yoshino (Präfektur Nara)
Einzelnachweise
Kategorie:Religion (Japan) Kategorie:Synkretistische Religion Kategorie:Japanische Gottheit