Évry-Courcouronnes ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: , Summe der ehemaligen Gemeinden Évry und Courcouronnes) im Département Essonne in der Region Île-de-France. Sie ist Sitz der Unterpräfektur des Arrondissements Évry und Sitz des Bureau centralisateur des Kantons Évry.

Sie entstand als Commune nouvelle mit Wirkung vom 1. Januar 2019, indem die bisherigen Gemeinden Évry und Courcouronnes fusioniert wurden und in der neuen Gemeinde den Status einer Commune déléguée haben. Der Verwaltungssitz befindet sich im Ort Évry. Erlass der Präfektur No. 2018-PREF-DRCL-540 über die Bildung der Commune nouvelle Évry-Courcouronnes vom 12. Oktober 2018.

Die Stadt ist die Heimat des Genopole.

Lage Évry-Courcouronnes liegt im Tal der Seine etwa 30 Kilometer Fahrtstrecke südlich von Paris.

Gemeindegliederung Gemeindeteil ehemaligerINSEE-Code Fläche (km²) Einwohnerzahl (2018) Évry (Verwaltungssitz) 91228 8,33 53.641 Courcouronnes 91182 4,37 13.490

Geschichte Zur Geschichte der beiden Orte siehe Évry#Geschichte Courcouronnes#Geschichte

Gemeindepartnerschaften Évry-Courcouronnes hat über Évry eine Partnerschaft mit dem palästinensischen Flüchtlingslager Chan Junis im Gazastreifen. Darüber hinaus unterhält es Städtepartnerschaften (Jumelages) mit folgenden Orten:Évry – Coopération et jumelage Bexley in Großbritannien Troisdorf in Deutschland Nowy Targ in Polen Weitere Partnerschaften bestehen im Rahmen der Communauté d’Agglomération Grand Paris Sud mit Kayes und Bamako in Mali sowie mit den Hauptstädten Dakar in Senegal und Nouakchott in Mauretanien. Courcouronnes pflegt seit 2010 eine Partnerschaft mit der Stadt Bikele in Gabun.

Sehenswürdigkeiten Évry Auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde befanden sich mehrere Schlösser, die jedoch allesamt zerstört sind. Das bekannteste war das im 17. Jahrhundert erbaute Château de Petit-Bourg, welches im Jahr 1695 von Madame de Montespan, der Mätresse Ludwigs XIV. erworben und umgebaut wurde. Nach ihrem Tod (1707) wechselte es mehrfach den Besitzer und wurde nach 1756 komplett erneuert. Es überstand die Revolutionsjahre, wurde aber im Jahr 1944 bei ihrem Rückzug von den Deutschen gesprengt und in den 1950er Jahren komplett abgerissen. An seiner Stelle entstand ein neuer Wohnblock.

Die neue Architektur der Stadt war von Beginn an umstritten. Inzwischen sind jedoch einige interessantere Bauvorhaben umgesetzt worden. Dazu gehören auch ein buddhistischer Tempel, ein Dominikanerkloster und eine Kathedrale. Die Kathedrale der Auferstehung (französisch: Cathédrale de la Résurrection Evry) war die erste Kathedrale, die seit mehr als 100 Jahren in Frankreich errichtet wurde. Sie wurde in den Jahren 1991 bis 1995 vom Schweizer Architekten Mario Botta erbaut. Dieser setzte dabei ganz auf die Wirkung des Ziegels als Gestaltungselement und schuf zwei Mauerringe aus schlichtem Ziegel-Sichtmauerwerk.

Courconnes Kirche Notre-Dame-de-la-Nativité-de-la-Très-Sainte-Vierge Kirche Saint-Guénault Parc et Dame du Lac

Bildung In Évry-Courcouronnes befindet sich die Hochschule für Kulturmanagement (Administration de la Musique et du Spectacle Vivant) an der Université d’Évry – Val d’Essonne (DESS). Die Hochschule unterhält eine Partnerschaft mit der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar und bietet dadurch die Möglichkeit, einen zweifachen Master-Titel zu erwerben. Die Stadt ist auch die Heimat von Institut Mines-Télécom Business School.

Persönlichkeiten In Évry geboren Valérie Crunchant (* 1978), Schauspielerin Hameur Bouazza (* 1985), algerischer Fußballspieler Medhi Benatia (* 1987), marokkanisch-französischer Fußballspieler Michaël D’Almeida (* 1987), Bahnradsportler Kyliane Dong (* 2004), französisch-kamerunischer Fußballspieler

In Courconnes geboren Maxime Brunerie (* 1977), Attentäter Ismaël Omar Mostefaï (1985–2015), Terrorist Fatimatou Sacko (* 1985), Basketballspielerin Medhi Benatia (* 1987), französisch-marokkanischer Fußballspieler (Verteidiger) Yohann Thuram (* 1988), Fußballspieler (Torwart) Sarah Michel (* 1989), Basketballspielerin Caroline Espiau (* 1992), Skispringerin Grâce Zaadi (* 1993), Handballspielerin

Literatur Le Patrimoine des Communes de l’Essonne. Flohic Éditions, Band 1, Paris 2001, ISBN 2-84234-126-0, S. 376–390.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Präfektur in Frankreich

Kategorie:Hochschul- oder Universitätsstadt in Frankreich Kategorie:Commune nouvelle im Département Essonne Kategorie:Gemeindegründung 2019