Houbi () ist ein Bezirk der regierungsunmittelbaren Stadt Tainan im Südwesten der Republik China auf Taiwan.
Beschreibung Houbi liegt am nördlichen Rand des Stadtgebiets von Tainan im nördlichen Teil der Jianan-Ebene. Geologisch ist Houbi im Wesentlichen eine Schwemmebene der Flüsse Bazhang () und Jishui (). Der erstgenannte bildet zum größten Teil die nördliche Begrenzung der Gemeinde. Benachbart liegen die Stadtbezirke Baihe im Osten, Dongshan im Südosten, sowie Xinying und Yanshui im Südwesten und im angrenzenden Landkreis Chiayi die Gemeinden Yizhu, Lucao und Shuishang.
Geschichte Die ursprünglichen Bewohner des Gebiets waren Angehörige der indigenen austronesischen Völker Taiwans. Mit der Angliederung der Insel Taiwan an das Kaiserreich China im Jahr 1683 begann die kontinuierliche Einwanderung von Han-Chinesen, vor allem aus den Küstenprovinzen Fujian und Guangdong. Administrativ gehörte die Gegend von Houbi zunächst zum Kreis Zhuluo (). Im Jahr 1895 kam Taiwan unter japanische Herrschaft und ab 1920 war Houbi Teil der Präfektur Tainan. Nach der Übertragung Taiwans an die Republik China 1945 wurde Houbi zu einer Landgemeinde () im 1946 neu eingerichteten Landkreis Tainan. Der Landkreis wurde mit Wirkung vom 25. Dezember 2010 aufgelöst und in die Stadt Tainan eingegliedert. Alle Landkreisgemeinden erhielten danach den Status von Stadtbezirken (). Gliederung von Houbi250px
Administration Am 30. April 2018 erfolgte eine Verwaltungsreform, bei der die bislang 21 Ortsteile zu 14 zusammengefügt wurden:
Verkehr Der Bezirk wird durch die in nordnordöstlicher Richtung verlaufende Nationalstraße 1 (Autobahn) durchquert. Einige Kilometer weiter östlich davon verläuft annähernd parallel dazu die Provinzstraße 1. Durch Houbi verlaufen zwei Eisenbahntrassen im Wesentlichen in Nord-Süd-Richtung: zum einen die südliche Längslinie () der Taiwanischen Eisenbahn in Nähe der Provinzstraße 1 und zum anderen die Hochgeschwindigkeitsbahn Taiwan High Speed Rail. Die erstgenannte hat in Houbi einen Haltebahnhof.
Landwirtschaft Die Wirtschaftsstruktur Houbis ist durch die Landwirtschaft geprägt. Dominierend ist der Nassreisanbau, der 3500 Hektar einnimmt. An Obstsorten werden vorrangig Echte Guave und Cantaloupe-Melone kultiviert. Außerdem wird Orchideenzucht betrieben (Phalaenopsis). Auf dem Gelände einer ehemaligen Zuckerfabrik befindet sich der Taiwanische Orchideen-Biotechnologiepark (), wo internationale Orchideen-Ausstellungen stattfinden.
Sehenswürdigkeiten und Tourismus Als sehenswert gilt der Tai’an-Tempel () im Ortsteil Jiayu. Er ist der Meeresgöttin Mazu gewidmet. Der Tempel wurde 1791 erbaut, aber seitdem vielfach umgestaltet. Das alte Jingliao Huang-Gebäude () wurde zur japanischen Kolonialzeit im Jahr 1928 im eklektizistischen „westlichen“ Stil erbaut. Im Xiaonanhai-Naturschutzgebiet () lassen sich Fahrradausflüge oder kleine Wanderungen unternehmen. Auf dem Gelände der der ehemaligen Zuckerfabrik sind Schmalspurbahnen zu touristischen Zwecken in Betrieb.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort auf Taiwan Kategorie:Stadtbezirk von Tainan